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Russland bestellt deutschen Botschafter ein – Grund unbekannt
Aktualisiert am 13.07.2026 - 16:19 UhrLesedauer: 6 Min.

Alexander Graf Lambsdorff: Der deutsche Botschafter ist in Moskau einbestellt worden. (Quelle: Sergei Bobylev/imago-images-bilder)
Eine russische Shahed-Drohne ist in Moldau abgestürzt. Der Kreml bestellt den deutschen Botschafter ein. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Montag, 13. Juli
Russland bestellt deutschen Botschafter ein
Der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff ist ins russische Außenministerium einbestellt worden. Das Ministerium informierte in den sozialen Netzwerken über die Einbestellung, nannte aber keinen Grund. Lambsdorff, der immer wieder den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert hatte, verabschiedet sich an diesem Dienstag aus Moskau, um seinen neuen Posten als Botschafter in Israel anzutreten. Neuer deutscher Botschafter in Russland wird Clemens von Goetze.
Zuletzt hatte das Ministerium Lambsdorff im April einbestellt – wegen angeblicher Kontakte von deutschen Politikern zu Terrororganisationen. Das Auswärtige Amt in Berlin nannte die Einbestellung des Botschafters eine "völlig haltlose Maßnahme". Die deutsch-russischen Beziehungen sind wegen Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine sehr angespannt.
Einbestellungen dienen als diplomatisches Mittel, wenn Staaten ihren Unmut über Handlungen oder Haltungen anderer Länder äußern wollen. Auch der russische Botschafter wurde am Montag ins Auswärtige Amt in Berlin einbestellt wegen schwerer Cyberangriffe, die dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB zugeschrieben wurden.
EU und Großbritannien verhängen Sanktionen gegen Russland
Die EU und Großbritannien haben wegen einer Reihe von Cyberangriffen miteinander abgestimmte neue Sanktionen gegen Russland verhängt. Die EU setzte am Montag neun Menschen und vier Einrichtungen auf ihre Sanktionsliste, Großbritannien 24 Personen und Einrichtungen. Betroffen sind unter anderem hochrangige Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU und mutmaßliche Cyberkriminelle, die mit staatlichen Stellen zusammenarbeiten. In Berlin bestellte das Auswärtige Amt den russischen Botschafter wegen der Cyberangriffe ein.
Nach Angaben aus Brüssel und London handelt es sich um das erste gemeinsame Sanktionspaket von EU und Großbritannien, speziell wegen Cyberangriffen. Die Maßnahmen umfassen Vermögenssperren und Einreiseverbote. Unter den Betroffenen ist auch eine Gruppe, die sich zu Destabilisierungsaktionen gegen die Olympischen Spiele 2024 in Paris bekannt hatte.
Erstmals machten EU und Großbritannien gemeinsam das 16. Zentrum des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB für einen versuchten Angriff auf wichtige Infrastruktur in Polen verantwortlich. Der unter anderem gegen das polnische Stromnetz gerichtete Angriff sei gescheitert, hätte nach britischen Angaben aber mitten im Winter bis zu 500.000 Menschen von der Stromversorgung abschneiden können. Nach EU-Angaben richtet sich die seit Jahren laufende russische Kampagne aus Cyberangriffen auch gegen Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Österreich, Finnland, Rumänien, die Slowakei und Zypern.
Regierungsumbau: Selenskyj lässt die Ukraine rätseln
Der geplante Regierungsumbau in Kiew kommt auch für die Ukrainer überraschend. Hat Selenskyj neue Aufgaben für seine bisherige Regierungschefin? Lesen Sie hier mehr dazu.


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