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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayQuelle: dpa Aktualisiert am 16. August 2026, 2:17 Uhr
Wegen der Ausbreitung eines großen Waldbrandes von Belgien in Richtung Deutschland spitzt sich die Lage für die Menschen in der grenznahen nordrhein-westfälischen Stadt Monschau zu. Die Feuerfront im Hohen Venn befinde sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, teilte die Stadt in der Nacht auf ihrer Webseite mit und rief weitere Ortsteile dazu auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten. Monschau liegt rund zwei Kilometer von der Grenze entfernt.
Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Menschen in den Ortsteilen Kalterherberg und Mützenich, hieß es weiter. Eine Sprecherin der Stadt sagte der Nachrichtenagentur dpa, betroffen seien rund 5.000 Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man von keiner Evakuierung aus. Der Hohe Venn ist eine grenzübergreifende Hochfläche zwischen Deutschland und Belgien.
In Belgien müssen rund 600 Menschen ihre Häuser verlassen
Die Stadt teilte weiter mit, vorsorglich würden Löschmaßnahmen vorbereitet, damit im Falle eines Überspringens des Feuers auf deutsches Gebiet unmittelbar mit den Löscharbeiten begonnen werden kann. Die belgischen Behörden hätten demnach die Evakuierung der unmittelbar westlich an den Ortsteil Kalterherberg angrenzenden Ortschaft Küchelscheid bereits angeordnet.
Laut belgischer Nachrichtenagentur Belga wurden etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten angewiesen, ihre Häuser zu verlassen - wegen des sich rasch ausbreitenden Brandes, wechselnder Windrichtungen und starker Rauchentwicklung.
Die Stadt Monschau forderte die Einwohner dazu auf Notgepäck bereitzuhalten und ihre Nachbarn zu informieren. Zudem wird den Angaben nach darum gebeten, die Notrufleitungen von Polizei und Feuerwehr nicht zu blockieren.
Bereits zuvor hatte die Stadt am Abend die Bewohner mehrerer Siedlungen aufgefordert, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Betroffen seien die Menschen in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau, Plattevenn und Geisberg, teilte die Stadt auf Facebook und Instagram mit.
Am Abend hatte der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich mitgeteilt, der Waldbrand habe mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar erfasst - was einer Fläche von umgerechnet fast 3.800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Beim Brand im nur 20 Kilometer von Monschau entfernten Hürtgenwald in der Eifel sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald vom Feuer betroffen.
Vorsichtiges Aufatmen im Hürtgenwald
Allerdings können die Menschen im Hürtgenwald vorsichtig aufatmen. Die Lage habe sich «deutlich entspannt», teilte der Kreis am Abend mit. Befürchtungen, eine Gewitterfront mit Böen könnte das Feuer neu entfachen, hätten sich nicht bewahrheitet. Zuletzt waren bis zu 1.800 Einsatzkräften an der Löschung beteiligt.
«Die Lage hat sich gebessert, aber das Feuer ist noch lange nicht aus», sagte ein Sprecher des Kreises Düren der dpa. Unter anderem müssten zahlreiche Glutnester bekämpft werden. Die Löscharbeiten würden voraussichtlich noch mehrere Tage dauern.
Gute Nachrichten für die Bewohner von Gey
Noch am Abend hatten die Behörden entscheiden, dass die Bewohner des Ortsteils Gey in Hürtgenwald in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Die gut 1.800 Bewohner hatten zuvor in der Nacht auf Freitag wegen des Waldbrandes in der Nordeifel das Gebiet verlassen müssen. Die Flammen waren bis auf 250 Meter an Grundstücke herangerückt.
«Eine aktuelle Gefahr durch den Waldbrand besteht nicht mehr. Es ist gelungen, Gey so zu sichern, dass Flammen nicht auf den Ort übergreifen können», erklärte der Dürener Landrat Ralf Nolten. Es bleibe aber eine «leichte Geruchsbelästigung».
Allerdings würden auch in den nächsten Tagen keine ergiebigen Regenfälle erwartet, die die Löscharbeiten deutlich erleichtert könnten, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes sagte.
Hat ein «Idiot das Feuer verursacht»?
Sobald die Löscharbeiten abgeschlossen sind, dürfte sich auch die Frage nach den Schäden und der Ursache des verheerenden Brandes stellen. NRW-Innenminister Herbert Reul und seine Kabinettskollegin Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (beide CDU) hatten von möglichem menschlichem Fehlverhalten gesprochen. «Irgendein Idiot hat das Feuer verursacht. Und darüber muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen, einfach irgendwas wegwerfen», hatte Reul gesagt.
© dpa-infocom, dpa:260815-930-535839/2


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