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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayGuten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,
kognitive Dissonanz nennen Psychologen den Effekt, dass Menschen wider besseres Wissen Entscheidungen treffen, die ihnen selbst schaden. Im Zusammenhang mit pathologischer Willensschwäche sprechen sie auch von Akrasia: Man weiß oder ahnt, was gut für einen wäre, tut aber trotzdem das Gegenteil. In der Populärliteratur ist das Phänomen auch als Selbstsabotage bekannt.
In der Wählerschaft der AfD ist Selbstsabotage ein weitverbreitetes Verhalten. Zweifellos gibt es auch viele Überzeugungswähler in der Partei, und nicht wenige von ihnen sind Rechtsextremisten. Viele andere jedoch scheinen eher den diffusen Drang zu verspüren, den etablierten Parteien einen Denkzettel zu verpassen und ihrem Frust über die gegenwärtige Politik Ausdruck zu verleihen, indem sie der AfD ihre Stimme geben.
Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt steht die in dem Bundesland als "gesichert rechtsextremistisch" eingestufte Partei in den Umfragen bei über 40 Prozent. Auf Platz zwei liegt weit abgeschlagen, mit 20 Prozentpunkten weniger, die CDU vor der Linkspartei mit rund 13 Prozent. SPD, Grüne und BSW müssen um den Einzug in den Landtag bangen, die FDP ist in der Versenkung verschwunden.
Diese Werte empfinden nicht nur überzeugte Demokraten als bestürzend. Sie entpuppen sich auch als schockierender psychologischer Befund. Wer mit halbwegs aufgeräumtem Oberstübchen durchs Leben geht, kann das Wahlprogramm der sachsen-anhaltinischen AfD kaum anders denn als Selbstsabotage empfinden. Die Partei will die allgemeine Schulpflicht abschaffen und durch eine nebulöse "Bildungspflicht" ersetzen. Trotz des massiven Ärztemangels will sie ausländische Ärzte wegen angeblicher "kultureller Differenzen" ablehnen. Putins aggressives Regime will sie nicht länger als Gefahr, sondern als "Partner" behandeln. Der Staat soll gleichzeitig neue Sozialleistungen ausschütten, die Steuern senken und auf weitere Schulden verzichten – ein Widerspruch in sich selbst.
Wie passt das zusammen – der immense Zuspruch für die AfD einerseits und ihre abstrusen Pläne andererseits? Was geschähe, falls die Partei wirklich an die Macht gelangte, womöglich sogar in einer Alleinregierung? Könnte sie ihre Vorhaben umsetzen und wer wäre davon betroffen? Was planen AfD-Kader, ohne öffentlich laut darüber zu reden?
Wenige Reporter kennen die AfD so gut wie meine Kollegin Annika Leister. Daher ist sie für dieses Thema der ideale Gast in unserem "Tagesanbruch"-Podcast, den Nicole Fuchs-Wiecha und ich mit ihr aufgenommen haben. Ich empfehle Ihnen unser Gespräch gern:
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Ich wünsche Ihnen ein gut informiertes Wochenende, bevor der nächste Tagesanbruch am Montag kommt – passenderweise auch von Annika Leister.
Herzliche Grüße
Ihr
Florian Harms
Chefredakteur t-online


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