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CDU-Staatssekretär wirft Spahn "moralischen Rechtsbruch" vor

5 hours ago 1

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Leihmutterschafts-Debatte

CDU-Politiker zu Spahn: "Eine echte Zumutung"

Aktualisiert am 18.07.2026 - 01:06 UhrLesedauer: 2 Min.

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Unionsfraktionschef Jens Spahn: Die Kritik an seiner Elternschaft wird größer. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Mike Schmidt/imago)

Ein Parteifreund attackiert den Unionsfraktionschef scharf. Er spricht von "moralischen Rechtsbruch".

Der CDU-Politiker Michael Brand hat Unionsfraktionschef Jens Spahn wegen dessen Elternschaft durch eine Leihmutterschaft in den USA scharf kritisiert. Der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium macht Spahn schwere Vorwürfe.

"Was Jens Spahn hier getan hat, ist eine echte Zumutung und unglaubwürdig, das muss man so klar sagen", sagte Brand der "Fuldaer Zeitung". Spahn habe "zwar nicht formal, aber moralisch klaren Rechtsbruch begangen". Das sei umso dramatischer, weil beim Recht gleiche Maßstäbe für alle gelten müssten.

"Das wurde hier ganz massiv verletzt, deshalb muss darüber in aller Konsequenz geredet werden, und auch in aller Klarheit", sagte Brand.

Spahn und sein Mann Daniel Funke hatten am Mittwoch bekanntgegeben, Eltern geworden zu sein. Eine Leihmutter in den USA brachte das Baby zur Welt. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die CDU spricht sich klar gegen eine Legalisierung aus. Spahn hatte sich in der Vergangenheit selbst dagegen positioniert.

Die Landesvorsitzende der Frauen Union in Sachsen-Anhalt, Christiane Diehl, legt Jens Spahn (CDU) nahe, sein Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion niederzulegen. "Ich finde es schwierig, wenn Herr Spahn erst eine sehr dezidiert vorgetragene Meinung gegen Leihmutterschaft vertritt und nun stolz über seine Vaterschaft per Leihmutter berichtet", sagte Diehl dem "Spiegel".

Kritik aus den Kirchen

Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Ernst-Wilhelm Gohl, teilte am Freitag mit, in Deutschland gebe es ein klares Verbot der Leihmutterschaft. "Wenn nun ausgerechnet ein Politiker öffentlich macht, dass er im Ausland Leihmutterschaft in Anspruch genommen hat, geht es auch um Doppelmoral und Glaubwürdigkeit." Auch in der katholischen Kirche regt sich Kritik. Der Passauer Bischof Stefan Oster erklärte: Wenn "ein prominenter CDU-Politiker in Sachen Leihmutterschaft zur Erfüllung eigener Wünsche gegen die Gesetze des Landes und gegen die Grundlinien der eigenen Partei in dieser für unser Menschenbild so wichtigen Sache bewusst verstößt - und damit auch noch positiv werbend für Leihmutterschaft eintritt, halte ich das für einen echten Skandal."

Das CDU-Präsidium kommt am Montag zu seiner planmäßigen Sitzung zusammen. Das Spitzengremium werde sich mit dem Thema befassen, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz am Freitag auf einer Pressekonferenz in Brühl. Die erste reguläre Fraktionssitzung nach der Sommerpause findet am 8. September statt.

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