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Iran sieht Abkommen weitgehend finalisiert – Vorwürfe an Trump
Aktualisiert am 12.06.2026 - 10:28 UhrLesedauer: 19 Min.

Donald Trump (Archivbild): Der US-Präsident ändere seine Positionen stetig, klagt der Iran. (Quelle: Mark Schiefelbein/AP/dpa/dpa-bilder)
Trump sagt Angriffe plötzlich ab. Der Iran sieht eine Einigung greifbar nahe. Die Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 12. Juni
Iran spricht von unterschriftsreifem Abkommen
Nachdem US-Präsident Donald Trump am Donnerstag ein baldiges Rahmenabkommen mit dem Iran in Aussicht gestellt hatte, spricht auch das Regime in Teheran von einem möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss. Ein entsprechender Text sei überwiegend finalisiert, sagte der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai nach Angaben der staatlichen Agentur Irna am Donnerstagabend in einem TV-Programm.
Zugleich drückte Baghai erneut fehlendes Vertrauen Teherans in Washington aus. Das Problem sei, dass die US-Seite ihre Positionen immer wieder verändere, sagte Baghai demnach weiter. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete in der Nacht zum Freitag, das Abkommen sei bisher nicht endgültig bestätigt. Es handle sich um einen 14 Punkte umfassenden Text.
Bei dem jetzt diskutierten Dokument geht es Berichten zufolge zunächst um ein Rahmenabkommen, mit dem die Grundlage für weitere Gespräche zwischen den USA und dem Iran gelegt werden soll. Mit dem Rahmenabkommen könnte aber bereits etwa die für den Handel wichtige Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet werden. Der Iran hatte zuletzt Pläne, eine Gebühr für die Durchfahrt der Passage zu erheben.
Insider: US-Militär schießt zwei iranische Drohnen ab
Das US-Militär hat einem Insider zufolge zwei iranische Angriffsdrohnen abgeschossen. "Der Schiffsverkehr durch die Meerenge läuft weiter", erklärte der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Der Iran versuche offenbar, Handelsschiffe bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus anzugreifen.
Iranische Medien: Einsatzkräfte stoppen Tanker vor Straße von Hormus
Iranische Einsatzkräfte verwehren staatlichen Medien zufolge einem Tanker die Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Die regimenahe Nachrichtenagentur Fars berichtet unter Berufung auf einen ihrer Reporter, man habe dem Tanker die Passage verweigert, da dieser sich im Vorfeld nicht abgestimmt und vorschriftswidrig gehandelt habe. Kurz zuvor gab es in der nahegelegenen Hafenstadt Bandar Abbas zwei Explosionen, deren Ursache staatlichen Medien zufolge zunächst unklar war.
Israel: Haben Zusicherung von Trump zu US-Iran-Deal bekommen
Angesichts einer möglichen Einigung der USA mit dem Iran auf ein Rahmenabkommen hat die israelische Regierung nach eigenen Angaben von Washington die Zusicherung bekommen, dass israelische Sicherheitsinteressen bei einem späteren Deal berücksichtigt werden. Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte am späten Abend mit, US-Präsident Donald Trump habe zugesagt, dass ein endgültiges Abkommen mit Teheran die Entfernung des vom Iran angereicherten Urans sowie den Abbau der iranischen Anlagen zur Urananreicherung umfassen werde.
Trump habe Netanjahu auch zugesichert, dass eine Vereinbarung auch die iranische Raketenproduktion einschränken sowie Teherans Unterstützung von Stellvertretern in der Region beenden werde. Gemeint sind damit unter anderem die palästinensische Terrororganisation Hamas sowie die libanesische Hisbollah-Miliz.
Den Angaben zufolge sprachen Trump und Netanjahu am Abend miteinander über eine "sich abzeichnende Absichtserklärung" zwischen den USA und dem Iran zur Aufnahme von Verhandlungen. Israel sei daran nicht beteiligt, stellte Netanjahus Büro klar.
Donnerstag, 11. Juni
Trump: Könnten Iran-Deal in Europa unterzeichnen
Donald Trump hat erneut Hoffnungen auf ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran geweckt und als Ort für eine mögliche Unterzeichnung Europa ins Spiel gebracht. Dokumente würden noch finalisiert, sagte Trump im Oval Office vor Reportern. Das sollte in den nächsten Tagen passieren. Wahrscheinlich werde es eine Unterzeichnung geben – "vielleicht in Europa". Einen genauen Ort oder ein Land nannte Trump nicht. Kurz darauf sagte er, vielleicht werde die Unterzeichnung schon am Wochenende vollzogen. Er selbst werde dann nicht dabei sein können, dafür aber Vize-Präsident JD Vance.
Trump sagte auf Nachfrage, nach "seinem Verständnis" habe das iranische Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei bereits zugestimmt. Das Rahmenabkommen umfasse unter anderem eine sofortige Öffnung der Straße von Hormus sowie das Ende der US-Seeblockade.
Trump feiert am Sonntag (14. Juni) in Washington seinen 80. Geburtstag. Danach will er zum G7-Gipfel nach Frankreich fliegen. Im französischen Kurort Évian am Genfer See kommt die Gruppe führender demokratischer Wirtschaftsmächte, zu der die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan sowie die Europäische Union gehören, vom 15. bis zum 17. Juni zusammen.
Angebliche Einigung: Iran und Israel widersprechen Trump
Der Iran hat nach eigenen Angaben noch keine endgültige Entscheidung über ein Abkommen mit den USA getroffen. "Bislang ist der Iran zu keiner abschließenden Entscheidung über das Abkommen gelangt", sagte am Freitagmorgen der Sprecher des Außenministeriums, Esmail Bakaei, gegenüber iranischen Medien. Er widersprach damit Angaben von US-Präsident Donald Trump.
Trump hatte zuvor verkündet, dass mit Teheran eine "großartige Vereinbarung" für ein Ende des Iran-Krieges erzielt worden sei. Diese sei das Ergebnis von Gesprächen mit "der höchsten Ebene der iranischen Führung". Zeit und Ort der Unterzeichnung des Abkommens würden "in Kürze bekanntgegeben", kündigte der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social an
Trump bläst für heute geplante Angriffe auf Iran plötzlich ab
US-Präsident Donald Trump hat die für diesen Abend angekündigten schweren Angriffe auf den Iran abgesagt. Der Republikaner begründete das auf der Plattform Truth Social mit laufenden Gesprächen, die die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht hätten. Ähnliche Wasserstandsmeldungen hatte Trump in der Vergangenheit bereits verbreitet – sie hatten sich stets als unwahr herausgestellt.


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