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Eine Partei ist kaum noch zu stoppen
Aktualisiert am 22.08.2026 - 10:25 UhrLesedauer: 6 Min.

Die Linke obenauf: Elif Eralp hat gute Chancen, Berlins nächste Regierende Bürgermeisterin zu werden. (Quelle: Christoph Soeder/dpa)
Erstmals liegt die Linke in Berlin mit vier Punkten Abstand vor der CDU. Die Partei scheint kaum mehr aufzuhalten zu sein. Bitter sind die Ergebnisse einer neuen Umfrage jedoch nicht nur für die CDU, sondern vor allem für die SPD.
Noch sind es 29 Tage, bis die rund 2,5 Millionen wahlberechtigten Berliner ihre Stimme bei der Abgeordnetenhauswahl haben abgeben können. Viel kann noch passieren in dieser Zeit, Fehler, Ausrutscher, unverhoffte Ereignisse, die die Stimmung kurzfristig beeinflussen.
Und doch lässt sich die neueste Umfrage von Forsa im Auftrag von t-online als Zwischenbilanz nach dem Start der heißen Wahlkampfphase interpretieren. Als erstes gefestigtes Stimmungsbild, seitdem die Laternenpfähle und Grünstreifen an den großen Straßen voller Plakate sind, mit denen die Parteien um Stimmen bei der Wahl am 20. September werben.
Wenn schon jetzt gewählt würde, würde die Linke demnach die Wahl mit deutlichem Abstand gewinnen: Sie käme auf 22 Prozent. Mit jeweils 18 Prozent gemeinsam auf Platz zwei lägen CDU und AfD, gefolgt von den Grünen mit 16 Prozent. Die SPD würde 12 Prozent holen, BSW (4 Prozent) und FDP (3 Prozent) würden den Einzug ins Abgeordnetenhaus verfehlen. Drei zentrale Schlüsse lassen sich aus diesen Zahlen ziehen:
1. Die Linke ist kaum noch zu stoppen
Bei der Bundestagswahl 2025 lag die Linke in Berlin schon vorn, jetzt könnte sich das Ganze auf Landesebene wiederholen: Knapp einen Monat vor der Abgeordnetenhauswahl erscheint es realistisch, dass die Sozialisten mit Elif Eralp zum zweiten Mal in der Geschichte eine Staatskanzlei in einem Bundesland besetzen. Zumindest, wenn sie mit Grünen und SPD einen Kompromiss in der umstrittenen Enteignungsfrage finden, wobei ihr die strengen Leitplanken, die Schwarz-Rot auf Bundesebene festlegen will, dabei sogar helfen könnte, die eigenen Leute zu überzeugen.
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Anders als mit dem Ober-Realo Bodo Ramelow einst in Thüringen würde mit Elif Eralp in Berlin jedoch eine echte linke Linke ins Rote Rathaus einziehen, so vernünftig sie sich in vielen Punkten derzeit auch geben mag. Das liegt auch am Berliner Landesverband der Partei, der sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat. Längst geben nicht mehr die Pragmatiker den Ton an, jene Politiker also, die regieren wollen und allzu radikale Positionen ablehnen: Alte PDS- und SED-Kader sind gestorben, Realpolitiker wie die früheren Senatoren Klaus Lederer und Elke Breitenbach sind ausgetreten – aus Protest gegen den Anti-Israel-Kurs der Partei. Eingetreten und debattenbestimmend sind dagegen Mitglieder, die sich vor allem über ihren Hass auf Israel definieren, der nicht selten in Antisemitismus umschlägt.


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