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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayIsrael spricht nach der Notlandung eines Flugzeugs auf dem Weg nach Tel Aviv von einem versuchten Anschlag. Die Passagiere sind inzwischen in Israel angekommen.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters, mns 30. September 2026, 21:33 Uhr
Eine Maschine der Fluggesellschaft Flydubai musste auf dem Weg nach Israel in Saudi-Arabien notlanden. Im Cockpit des Flugzeugs soll einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen eingestochen haben. Den Passagieren gelang es, den Angreifer zu überwältigen, und die Maschine konnte sicher in Saudi-Arabien notlanden. Das Motiv des Angreifers ist unklar.
Alle Fragen im Überblick:
Was ist über den Vorfall bekannt?
Es handelte sich um den Flydubai-Flug FZ1073, der auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv war. Das Flugzeug war am Morgen um 07.05 Uhr Ortszeit in Dubai abgehoben und verlor nach rund zwei Stunden Flug plötzlich an Höhe. Daten der Website Flightradar zufolge sackte die Maschine innerhalb einer Minute abrupt von einer Flughöhe von fast 34.000 Fuß auf weniger als 17.000 Fuß ab.
Gegen 8.44 Uhr sendete die Maschine ein Notsignal, um 9.45 Uhr landete sie auf dem Flughafen Tabuk in Saudi-Arabien. Aus dem Flugzeug soll zunächst der Code 7700 abgesetzt worden sein, der auf eine Notlage hinweist, und anschließend der Code 7500, der zur Meldung einer Flugzeugentführung verwendet wird.
Die Airline bestätigte eine Auseinandersetzung im Cockpit von der Maschine. Nach Angaben des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu hat einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen eingestochen, als die Maschine sich Israel näherte. Das israelische Nachrichtenportal Ynet berichtete, die Maschine sei zu Beginn des Vorfalls steil in die Tiefe geflogen.
Nach Angaben von Israels Verteidigungsminister Israel Katz gelang es Passagieren, den Angreifer zu überwältigen. Diese Schilderung bestätigte auch Netanjahu. Er berichtete von einem Telefongespräch mit einem Passagier. Diesem sei es gemeinsam mit einem Besatzungsmitglied gelungen, in das Cockpit vorzudringen. Gemeinsam hätten sie den Angreifer ausgeschaltet, während dieser versucht habe, die Bordgeräte zu beschädigen.
Netanjahu zufolge öffnete der bereits angegriffene Pilot die Tür zum Cockpit, wodurch die beiden den Angreifer aufhalten konnten. Der verletzte Kapitän habe es dadurch »Passagieren und Besatzungsmitgliedern ermöglicht, den Angreifer zu überwältigen«, schrieb Netanjahu auf der Plattform X. Aus Sicherheitsgründen wird die Cockpit-Tür in allen kommerziellen Flugzeugen während des Flugs verriegelt. Das ist seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA Standard.
Gelandet wurde das Flugzeug israelischen Behörden zufolge von einem zweiten Paar Piloten von Flydubai, das sich an Bord befand.
Wie erlebten die Passagiere den Vorfall?
Eine Israelin sagte dem TV-Sender N12, unter den Passagieren habe große Angst geherrscht, es habe »Schreie und Panik« gegeben. »Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer«, sagte sie. Eine weitere Passagierin berichtete dem Sender ebenfalls von Schreien im Flugzeug. Sie habe zudem viel Blut im Cockpit gesehen. »Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden.«
Ein Video, das während des Sturzflugs aufgenommen wurde, zeigt die verängstigten Passagiere. »Was ist passiert?«, fragt eine Frau in dem Video immer wieder auf Hebräisch und schluchzt dabei verzweifelt. Über Lautsprecher werden die Passagiere dazu aufgefordert, sitzenzubleiben.
Was passierte nach dem Vorfall mit den Passagieren?
An Bord der Maschine waren 174 Passagiere, der Großteil davon Israelis. Die Passagiere wurden laut dem israelischen TV-Sender N12 nach der Landung zunächst angewiesen, sitzenzubleiben und das Flugzeug nicht zu verlassen.
Am späten Nachmittag wurden die Passagiere dann laut Medienberichten mit einem Ersatzflugzeug zurück nach Tel Aviv gebracht. Am Flughafen wurden sie teilweise von Angehörigen in Empfang genommen. Pilot und Co-Pilot wurden dagegen von Bord gebracht. Beide wiesen Verletzungen auf und kamen nach Angaben des Flughafens Tabuk in ein Krankenhaus. Der Angreifer wurde nach Angaben Netanjahus festgenommen und von den saudi-arabischen Sicherheitsbehörden befragt.
Was weiß man über die Hintergründe der Tat?
Die israelische Regierung geht nach eigenen Angaben von einem versuchten Anschlag aus. Was genau der Angreifer plante, ist derzeit noch unklar. Netanjahu sagte, der Mann habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen. Diese Information wurde bislang nicht durch Ermittlungsbehörden bestätigt. Unklar ist ebenfalls, wie es dem Angreifer gelungen war, ein Messer an Bord zu bringen. Auch Piloten müssen sich an Flughäfen eigentlich einer Sicherheitskontrolle unterziehen, bevor sie ein Flugzeug besteigen.
Über das Motiv des Angreifers gibt es ebenfalls noch keine Details. Verteidigungsminister Katz sprach von einem versuchten »dschihadistischen Anschlag«, erläuterte aber nicht, worauf er die Einordnung stützt. Einem Medienbericht zufolge handelt es sich nach israelischer Einschätzung um einen Einzeltäter. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass ein Staat oder eine Terrororganisation Drahtzieher des Vorfalls sein könnte, berichtete der israelische TV-Sender Kan unter Berufung auf israelische Sicherheitskreise. Ynet berichtete, der tatverdächtige Co-Pilot stamme aus dem Oman. Dafür gab es aber zunächst keine offizielle Bestätigung. Der angegriffene Pilot stammt den Angaben zufolge aus Indien.
Welche Reaktionen gibt es?
Israels Regierungschef drückte seine Hochachtung aus »gegenüber den Helden, die außergewöhnliche Geistesgegenwart und Wagemut« gezeigt hätten. »Sie haben viele Leben gerettet, sie haben eine schwere Katastrophe verhindert«, sagte Netanjahu. Die indische Botschaft in Saudi-Arabien teilte mit, dass der verletzte indische Pilot nach derzeitigem Kenntnisstand in stabilem Zustand sei. Man werde weitere Updates zu seinem Gesundheitszustand geben.
Auch Außenminister Johann Wadephul äußerte sich zu dem Vorfall. Er sei erleichtert über den Ausgang des gewaltsamen Vorfalls im Cockpit, teilte der CDU-Politiker nach einem Telefonat mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar mit. Er fügte hinzu: »Ich bin zutiefst erleichtert darüber, dass die versuchte Entführung und womöglich noch weit Schlimmeres verhindert werden konnte.« Wadephul bezeichnete den Vorfall als schweren Angriff auf die zivile Luftfahrt.
Die Fluggesellschaft FlyDubai bat »alle Beteiligten dringend, von voreiligen Spekulationen abzusehen, während die Behörden den Sachverhalt aufklären«, wie ein Sprecher der Fluggesellschaft mitteilte. Die Airline hat vorerst alle Flüge von und nach Israel ausgesetzt. Die Flüge würden für die Dauer von Ermittlungen gestoppt, teilte die Airline mit.
In der gesamten Region verschärft der Vorfall die Sorgen um die Flugsicherheit. Die israelischen Behörden teilten mit, dass man die Kontrollen von Piloten ausländischer Airlines verschärfen werde. »Wir werden die Identität jedes Piloten kennen, der nach Israel fliegt, und eine Art Sicherheitsüberprüfung vornehmen«, sagte Regierungssprecher Doron Spielman.


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