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Lula gewinnt knapp die Präsidentenwahl in Brasilien
Aktualisiert am 26.10.2026 - 01:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Stichwahl in der Entscheidung um den nächsten Präsidenten in Brasilien ist entschieden. Mit knappem Vorsprung gewann Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva die Wahl.
Rund 159 Millionen Brasilianer waren in dem größten Land Lateinamerikas aufgerufen, zwischen dem linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und dem rechten Senator Flávio Bolsonaro zu entscheiden. Lula bekam nach ersten Ergebnissen 51,8 Prozent der Stimmen.
Das Rennen zwischen den beiden Politikern galt als äußerst knapp. In Umfragen vor der Wahl lagen sie nahezu gleichauf. In der ersten Wahlrunde hatte Flávio Bolsonaro mit rund 47 Prozent der gültigen Stimmen vor Lula mit 45 Prozent gelegen.
Der 80-jährige Lula von der linken Arbeiterpartei PT bewarb sich um eine vierte Amtszeit. Er setzt auf Sozialprogramme, staatliche Investitionen und die Fortsetzung seines Regierungskurses. Flávio Bolsonaro von der rechten Liberalen Partei (PL) wirbt mit konservativen Positionen und einem härteren Vorgehen gegen Kriminalität.
Gericht verlängert Wahlzeit landesweit
Der Richter Cristiano Zanin vom Obersten Gerichtshof (STF) hatte die Stimmabgabe wegen gemeldeter Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr mit Auswirkungen auf die Wähler um zwei Stunden bis 19 Uhr Ortszeit (23 Uhr MEZ) verlängert. Die Anordnung galt landesweit. Die bereits begonnene Auszählung wurde nach der Entscheidung zunächst unterbrochen.
Das Wahlbündnis von Lula hatte die Verlängerung beantragt und auf Schwierigkeiten mit Busverbindungen und öffentlichen Verkehrsmitteln in mehreren Bundesstaaten verwiesen. Auch das Wahlkampfteam von Flávio Bolsonaro forderte mehr Zeit für die Stimmabgabe in Teilen von Minas Gerais und Rio Grande do Sul, wo heftige Regenfälle, Überschwemmungen und Stromausfälle den Wahlablauf beeinträchtigt haben sollen.
Aufsehen erregte zudem ein Streit um den öffentlichen Nahverkehr in Salvador im Bundesstaat Bahia. Dort durften laut dem Nachrichtenportal "G1" mindestens 75 Busse zunächst ihre Depots nicht verlassen. Das regionale Wahlgericht ordnete die Festnahme des städtischen Mobilitätssekretärs Pablo Souza wegen eines mutmaßlichen Wahlvergehens an. Die Stadtverwaltung erklärte, es habe Streit um Aufkleber mit der Nummer von Lulas Arbeiterpartei PT auf den Bussen gegeben.
Bolsonaro will Vater begnadigen
Der 45-jährige Flávio Bolsonaro will hart gegen die Kriminalität im Land vorgehen und eine halbe Million zusätzliche Haftplätze in Brasiliens Gefängnissen schaffen. Außerdem hat er angekündigt, die Staatsausgaben zurückzufahren. Im Falle seiner Wahl will der Politikerspross außerdem seinen Vater und die anderen Teilnehmer des Putschversuchs gegen Lula begnadigen.
Jair Bolsonaro hatte die Präsidentschaftswahl 2022 knapp gegen Lula verloren, Tausende seiner Anhänger stürmten daraufhin das Regierungsviertel in Brasília. Ein Gericht verurteilte den Ex-Präsidenten wegen eines geplanten Staatsstreich zu 27 Jahren Gefängnis. Aus gesundheitlichen Gründen befindet sich der 71-Jährige derzeit im Hausarrest.


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