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Putin warnt vor Eskalation im Ostseeraum

Wladimir Putin auf der Brücke eines Schiffs. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Gavriil Grigorov/Russian Governm/imago)
Die Ostsee ist ein wichtiger Seeweg, auf dem zeitweise rund 2.000 Schiffe gleichzeitig unterwegs sind. Nun warnt Wladimir Putin vor Einschränkungen der Schifffahrt in der Ostsee.
Der russische Staatschef Wladimir Putin hat den Westen vor einer Eskalation in der Ostsee gewarnt. "Wir sind bereit, aber wir wollen keinen Krieg mit Europa", sagte er nach dem Russland-Afrika-Gipfel in Moskau. Sollte es zu einem solchen Krieg kommen, werde es "keine Gewinner" geben. "Das sollte niemand vergessen", sagte Putin nach Angaben der Agentur Reuters.
Zugleich warnte er vor einem Szenario, bei dem es zu einer Blockade der wichtigen Schifffahrtsroute käme: "Will jemand im Ostseeraum dieselbe Situation wie am Persischen Golf oder in der Straße von Hormus?", sagte Putin. "Wir wollen das nicht, aber wir werden auf jede Herausforderung reagieren."
Zuletzt hatte Bundesaußenminister Johann Wadephul die Ostsee als Konfliktzone bezeichnet. "Wir haben Sabotageakte, Spionageaktivitäten, GPS-Störungen, das Eindringen von Drohnen und Kampfflugzeugen in den Nato-Luftraum, die Durchfahrt der russischen Schattenflotte sowie das wiederholte Auftauchen russischer Forschungsschiffe in der Nähe kritischer Infrastrukturen beobachtet", erläuterte der CDU-Politiker.
Ostsee als neue Konfliktzone
Der britische Experte Oliver Moody sieht in all diesen Aktionen einen Beleg dafür, dass Russland zunehmend strategisches Interesse am Ostseeraum hat. In seinem Buch "Konfliktzone Ostsee" hält Moody fest: Es gehe um "einen generationenübergreifenden Wettstreit zwischen dem Westen auf jeder denkbaren Ebene (…) angefangen bei Energie und Wirtschaft bis hin zu Parlamenten und sozialen Netzwerken". Dieser Wettstreit habe zwei Dreh- und Angelpunkte: "Einer ist die Ukraine. Der andere ist der Ostseeraum."
Lob für Stubb und Støre
Unerwartet zuversichtlich äußerte sich Putin über die jüngsten Gespräche mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre. Er wisse, dass beide für ihre Bemühungen um einen Dialog auch kritisiert würden.
In der Vergangenheit war es in der Ostsee wiederholt zu Zwischenfällen gekommen, etwa Drohnenüberflüge in Dänemark. Dort baut das ukrainische Unternehmen Fire Point nahe der deutsch-dänischen Grenze eine Fabrik für Raketentreibstoff. Die Produktion soll Ende 2027 beginnen.
Auch der Schiffsverkehr auf der Ostsee wird gestört. Bis zu 2.000 Schiffe sind täglich auf dem Binnenmeer unterwegs. In der Regel verlässt sich die Crew an Bord der Schiffe zur Standortbestimmung auf globale satellitengestützte Navigationssysteme wie etwa das US-amerikanische GPS. Doch nicht nur Flugzeuge berichten zunehmend über GPS-Störungen, auch Schiffe sind betroffen.
Mal wird der Signalverkehr mit Satelliten im All durch einen Störsender überlagert, so dass die Positionsbestimmung ausfällt. Fachleute sprechen von Jamming. Mal gaukelt ein Störsender falsche Satellitensignale vor, die zu einer irrigen Positionsbestimmung führen. Dann wird von Spoofing geredet. Beides hat Folgen. So lief im Dezember 2024 der Frachter "Meghna Princess" nach einer Navigationsattacke in der östlichen Ostsee auf Grund. Verletzt wurde niemand. Aber die Gefahr ist real. Nicht nur in der Ostsee.


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