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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayVerbündete brüskiert über Hegseth-Aussagen
"Vielleicht fünf, die etwas beigetragen haben"
Aktualisiert am 20.10.2026 - 07:29 UhrLesedauer: 4 Min.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht vor Soldaten: Er wird wegen Äußerungen zum Afghanistan-Einsatz der Nato kritisiert. (Quelle: IMAGO/Daniel Torok / B66 / Avalon/imago)
Pete Hegseth hat den Beitrag der Nato-Verbündeten in Afghanistan kleingeredet. Nun kommt scharfer Widerspruch von einigen der engsten Verbündeten der USA.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat mit Aussagen über den Nato-Einsatz in Afghanistan Verbündete der Nato gegen sich aufgebracht. Hegseth hatte am Samstag bei einer Rede behauptet, nur ein oder zwei Verbündete hätten am Ende des Krieges tatsächlich an Kampfoperationen teilgenommen. Ein Sprecher von Downing Street wies diese Darstellung zurück und bezeichnete es als falsch, den Beitrag der Verbündeten kleinzureden.
Hegseth hatte sich am Samstag laut Berichten von "Newsweek" und "Guardian" an der University of Tennessee in Knoxville an Kadetten und Rekruten gewandt. Er erinnerte daran, dass am Hauptquartier in Kabul rund 50 Flaggen verschiedener Nationen gehangen hätten. "Nur dass es, sozusagen, vielleicht fünf waren, die etwas beigetragen haben", sagte er.
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"Eigentlich waren es eher ein oder zwei, die am Ende tatsächlich an kinetischen Operationen beteiligt waren." Den Schriftzug "ISAF" auf dem Abzeichen der Internationalen Sicherheitstruppe habe man scherzhaft als "I saw Americans fighting" (Ich sah Amerikaner kämpfen) gedeutet, so Hegseth weiter: "Was irgendwie ein Witz ist, aber es ist demoralisierend, wenn du das Gefühl hast, es ist kein Lastenteilen, es ist tatsächlich eine Last."
1.000 Soldaten aus anderen Ländern fielen
Tatsächlich hatten 51 Nato-Mitglieder und verbündete Staaten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 Truppen nach Afghanistan entsandt. Es war das einzige Mal, dass die Nato den Bündnisfall nach Artikel 5 ausrief. Insgesamt kamen mehr als 1.000 Soldaten aus anderen Ländern als den USA ums Leben, darunter 457 Briten (einschließlich Zivilbeschäftigter des Verteidigungsministeriums), 165 Kanadier und 90 Franzosen. Die USA verloren 2.461 Soldaten. Insgesamt 93.000 deutsche Soldaten dienten in Afghanistan, 59 kamen ums Leben.
Der Sprecher des britischen Premierministers erklärte, die Fakten sprächen für sich, wenn es um den britischen und den Nato-Beitrag in Afghanistan gehe. "Tausende britische und verbündete Familien haben enorme Opfer gebracht, um ihren bedeutenden Anteil an diesem Krieg zu leisten und unsere Werte zu verteidigen, und mehr als 450 britische Angehörige des Personals sind nie zurückgekehrt", sagte er. Ihr Opfer sei im Dienst der kollektiven Sicherheit und als Antwort auf einen Angriff auf einen Verbündeten erbracht worden. "Und es ist falsch, ihre Rolle kleinzureden."
Ex-Generalleutnant Hodges: Rede ist "beschämend"
Auch aus dem US-Militär kam Kritik. Der pensionierte amerikanische Generalleutnant Ben Hodges, ehemaliger Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa, nannte Hegseths Rede "beschämend". Er verwies auf die mehr als 1.000 gefallenen Soldaten aus anderen Ländern. "Warum sollte der Minister glauben, es sei angemessen, unsere Verbündeten vor diesen jungen Kadetten, zukünftigen Offizieren, herabzusetzen?", fragte Hodges.
Kritik kam auch aus der US-Innenpolitik. Fred Wellman, US-Armeeveteran und demokratischer Kandidat für das Repräsentantenhaus in Missouri, nannte Hegseths Rede eine "verachtenswerte Verunglimpfung unserer Verbündeten in Afghanistan".
Bereits im Januar hatte Premierminister Keir Starmer Trump direkt widersprochen, nachdem dieser behauptet hatte, Nato-Truppen seien in Afghanistan "ein wenig zurückgezogen, ein wenig abseits der Frontlinien" geblieben. Starmer hatte damals gefordert, Trump solle sich für diese Aussagen entschuldigen, und nannte Trumps Äußerungen "empörend".
Kritik von Nato-Verbündeten
Nato-Generalsekretär Mark Rutte äußerte sich ebenfalls. "Für jeden zweiten Amerikaner, der den höchsten Preis gezahlt hat, gab es einen Soldaten aus einem anderen Nato-Land, der nicht zu seiner Familie zurückgekehrt ist – aus den Niederlanden, aus Dänemark und aus vielen anderen Ländern", sagte er "Newsweek". Zwischen 2001 und 2021 kamen 25 niederländische Soldaten in Afghanistan ums Leben; aus Dänemark starben dort 44 Soldaten.
Polens Außenminister und stellvertretender Ministerpräsident Radosław Sikorski reagierte scharf auf Hegseths Rede. Hegseth solle seine Botschaft "an die Familien der 44 polnischen Soldaten richten, die bei der Sicherung der schwierigen Provinz Ghazni gefallen sind", sagte Sikorski laut "Newsweek". Die Stadt Ghazni im Südosten Afghanistans war 2018 Schauplatz einer großen Taliban-Offensive gegen die vom Westen unterstützten afghanischen Regierungstruppen und gilt als wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Kabul und der zweitgrößten Stadt Kandahar.
London: Stehen weiter zur Ukraine
Parallel dazu distanzierte sich die britische Regierung von der jüngsten Haltung der US-Regierung gegenüber der Ukraine. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt die Sanktionen gegen Russland gelockert, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erneut kritisiert und den Geheimdienstaustausch eingeschränkt, der der Ukraine bei der Abwehr russischer Angriffe hilft. Berichten zufolge erwägt Trump einen Friedensgipfel mit Russland und China, ohne Beteiligung der Ukraine.
Der Sprecher von Downing Street wollte sich dazu nicht direkt äußern, machte aber die britische Position deutlich: "Unsere Position zur Ukraine ist seit dem Ausbruch des Konflikts konsistent, und die ist, dass wir wollen, dass die Ukraine einen gerechten und dauerhaften Frieden erreicht." Auf die möglichen Dreiergespräche zwischen Putin, Xi und Trump angesprochen, sagte er: "Nun, offensichtlich ist das Angelegenheit dieser Länder." Die Ukraine spreche für sich selbst. Die britische Unterstützung für die Ukraine sei "unerschütterlich", betonte er.


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