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Selenskyj: "Wir setzen den Druck an der Front fort"
Aktualisiert am 18.10.2026 - 22:02 UhrLesedauer: 27 Min.

Ukrainischer Soldat bereitet in der Region Donezk eine Kamikazedrohne vor: "Mehr Gebiet befreit, als die Russen erobern konnten." (Quelle: IMAGO/Dmytro Smolienko / Ukrinform / Avalon)
Der ukrainische Präsident widerlegt angebliche russische Fortschritte an der Front. In Litauen ist eine Drohne niedergegangen. Alle Nachrichten im Newsblog.
Sonntag, 18. Oktober
Selenskyj: "Wir setzen den Druck an der Front fort"
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in seiner abendlichen Videoansprache über Erfolge der Bodentruppen im Kampf gegen russische Streitkräfte im Osten des Landes gesprochen. "Wir setzen den Druck an der Front fort", sagte er. "Der Trend hält in diesem Jahr an: Seit Beginn des Herbstes haben unsere Soldaten mehr Gebiet befreit, als die Russen erobern konnten."
"Dobropillja, Kostjantyniwka, Oleksijewe-Druschkiwka, Orichiw, Nowopawliwka, Nowoandrijiwka und Welykomychajliwka stehen alle unter ukrainischer Kontrolle", sagte Selenskyj über die Abwehr russischer Angriffe. "Auch die Gebiete in der Nähe von Kramatorsk verteidigen wir." Die Ukraine hat in diesen Orten eine Art Festungsgürtel errichtet, um einen russischen Vormarsch zu verhindern. Darüber hinaus seien russische Truppen in der Region Saporischschja zurückgedrängt worden, sagte Selenskyj. Dies war zuletzt auch vom US-Institut für Kriegsstudien (ISW) bestätigt worden.
Damit widerlegten sowohl Selenskyj als auch das ISW Behauptungen von Kremlchef Putin über angebliche Erfolge russischer Truppen in der Oblast Saporischschja. Das Institut hatte dazu vor einigen Tagen bemerkt, dass diese Behauptungen Putins so weit von der Realität entfernt seien, "dass sie wie Halluzinationen anmuten".
Vorbereitung eines Angriffs? Russisches Manöver im All alarmiert Experten
Seit 2022 versorgt ein Satellit der Firma Iceye die Ukraine mit wichtigen Informationen. Nun nähert sich ein russischer Satellit gefährlich an. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.
Selenskyj: USA liefern wieder Geheimdienstdaten
Die USA versorgen die Ukraine nach einer kurzen Unterbrechung wieder mit wichtigen Geheimdienstinformationen zur Abwehr russischer Raketenangriffe. Dies sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit dem US-Sender NBC. Der Austausch von Geheimdienstinformationen sei unterbrochen, aber später wieder "freigegeben" worden. "Wir sind dafür sehr dankbar", sagte Selenskyj. "Jetzt funktioniert es."
Die Ukraine ist auf die US-Informationen angewiesen, um die schnell fliegenden ballistischen Raketen zu orten, die Russland in Wellen auf ihre Städte abfeuert. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang der Woche erklärt, Washington teile weiterhin Geheimdienstinformationen. Dies geschah, obwohl ukrainische Vertreter sagten, einige russische Angriffe seien ohne Vorwarnung erfolgt.
Die Vorgänge nährten in der Ukraine Befürchtungen, die USA könnten die Unterstützung auf dem Schlachtfeld reduzieren, um Kiew zu Zugeständnissen zu zwingen. Präsident Donald Trump hatte vor einigen Tagen Sanktionen gegen russischen Diesel aufgehoben und Selenskyj öffentlich kritisiert. Die Ukraine wirft zudem dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX vor, die Nutzung des Satellitennetzwerks Starlink eingeschränkt und damit die eigene Drohnenabwehr sowie die Luftverteidigung geschwächt zu haben.
Drohne verletzt Nato-Luftraum – Eurofighter steigen auf
In Litauen ist eine Drohne in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingeflogen und abgestürzt. Nach Angaben von Verteidigungsminister Robertas Kaunas ist der unbemannte Flugkörper vermutlich aus dem benachbarten Polen kommend im Norden des Landes zu Boden gegangen. Trümmerteile haben dabei ein fahrendes ziviles Fahrzeug beschädigt. Verletzt worden sei bei dem Vorfall niemand, sagte der Leiter des nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, im litauischen Radio.
Die Behörden hatten die Bevölkerung mehrerer Regionen im Norden des Landes über eine mögliche Bedrohung aus der Luft alarmiert. Auch im benachbarten Lettland wurden die Bewohner in einigen an Litauen grenzenden Regionen gewarnt. Nato-Kampfjets sind aufgestiegen, um das Flugobjekt zu identifizieren. Aufgrund der Wetterbedingungen sei aber kein Sichtkontakt möglich gewesen, teilte Kaunas mit. Der Minister sagte weiter, er habe Polen eine gemeinsame Untersuchung des Vorfalls vorgeschlagen.
Ein Nato-Vertreter bestätigte, dass zwei italienische Eurofighter in Reaktion auf eine Drohne über litauischem Luftraum im Einsatz waren. Die Flugzeuge operierten unter Nato-Kommando. Eine Untersuchung sei im Gange, die Nato stehe in engem Kontakt mit den litauischen Behörden, sagte der Sprecher. Nach Angaben von Vitkauskas wurden bereits einige Trümmer und Teile des Flugobjekts gefunden. Noch sei aber unklar, ob die Drohne Sprengstoff enthielt. Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in Litauen und den beiden anderen Baltenstaaten Estland und Lettland gegeben.
Tote in Saporischschja und Poltawa bei russischen Angriffen
Bei russischen Luftangriffen sind in der Ukraine mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei Attacken auf die Stadt Saporischschja im Südosten des Landes wurde der Militärverwaltung zufolge eine Frau getötet und eine weitere Frau sowie ein kleines Mädchen verletzt. Den Angaben nach wurden zwei Mehrfamilienhäuser, 18 Autos und eine Bildungseinrichtung beschädigt. Zum eingesetzten Waffentyp machten die Behörden keine Angaben.
In der zentralukrainischen Großstadt Poltawa gab es nach Behördenangaben Drohnenangriffe. Eine Frau sei getötet und vier weitere Menschen seien verletzt worden, teilte Militärverwaltungschef Witalij Djakiwnytsch bei Telegram mit. Demnach wurden in der Stadt neun Wohnhäuser beschädigt, teils durch abgestürzte Drohnentrümmer.
In der westukrainischen Region Winnyzja führten russische Drohnenangriffe auf die kritische Infrastruktur zudem der Militärverwaltung zufolge zu Stromausfällen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte das russische Militär insgesamt bei seinen Angriffen 180 Kampfdrohnen ein, von denen 152 abgefangen werden konnten. Einschläge habe es an 20 Orten gegeben.
Ukraine greift Ölhafen in Sankt Petersburg an
Die russischen Behörden haben einen massiven ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Sankt Petersburg gemeldet. Der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, schrieb im Onlinedienst Telegram, 126 Drohnen seien abgeschossen worden. Trümmer seien auf Wohnhäuser, Autos und Stromleitungen gestürzt und hätten Stromausfälle verursacht. "Ein großangelegter Angriff mit UAVs (unbemannten Luftfahrzeugen) wird weiterhin abgewehrt", schrieb Drosdenko.
Im Video | Selenskyj trotz Trump-Ansage
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Der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow, teilte mit, der ukrainische Angriff habe ein Feuer im Sankt Petersburger Öllager ausgelöst, das bereits im Juni getroffen worden war. "Die Luftverteidigungssysteme sind im Einsatz", schrieb Beglow auf Telegram. "Aus Sicherheitsgründen" sei der Betrieb am Petersburger Flughafen Pulkowo eingeschränkt worden. Passagiere und Mitarbeiter wurden an sichere Orte gebracht. Auch ein Rechenzentrum sei Ziel von Angriffen geworden.


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