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Migration in Mittelmeer: Papst Leo gedenkt ertrunkenen Flüchtlingen in Lampedusa

2 weeks ago 13

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Auf Lampedusa trifft Papst Leo XIV. Bootsflüchtlinge und gedenkt der Opfer der Flucht. Die Mittelmeerinsel hat einen Migrantenpier nach seinem Vorgänger benannt.

Quelle: DIE ZEIT, KNA, dpa, Aktualisiert am 4. Juli 2026, 11:35 Uhr

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 Papst Leo macht Halt am Denkmal Porta d’Europa auf der Insel Lampedusa, einem wichtigen Ankunftsort für Migranten, die das Mittelmeer überqueren.
Papst Leo macht Halt am Denkmal Porta d’Europa auf der Insel Lampedusa, einem wichtigen Ankunftsort für Migranten, die das Mittelmeer überqueren. © Remo Casilli/​Reuters

Papst Leo XIV. hat auf Lampedusa den Zehntausenden Opfern der Flucht über das Mittelmeer gedacht. Er legte Blumen auf ihre Gräber, verharrte im stillen Gebet und traf anschließend Überlebende. Auf der südlichsten Insel Europas werden regelmäßig ertrunkene Flüchtlinge beigesetzt, viele von ihnen anonym.

Lampedusa wurde durch ein Bootsunglück im Jahr 2013 europaweit bekannt. Damals ertranken 368 Menschen vor der italienischen Insel. Seitdem kamen auf der Mittelmeerroute weitere Tausende Menschen ums Leben. Nach Angaben des Projekts »Missing Migrants« der Internationalen Organisation für Migration starben oder verschwanden seit 2014 insgesamt 35.070 Menschen im Mittelmeer. Der Friedhof von Lampedusa wird kontinuierlich erweitert.

Mit seinem Besuch knüpft Papst Leo an die Flüchtlingspolitik seines Vorgängers Franziskus an. Dieser hatte die 20 Quadratkilometer große Insel bereits vor dem tragischen Unglück besucht, um auf das häufig tödliche Schicksal der Migranten aufmerksam zu machen. Am Landungssteg Molo Favaloro sprach er damals auch mit einer Gruppe von Bootsflüchtlingen.

»Ein Ort der Ankunft, der Hoffnung und der Menschlichkeit«

Molo Favaloro ist ein zentraler Ankunftsort für Mittelmeer-Flüchtlinge. An dem rund 150 Meter langen Landungssteg gehen seit Jahren Menschen an Land, die die gefährliche Überfahrt über das Meer überlebt haben. Dieser wird künftig Molo Papa Francesco heißen, um an das Engagement des verstorbenen Papstes für Flüchtlinge zu erinnern. Leo segnete die Gedenktafel mit der Aufschrift: »Molo Papa Francesco – ein Ort der Ankunft, der Hoffnung und der Menschlichkeit«.

Papst Leo sprach von Europas besonderer Verantwortung im Umgang mit Migration. Europa verfüge aufgrund seiner Geschichte und Kultur über »ein einzigartiges Potenzial« und trage daher eine Verantwortung. Der Kontinent sei in der Lage, die Situation ganzheitlich anzugehen, »indem es Nothilfe mit einem langfristigen strategischen Plan verbindet«. Dieser solle Migranten aufnehmen, schützen, fördern und integrieren und zugleich dafür Sorge tragen, dass »niemand zur Auswanderung gezwungen ist«, sagte Leo.

Die Toten bezeichnete Leo als »Opfer sowohl getroffener als auch ausgebliebener Entscheidungen«. Er verwies auf Desinteresse am Gemeinwohl und Korruption in den Herkunftsländern, ein globales Wirtschaftssystem, das Armut und Ausgrenzung verursache, sowie Ängste, die Vorurteile und Verachtung schürten. Auch die Vorstellung, dass diese Probleme Europa nichts angingen, trügen dazu bei.

Anschließend grüßte Papst Leo Überlebende, die Medienberichten zufolge für den Besuch des Papstes aus dem Aufnahmelager der Insel zum Pier gebracht wurden. Im Aufnahmelager der Insel, dem sogenannten Hotspot, werden Flüchtlinge, die an dem Pier erstmals europäischen Boden betreten, unmittelbar nach ihrer Ankunft hingebracht. Am Vormittag feiert Papst Leo noch eine Messe, bevor er mittags zurück nach Rom fliegt.

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