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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayWenige Jahre nach dem Bürgerkrieg in Tigray droht die Lage erneut zu eskalieren. Eine regierungsnahe Miliz soll in die Hauptstadt der äthiopischen Region vorgerückt sein.
Quelle: DIE ZEIT, Reuters, dpa, bda Aktualisiert am 3. Oktober 2026, 12:04 Uhr
Im eskalierenden Konflikt in der nordäthiopischen Tigray hat eine mit der Regierung verbündete Miliz nach eigenen Angaben den Flughafen der Regionalhauptstadt von Rebellen zurückerobert. Sie hätten nun die volle Kontrolle über den Flughafen von Mek’ele, schrieben die sogenannten Tigray-Friedenskräfte auf der Plattform X. »Wir räumen derzeit die Stadt Mek’ele.« Die Angaben ließen sich vorerst nicht unabhängig bestätigen. Wegen einer Kommunikationssperre gibt es derzeit wenige verifizierbare Informationen aus Tigray. Das Büro des äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed äußerte sich zunächst nicht.
Später berichteten ein örtlicher Journalist und mehrere Anwohner, dass sich die Rebellen und Anführer der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) aus Mek’ele angesichts vorrückender Regierungstruppen zurückzögen. Soldaten der Regierung seien aber noch nicht in der Stadt zu sehen.
TPLF-Kämpfer hatten vergangene Woche mit einer Großoffensive gegen das Militär begonnen und bald darauf die Einnahme dreier Flughäfen in der Region gemeldet. Äthiopische Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Gruppen starteten rasch Gegenangriffe. Falls sich die Berichte über die Rückeroberung des Flughafens von Mek’ele und ihren Rückzug aus der Stadt bestätigen sollten, wäre dies ein Rückschlag für die Rebellen.
TPLF erkennt Friedensabkommen nicht mehr an
Seit 2020 führten TPLF-Kämpfer und die äthiopische Zentralregierung einen Bürgerkrieg, der Ende 2022 mit einem Waffenstillstand endete. Die TPLF erkennt das Abkommen aber nicht mehr an. Sie hatte in Äthiopien fast 30 Jahre lang die Regierung gestellt. Ihre politische Vorrangstellung endete, als Abiy 2018 Ministerpräsident wurde.
Seit dem klaren Sieg von Abiys Partei bei der Parlamentswahl im Juni spitzen sich die Konflikte in der äthiopischen Politik wieder zu. Wenige Tage vor der von der TPLF gemeldeten Eroberung der Flughäfen hatte ein Bündnis aus mehreren ideologisch unterschiedlichen Oppositionsgruppen angekündigt, Abiys Regierung stürzen zu wollen. In dem Zusammenschluss sind unter anderem die TPLF, die Oromo-Befreiungsarmee und die ethnisch-nationalistische Miliz Fano aus der Region Amhara vertreten.
Eskalation inmitten der Regierungsbildung
Das Bündnis verfüge zwar nicht über eine Kommandozentrale, könne aber durch eine geografische Verbreiterung der verschiedenen Aufstände den Regierungstruppen erschweren, die Lage unter Kontrolle zu bringen, sagt Murithi Mutiga, Afrika-Direktor der Denkfabrik International Crisis Group. Einig seien sich die Gruppen hauptsächlich im Widerstand gegen die Regierung Abiy.
Für Abiy kommt die erneute Eskalation in Tigray politisch zu einem schlechten Zeitpunkt. Nach der Wahl im Juni ist die Regierungsbildung im Gange, in der kommenden Woche soll das neue Parlament die Arbeit aufnehmen, in dem Abiys Wohlstandspartei (PP) über eine große Mehrheit verfügt. Addis Abeba ist 2027 Gastgeberin des globalen Klimagipfels COP32, derzeit läuft ein umfangreiches und ehrgeiziges Programm zur Modernisierung der Hauptstadt.


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