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Krawalle in Frankreich: Minister will zurücktreten – Macron lehnt ab

6 days ago 5

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Krawalle in Frankreich

Innenminister bietet Rücktritt an – Macron reagiert


Aktualisiert am 19.10.2026 - 09:43 UhrLesedauer: 4 Min.

 Die Proteste über steigende Lebenshaltungskosten in Frankreich eskalierten am Samstag.Vergrößern des Bildes

Ein maskierter Demonstrant vor einem brennenden Auto in Paris: Die Proteste über steigende Lebenshaltungskosten in Frankreich eskalierten am Samstag. (Quelle: IMAGO/Nael Chahine)

Nach den schwersten Unruhen seit Jahren wollte Frankreichs Innenminister gehen. Präsident Macron lässt ihn nicht. Begonnen hatten die Proteste an den Schulen.

Nach den schweren Ausschreitungen in Frankreich hat Präsident Emmanuel Macron ein Rücktrittsangebot von Innenminister Laurent Nuñez zurückgewiesen. Nuñez solle im Amt bleiben, weil die Sicherheitskräfte in der aktuellen Lage eine durchgehende Führung bräuchten, teilte der Élysée-Palast am Montag mit.

Der Minister hatte seinen Rücktritt am Sonntag angeboten. Macron wies ihn an, so schnell wie möglich neue Einsatzmethoden gegen Randalierer umzusetzen. Zudem verlangte er Transparenz über Versäumnisse bei der Lageeinschätzung und der Arbeit der Geheimdienste im Vorfeld.

Frankreich hatte am Wochenende die schwersten politischen Unruhen seit Jahren erlebt. Bei landesweiten Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten kam es zu Straßenschlachten mit der Polizei, Hunderte Geschäfte wurden geplündert. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Im Video | Denkmalgeschütztes Rathaus brennt lichterloh

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Nach einer Bilanz des Innenministeriums vom Sonntagabend wurden am Samstag 2.397 Menschen festgenommen, 997 Polizisten und Gendarmen wurden verletzt, sieben davon schwer. Das Ministerium zählte 550.000 Demonstranten, die Organisatoren, darunter die Gewerkschaft CGT, sprachen von 800.000.

Brennendes Rathaus, verwüstete Straßen

In Paris demonstrierten dem Bericht des Innenministeriums zufolge mehr als 110.000 Menschen. Bürgermeister Emmanuel Grégoire sagte, ganze Straßen seien "methodisch verwüstet" worden. Auch am Sonntag gab es in Paris, Lyon und Nantes neue Zusammenstöße und Plünderungen. Am Samstag starb in Paris zudem ein Demonstrant, der auf der Strecke des Protestzugs zusammengebrochen war. Nach Angaben der Polizeipräfektur erlitt er einen Herz-Kreislauf-Stillstand.

In Limoges brannte das 143 Jahre alte Rathaus weitgehend aus. Der zuständige Präfekt sprach von einer Katastrophe für das kulturelle Erbe. In Lyon wurde eine Filiale des Fremdenverkehrsamts angezündet, in Marseille, Lille, Angers und Bordeaux drangen Randalierer in Rathäuser oder Präfekturen ein. Nuñez machte mehrere Tausend Personen aus dem linksextremen Spektrum für die Gewalt verantwortlich. In Marseille seien schon am Morgen rund 2.000 Gewalttäter auf die zentrale Straße Canebière gekommen.

Von den Schulen auf die Straße

Begonnen hatte die Protestwelle Ende September an den Schulen. Jugendliche im Großraum Paris blockierten ihre Gymnasien, die Bewegung breitete sich rasch im ganzen Land aus. Schüler und Bildungsgewerkschaften beklagen Lehrermangel, ausfallenden Unterricht und marode Gebäude. Sie fordern zehn Milliarden Euro zusätzlich für die Bildung.

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