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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayDie ungelöste Krim-Frage
Experte warnt vor zwei Jahrzehnten Konfrontation mit Russland
20.10.2026 - 10:47 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein russischer Soldat feuert eine Haubitze ab (Archivbild): Laut einem Russlandexperten könnte die Konfrontation mit Europa auch Putin überdauern. (Quelle: IMAGO/Sergey Bobylev)
Selbst ein Ende des Ukraine-Kriegs dürfte Europa und Russland kaum versöhnen, warnt ein Experte. Er rechnet mit Jahrzehnten der Konfrontation.
Ein Gedankenspiel: Gäbe es in Russland einen neuen Kremlchef, könnte er den Krieg beenden und trotzdem an einer fundamentalen Frage scheitern: "Wem gehört die Krim?" Erkennt er die Halbinsel als russisch an, wäre eine Annäherung an Europa nur schwer möglich. Nennt er sie ukrainisch, könnte ihn diese Antwort im eigenen Land die politische Unterstützung kosten.
Für den Russlandexperten Arkady Moshes zeigt dieses Dilemma, wie verhärtet die Fronten inzwischen sind. Der Forschungsdirektor am Finnischen Institut für Internationale Angelegenheiten hält eine Aussöhnung zwischen Europa und Russland in den kommenden 20 Jahren für äußerst unwahrscheinlich. In einer am Montag veröffentlichten Analyse für "Carnegie Politika", das Osteuropa-Magazin des US-amerikanischen Carnegie Endowment for International Peace, schreibt er: "Es gibt keine realistische Chance für einen diplomatischen Neuanfang."
Unterdessen unternimmt Washington einen neuen Anlauf für Verhandlungen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters will der US-Sondergesandte Steve Witkoff diese Woche zunächst in Norwegen über ein Ende des Ukraine-Kriegs sprechen und anschließend nach Russland reisen. Dort ist ein Treffen mit Präsident Wladimir Putin vorgesehen. Die Pläne könnten sich noch ändern.
Doch auch wenn die Gespräche erfolgreich verliefen, wäre damit nach Moshes' Einschätzung längst nicht alles gelöst.
Warum ein Waffenstillstand nicht reichen könnte
Denn die wichtigsten Streitfragen zwischen Europa und Russland blieben auch nach einem Ende der Kämpfe bestehen. Europa werde Garantien verlangen, dass Russland die Ukraine nicht erneut angreift. Hinzu kämen Forderungen nach Entschädigungen für die Zerstörungen und nach einer juristischen Aufarbeitung der Kriegsverbrechen. Moskau aber werde sich kaum wie ein besiegter Staat behandeln lassen.
Erschwert würde eine Annäherung auch durch das tiefe Misstrauen der Staaten an der östlichen EU- und Nato-Grenze. Ihre Warnungen vor Russlands Expansionspolitik seien vor dem Überfall auf die Ukraine lange ignoriert worden, argumentiert Moshes. Gerade deshalb würden sie künftige Verhandlungen entscheidend mitprägen.
Auch wirtschaftlich gibt es dem Experten zufolge keinen einfachen Weg zurück. Europa habe seine Abhängigkeit von russischer Energie weitgehend überwunden. Unternehmen hätten Geschäfte verloren; laut Moshes könnte es Jahrzehnte dauern, bis das Vertrauen in Russland als Wirtschaftspartner wiederhergestellt ist. Auch die westlichen Sanktionen werden nach Ansicht des Forschers nicht rasch verschwinden.


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