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Umstrittene Firma: Trump-Schriftzug erstrahlt auf Berliner Wahrzeichen

2 weeks ago 5

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Senat will Zeichen setzen

Schriftzug auf Brandenburger Tor – wieso ausgerechnet dieser?


Aktualisiert am 05.07.2026 - 10:34 UhrLesedauer: 5 Min.

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Trump-Feier unterbrochen: Besucher räumen das abgesperrte Festgelände.

Das Brandenburger Tor gilt als Symbol der Freiheit. Nun erstrahlte es in den Farben der US-Flagge. Doch da war noch etwas anderes zu sehen.

Die Feierlichkeiten, die die US-Hauptstadt Washington, D.C., am Samstag erlebte, waren in ihren Ausmaßen gewaltig. Über eine Länge von zehn Häuserblocks erstreckte sich allein die Great American State Fair, ein Jahrmarkt mit Riesenrädern, Fressbuden und Konzertbühnen. Gefeiert wurde der 250. Unabhängigkeitstag der USA zwar im ganzen Land, aber in Washington, D.C., ließ die Trump-Regierung groß auffahren, um Amerika zu würdigen. Unter anderem flogen stundenlang US-Militärjets im Formationsflug über die National Mall, dem zentralen Ort der Unabhängigkeitsfeiern.

Es war vermutlich ganz nach dem Geschmack Donald Trumps. Der hatte den Tag mit einem Besuch am Mount Rushmore Memorial begonnen, jener legendären Felsskulptur, die vier der größten Präsidenten in der Geschichte der USA zeigt. Trump ließ seine Air Force One gleich zweimal über das Denkmal im weit von der Hauptstadt gelegenen US-Bundesstaat Süddakota fliegen – die Bilder davon verbreiteten sich rasch.

Auch andernorts gab es patriotische Bilder, etwa in Berlin. Dort erstrahlte das Brandenburger Tor am Samstagabend in den amerikanischen Farben Blau, Weiß und Rot. Die Landesregierung der deutschen Hauptstadt wollte die Lichtinstallation als Zeichen der Solidarität verstanden wissen.

Berlin: Wollen "Resilienz stärken"

"Als Symbol für Einheit und Freiheit erinnert das Brandenburger Tor am 4. Juli eindrucksvoll an die gemeinsamen Werte", erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) dazu. "Berlin gratuliert den Vereinigten Staaten herzlich zum 250. Geburtstag."

Nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist der 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung für Europa, Deutschland und gerade für Berlin ein Grund zum Feiern. "Auf den Werten der Unabhängigkeitserklärung wurde das freie, demokratische Nachkriegsdeutschland gegründet."

Im Video | Rechtsextreme marschieren durch Washington

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Allerdings waren auf dem Brandenburger Tor nicht nur die Farben der amerikanischen Nationalflagge zu sehen, sondern auch der Schriftzug "Freedom 250", der direkt unter der Quadriga prangte. "Demokratische Einheit und Resilienz" wolle man damit stärken, twitterte die Senatskanzlei unter einem Foto des angeleuchteten Denkmals. Das ist einerseits als historische Referenz zu verstehen, anknüpfend an die Reden John F. Kennedys ("Ich bin ein Berliner") und Ronald Reagans ("Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer ein"). Beide US-Präsidenten nutzten die Bühne vor dem Brandenburger Tor, um in Berlin, damals Frontstadt im Kalten Krieg, zur Einheit und zur Freiheit aufzurufen.

Schwere Vorwürfe gegen "Freedom 250"

Andererseits spielt die Formel eben auch auf die aktuellen politischen Diskussionen in den USA an. Sie soll wohl ein deutlicher Fingerzeig sein, dass die freie Demokratie – jener Grundwert, für den die USA seit ihrer Gründung vor 250 Jahren stehen – derzeit in dem Land Gefahr ist. Wer das als Seitenhieb auf die Bemühungen der Trump-Regierung verstehen will, die demokratischen Institutionen in den USA zu schwächen, liegt vermutlich nicht ganz falsch. Berlin fordert die US-Demokratie zur Resilienz auf.

Wie passt dazu aber der Schriftzug "Freedom 250"? Das Label steht für eine von Trump selbst per Exekutivorder ins Leben gerufene privatwirtschaftliche Initiative, die sich unter dem Dach einer Non-Profit-Organisation befindet. "Freedom 250" ist vor allem mit Gefolgsleuten Trumps besetzt. Unter anderem gehören ihr Regierungsmitglieder an, wie Vizepräsident JD Vance und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy. Daneben finden sich aber auch zahlreiche Unternehmer und Persönlichkeiten aus der Privatwirtschaft. Die Finanzierung der Organisation wird von Kritikern als "intransparent" gebrandmarkt.

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Der demokratische Abgeordnete Jared Huffman etwa erhebt im Interview mit dem Sender "NPR" schwere Vorwürfe gegen "Freedom 250". Es handle sich dabei um nichts weiter als eine "Scheinfirma", geleitet von einem Team willfähriger Manager, die ihre Direktiven vom US-Präsidenten persönlich erhalte, so Huffman.

Laut dem Präsidialerlass dient "Freedom 250" der Organisation und Durchführung der 250-Jahr-Feierlichkeiten. Dafür erhielt die Firma nach Medienberichten bis zu 70 Millionen US-Dollar an Steuermitteln. Dazu kamen Spenden in Millionenhöhe – vornehmlich aus der Privatwirtschaft, von Trump nahestehenden Unternehmern. Darunter Palantir, Boeing, Lockheed Martin und die United Health Group.

Trump-Vertraute spricht von "Schmierkampagne"

Wie so oft in Trumps zweiter Regierungszeit wittern Beobachter hier Korruption. Die Kampagne "Freedom 250" diene einflussreichen Privatpersonen dazu, sich Einfluss auf die US-Administration zu kaufen. So sollen die großzügigen Spender nicht nur VIP-Plätze und zahlreiche andere Annehmlichkeiten bei der Feier erhalten, sondern auch exklusiven Zugang zum Präsidenten selbst.

Ein 55-seitiger Untersuchungsbericht der Demokraten im US-Repräsentantenhaus kam zu dem Schluss, dass es sich bei der Organisation um eine "Brutstätte für Korruption und Selbstbereicherung" handele. Es seien hier Vorgänge am Werk, die möglicherweise kriminelle Tatbestände erfüllten, heißt es in dem Papier. Es trägt den vielsagenden Titel: "Von Eitelkeit bis Wahnsinn: Wie das Weiße Haus das amerikanische Volk um seinen 250. Geburtstag betrügt." Danielle Alvarez, die Sprecherin von "Freedom 250", nannte den Report eine "Schmierkampagne".

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Tatsächlich waren die Feierlichkeiten bereits im Jahr 2016, noch unter der damaligen Obama-Regierung, geplant worden. Dafür richtete der US-Kongress eine Kommission mit dem Titel "America 250" ein, die mit Politikern beider Parteien bestückt war. Dieses überparteiliche Gremium erarbeitete auch einen Plan für die Jubiläumsparty – doch der genügte Trump offenbar nicht. Er wollte es größer, teurer, pompöser haben. Also schuf er im Dezember 2025 per Exekutivorder "Freedom 250" – und ließ sie finanziell üppig ausstatten. "America 250" erhielt von der Trump-Regierung dagegen nur einen Bruchteil jener Haushaltsmittel, die "Freedom 250" bekam. Damit war die überparteiliche Initiative quasi kaltgestellt.

Im Video | Trump mit spektakulärem Flugmanöver

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Wieso projiziert Berlin "Freedom 250" auf das Tor?

Trump lässt während seiner zweiten Amtszeit keinen Zweifel daran, dass er sich ein Denkmal setzen will. So ließ er nicht nur den Rosengarten des Weißen Hauses umgestalten, sondern auch den Ostflügel abreißen, um dort einen enormen Ballsall zu errichten. Er staffierte das Oval Office mit unzähligen Gold-Devotionalien aus, und er wünscht sich einen Triumphbogen, der deutlich größer als jener in Paris werden soll. Die 250-Jahr-Feier Amerikas sah er offenbar ebenfalls als Anlass, sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken.

Kritiker wie der Demokrat Huffman sagen, Trump habe die Landesfeier "für seine eigenen Zwecke gekidnappt". Trumps Rede am Samstag am Mount Rushmore könnte Hoffman recht geben. Dort sprach der Präsident viel über sich und seine vermeintlichen Errungenschaften, er beschimpfte die Demokraten und warnte vor der Gefahr des Kommunismus. Dann warnte er seine Anhänger, die Republikaner dürften die Midterms, also die im November anstehenden Zwischenwahlen, keinesfalls verlieren. Das alles wirkte eher wie eine Wahlkampfrede in eigener Sache – zum Geburtstag der USA sagte der 80-Jährige dagegen auffallend wenig.

Die Kampagne "Freedom 250" ließ Trump übrigens auch in alle Welt exportieren – über die US-Botschaften. Diese sind angehalten, im Sinne des Präsidenten Werbung für Geburtstag Amerikas zu betreiben, unter dem Label "Freedom 250". Die Berliner Senatskanzlei teilte mit, mit der Lichtinstallation am Brandenburger Tor würdige die deutsche Hauptstadt in Zusammenarbeit mit der US-Botschaft "insbesondere die einzigartigen Verdienste, die sich die USA um die Freiheit Berlins erworben haben". Warum sie das ausgerechnet mit der Flagge der von der Trump-Regierung beauftragten Organisation "Freedom 250" tut, erklärte sie bislang nicht.

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