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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayErneut lässt der US-Präsident die Ukraine im Stich. Es ist gleichsam ein Ausdruck von politischer Inkompetenz wie Empathielosigkeit.
Es ist gerade einmal ein Jahr her, da hatte sich Donald Trump nichts sehnlicher gewünscht als den Friedensnobelpreis. Der US-Präsident hatte regelmäßig damit geprahlt, wie viele Kriege er angeblich schon beendet habe. Dazu präsentierte er pünktlich zur Vergabe noch ein wackliges Friedensabkommen im Nahostkonflikt, das bis heute die israelische Armee nicht von Bombardements im Gazastreifen abhält.
Trump ging bei Preisvergabe leer aus – und ein Jahr später scheint er kaum einen Gedanken mehr an Frieden zu verschwenden. So lässt sich zumindest sein Handeln im Ukraine-Krieg deuten: Statt ihn zu beenden, facht er ihn weiter an. Er ermöglicht Russland etwa wieder den Verkauf von Diesel.
Im Gegenzug ging er auf Distanz zur Ukraine: Laut Medienberichten wurde mit dem Ende von Waffenverkäufen und der Weitergabe von Geheimdienstinformationen gedroht. Zwischenzeitlich funktionierte der Satellitendienst Starlink nicht mehr richtig – angeblich kam der Befehl dafür direkt aus dem Weißen Haus.
Trumps Handeln ist gleichermaßen ein Ausdruck politischer Inkompetenz wie Empathielosigkeit. Dem Frieden wird er mit seinem Handeln nicht näherkommen, im Gegenteil: Seine Entscheidungen werden noch mehr Menschenleben in der Ukraine kosten, weil er damit den Kreml motiviert, militärisch weiter zu eskalieren.
Es ist offensichtlich, warum Trump der Ukraine wieder in den Rücken fällt. Der US-Präsident sucht vor den heimischen Zwischenwahlen einen Sündenbock, um die hohen Energiepreise in den USA zu erklären. Trump macht dafür die ukrainischen Angriffe auf russische Energieanlagen verantwortlich.
Nichts an dieser Erzählung entspricht der Wahrheit. Die Einfuhr von russischem Öl oder Flüssiggas in die USA ist schon seit 2022 gesetzlich verboten. Und die Energiekosten sind dort erst seit Anfang 2026 in die Höhe geschossen, seit Trump sich auf das Himmelfahrtskommando eingelassen hat, den Iran anzugreifen.
Kaum Erfolgsaussichten
Das politische Versagen der USA im Iran ist mit dem in der Ukraine verknüpft. Im Nahen Osten findet Trumps Regierung keinen Ausweg aus der hausgemachten Misere. Dadurch fehlt es den USA an Ressourcen und am politischen Willen, die Ukraine in ihrer Abwehr gegen Russland zu unterstützen. Deshalb spielt Trump jetzt den einen Krieg gegen den anderen aus.
Erfolgversprechend ist auch das nicht. Die angekündigten Dieselmengen reichen bei Weitem nicht aus, um die aktuelle Krise zu meistern. Und vor den US-Zwischenwahlen zeigen etliche Umfragen, dass Trump massiv an Vertrauen verloren hat – und das vor allem in Wirtschaftsfragen. Ein Feld, bei dem der Präsident und seiner Partei traditionell mehr Kompetenz zugeschrieben wird als den Demokraten.
Doch es sind nicht die Amerikaner, die am meisten unter der Inkompetenz ihres Präsidenten leiden werden. Die Bürger der USA müssen Trumps Versagen mit immer mehr Geld an den Zapfsäulen bezahlen. In der Ukraine kosten Trumps Fehler Menschenleben.
Gegenteil wäre nötig
Ohne die Informationen der US-Geheimdienste dauert es länger, bis die Ukraine einen russischen Angriff erkennt. Ohne die US-Waffenlieferungen fehlen ihr Raketen, um eine solche Attacke abzufangen. Und ohne Starlink ist Kommunikation innerhalb des ukrainischen Militärs deutlich eingeschränkter und erschwert eigene Drohnenangriffe.
Um den Krieg zu beenden, wäre stattdessen das exakte Gegenteil nötig: Die USA müssten die Ukraine so unterstützen, dass das Land gegenüber Russland militärisch die Oberhand gewinnt. Denn nur dann dürfte Putin überhaupt für Zugeständnisse in Friedensverhandlungen bereit sein.
Einladung zum G20-Gipfel
Doch diesen Schritt ist die US-Regierung nicht bereit zu gehen. Und man sollte mittlerweile die Hoffnung begraben, dass Trump im Umgang mit Russland tatsächlich lernfähig ist. Im Dezember will er im heimischen Miami Putin nach Jahren wieder als Gast auf dem G20-Gipfel empfangen.
Vor wenigen Wochen wurde das noch mit gutem Willen als letzter Versuch gedeutet, den russischen Präsidenten von einer diplomatischen Lösung mit der Ukraine zu überzeugen. Aus heutiger Sicht wirkt es eher so, als wolle Trump Russland weiter aus seiner politischen Isolation befreien, während der Krieg in der Ukraine einfach weitergeht.


2 days ago
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