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Moskaus Angriff hält Kiew in Atem

1 week ago 7

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Aktualisiert am 25.05.2026 - 15:07 UhrLesedauer: 4 Min.

Ukraine-Krieg - KiewVergrößern des Bildes

Russland hat die Ukraine in der Nacht zu Sonntag mit einem massiven kombinierten Angriff überzogen. (Quelle: Zoya Shu/AP/dpa/dpa-bilder)

Historische Gebäude, Museen, und auch Studios deutscher Medien: Ein massiver russischer Angriff auf Kiew traf am Wochenende das Herz der Stadt. Wie verändert sich die Dynamik des Kriegs?

Nach einem massiven kombinierten Angriff Russlands in der Nacht zu Sonntag laufen in der Ukraine die Aufräumarbeiten. Immer mehr Bilder von zerstörten Gebäuden in Kiew, dem Hauptziel der Attacke, werden veröffentlicht und verdeutlichen das Ausmaß. Russland hatte den Schlag angedroht als Vergeltung nach einem ukrainischen Angriff auf eine Berufsschule in der besetzten Stadt Starobilsk. Dabei setzte Moskau auch die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik ein.

Militärverwalter: größter Angriff seit Kriegsbeginn

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach am Montag von 87 Verletzten in Kiew, darunter drei Minderjährige. Rund 300 Objekte seien beschädigt worden, ein Großteil davon Wohnhäuser.

Militärverwalter Tymur Tkatschenko sprach gemessen an der Zahl der beschädigten Orte vom größten Angriff Russlands seit Beginn der großangelegten Invasion. Russland habe erstmals gezielt historische Architektur und Gedenkstätten angegriffen, schrieb er bei Telegram. Beispielhaft nannte er unter anderem das Gebäude des Außenministeriums, das Tschernobyl-Museum und das Kunstmuseum.

Neben Dutzenden Verletzten gab es nach ukrainischen Angaben auch mindestens zwei Tote in Kiew. Viele Menschen konnten sich retten, wohl auch weil Selenskyj bereits am Vorabend des Angriffs vor einem massiven Schlag gewarnt hatte. Der Kiewer Außenminister Andrij Sybiha beantragte nach eigenen Angaben eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats und eine Zusammenkunft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Russland hatte nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte bei dem kombinierten Angriff 600 Drohnen und 90 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte zudem den Einsatz der wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchteten neuen Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik. Nach ukrainischen Angaben schlug sie in der Großstadt Bila Zerkwa im Kiewer Gebiet ein.

ARD und DW melden Schäden an Studios in Kiew

Auch Studios der ARD-Korrespondenten und der Deutschen Welle wurden stark beschädigt. In einer Mitteilung des WDR hieß es, wahrscheinlich habe eine Druckwelle durch die russischen Angriffe in dem zentral gelegenen ARD-Studio zu Verwüstungen geführt. Zum Zeitpunkt der Attacken habe sich niemand in dem Studio aufgehalten. Die Berichterstattung werde "mit mobilen technischen Lösungen und Ausweichmöglichkeiten weiter gewährleistet".

Auch die Deutsche Welle (DW), der Auslandssender der Bundesrepublik Deutschland, meldete Schäden in ihren Büroräumen. "Glücklicherweise befand sich während des Angriffs niemand im Studio. Trotz der schwierigen Nacht haben die Kolleginnen und Kollegen in Kyjiw am Morgen regulär ihre Schichten im Nachrichtenbetrieb aufgenommen", sagte Mykola Berdnyk, Leiter des DW-Büros in Kiew (auch Kyjiw).

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