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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayRund 3,4 Millionen Bürger im multiethnischen Bosnien und Herzegowina wählen die Staatsspitze. Die Führung des serbischen Landesteils strebt die Abspaltung von Bosnien an.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, KNA, tw Aktualisiert am 4. Oktober 2026, 12:10 Uhr
Die Wahlen in Bosnien und Herzegowina haben begonnen. Die Bürgerinnen und Bürger stimmen dort über das zentrale Parlament und die beiden regionalen Parlamente des Landes ab, das aus zwei Teilstaaten besteht: der serbischen Republika Srpska und der kroatisch-muslimischen Föderation Bosnien und Herzegowina. Auch die Präsidenten der Teilrepubliken und das dreiköpfige Staatspräsidium des Zentralstaats werden neu gewählt.
Die Präsidentschaft setzt sich aus einem Kroaten, einem bosnischen Muslim und einem Serben zusammen. Um 19 Uhr (MESZ) werden die Wahllokale schließen. Am Abend werden dann erste Ergebnisse erwartet. Rund 3,4 Millionen Menschen sind dazu aufgefordert, ihre Stimme abzugeben.
Bei dieser Wahl müssen sich die Menschen erstmals biometrisch ausweisen. Außerdem werden ihre ausgefüllten Stimmzettel sofort eingescannt und elektronisch erfasst. In der Vergangenheit kam es wiederholt zu Unregelmäßigkeiten bei Wahlen in Bosnien und Herzegowina. Ihr ordnungsgemäßer Ablauf ist ein wichtiges Kriterium für einen möglichen EU-Beitritt des Landes.
Serbischer Landesteil strebt Abspaltung an
Bei den Wahlen wird mit Spannung darauf geblickt, ob sich der Präsidentschaftskandidat der bisherigen Opposition, Branko Blanuša, in der serbischen Teilrepublik gegen den bisherigen Ministerpräsidenten Savo Minić durchsetzen kann. Minić wird von Milorad Dodik unterstützt, der im vergangenen Jahr als Präsident der Teilrepublik Srpska abgesetzt wurde, weil er seine Befugnisse überschritten hatte.
Bosnien und Herzegowina ist seit Ende 2022 Kandidat für eine EU‑Mitgliedschaft. Die gegenwärtige Führung des serbischen Landesteils unter Minić strebt allerdings die Abspaltung von Bosnien an, was von der EU abgelehnt wird. Dodik forderte während seiner Präsidentschaft ebenfalls regelmäßig die Abspaltung und Angliederung an Serbien. Er gilt weiterhin als einflussreiche politische Figur in der Republik Srpska.
Das komplexe politische System des Landes ging aus dem Dayton-Abkommen von 1995 hervor, mit dem der Bürgerkrieg der 1990er-Jahre beendet worden war. Immer wieder gibt es in dem Balkanstaat Spannungen zwischen den Nationalparteien der mehrheitlich muslimischen Bosniaken, die etwa die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, den orthodoxen Serben, die ein Drittel ausmachen, und den katholischen Kroaten, die 15 Prozent der Bevölkerung ausmachen.


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