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Holocaustüberlebende: Zeitzeugin Irene Butter ist gestorben

2 hours ago 7

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Irene Butter überlebte das KZ Bergen-Belsen und sprach jahrzehntelang über die Verbrechen der Nazis. Sie ist im Alter von 95 Jahren gestorben.

Quelle: DIE ZEIT, KNA, Aktualisiert am 4. Oktober 2026, 12:15 Uhr

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Irene Butter Holocaust USA Bundesverdienstkreuz
Irene Butter ist im Alter von 95 Jahren gestorben. © Stephan Wallocha/​IMAGO

Die Holocaustüberlebende Irene Butter ist tot. Laut einem Bericht des NDR starb die gebürtige Berlinerin in den USA im Kreis ihrer Familie und ihrer Freunde. Sie wurde 95 Jahre alt.

Kultustaatsminister Wolfram Weimer zeigte sich von Butters Tod betroffen. »Mit Irene Butter verlieren wir eine beeindruckende Stimme der Erinnerung und eine unermüdliche Kämpferin für den Frieden«, sagte Weimer. Sie habe sich jahrzehntelang für Aufklärung, Frieden und Verständigung eingesetzt. »Ihr Mut, ihre Stimme zu erheben und ihre persönliche Geschichte als Jüdin zu erzählen, ist von unschätzbarem Wert.«

Irene Butter wurde 1930 als Irene Hasenberg in Berlin geboren. 1937 floh ihre Familie vor den Nazis nach Amsterdam – in das gleiche Viertel, in dem auch Anne Frank mit ihrer Familie lebte. Nach dem Einmarsch der Deutschen wurde sie ins Konzentrationslager Bergen-Belsen verschleppt, wo auch Anne Frank ermordet wurde.

Ein ecuoadorianischer Pass rettete ihr das Leben

In Amsterdam hatte sich herumgesprochen, die Nazis würden Juden mit ausländischer Staatsbürgerschaft gegen deutsche Gefangene im Ausland austauschen. Über einen Kontaktmann in Schweden besorgte Butters Vater daraufhin ecuadorianische Pässe – mit denen die Familie letzten Endes tatsächlich ausreisen konnte. Der verletzte Vater selbst starb auf dem Weg in die Schweiz.

1945 reiste Butter in die USA aus und wurde später Professorin für Wirtschaftswissenschaften in Michigan. Lange sprach sie nicht über ihre Vergangenheit. Erst während einer Gesprächsrunde über Anne Frank änderte sie ihre Meinung. Dort habe sie ihre »Verantwortung erkannt und angefangen zu reden«, hatte Butter später gesagt.

Jahrzehntelang erzählte sie vor allem Schülerinnen und Schülern in den USA und in Deutschland ihre Geschichte. Für ihr Engagement wurde sie im Jahr 2024 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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