PROTECT YOURSELF with Orgo-Life® QUANTUM TECHNOLOGY
Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayBesetzte Gebiete in der Ukraine
Russland hält Zehntausende Geiseln in seinen Fängen
MeinungEin Gastbeitrag von Andreas Umland
Aktualisiert am 17.10.2026 - 16:56 UhrLesedauer: 6 Min.

Russischer Soldat in der Region Sumy (Archivbild): Viele Familien wissen nicht, wo sich ihre Angehörigen befinden. (Quelle: IMAGO/Sergey Bobylev/imago)
Russland hält Tausende ukrainische Zivilisten in Gefangenschaft. Einen Weg nach Hause gibt es kaum.
Russlands Krieg gegen die Ukraine zielt darauf ab, die Kontrolle über die Territorien und Bevölkerungen des einstigen Zaren- und Sowjetreichs zurückzugewinnen. Seit zwölf Jahren ist es dabei insbesondere die physische Inbesitznahme ukrainischer Bürger und ihre erzwungene Eingliederung in die russische Gesellschaft, Nation und Armee ein Ziel des Kreml. Beim russischen Expansionismus in der Ukraine geht es ebenso um Demografie wie um Geografie.
Im Dezember 2025 teilten UN-Menschenrechtsexperten Moskau mit, dass Zivilisten in den besetzten Gebieten "Berichten zufolge systematisch ohne Rechtfertigung festgenommen" worden seien, und beschrieben Fälle von Folter und Verschwindenlassen. Die meiste Aufmerksamkeit galt bislang der Verschleppung unbegleiteter ukrainischer Kinder durch Russland: Sie sind Gegenstand zahlloser Untersuchungen und Resolutionen und zuletzt ein Anliegen der US-amerikanischen First Lady Melania Trump.
Weniger beachtet wird das Schicksal erwachsener Zivilisten. Tausende von ihnen werden in russischen Einrichtungen festgehalten, die von Kellern und Garagen bis zu Untersuchungsgefängnissen und Haftlagern reichen – in den besetzten Gebieten wie in Russland selbst.
Im Video | Wie nah ist Russland dem Sieg wirklich? – Video zeigt Frontverlauf
Player wird geladen
Eine selbstschädigende Politik
Eine Minderheit der Ukrainer unter Besatzung, vor allem ethnische Russen oder stark russifizierte Ukrainer, akzeptierte die Annexion. Die meisten standen und stehen ihrer unfreiwilligen Eingliederung in Russland jedoch gleichgültig oder ablehnend gegenüber. Das wichtigste Instrument des Kreml, um ihre Fügsamkeit zu sichern, ist die kurz- oder langfristige Inhaftierung Tausender Bürger.
Nur wenigen Inhaftierten werden gewöhnliche Straftaten vorgeworfen – und selbst diese Fälle gehören vor ukrainische Gerichte. Viele Gefangene hatten ihre Ablehnung des Kriegs geäußert und wurden nach Russlands "Anti-Extremismus"-Gesetzen verurteilt, die Kritik am oder auch nur die Erwähnung des russischen Kriegs in der Ukraine verbieten. Andere beteiligten sich an gewaltlosem Widerstand. Manche wurden willkürlich festgenommen, auf Grundlage fingierter Anklagen, die auf falschen Beweisen und erpressten Geständnissen beruhen.

Zur Person
Andreas Umland (*1967) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Publizist. Er arbeitet als Policy Fellow am Europäischen Politikinstitut Kyjiw (EPIK). Umland gründete die Buchreihe "Soviet and Post-Soviet Politics and Society" ("Sowjetische und postsowjetische Politik und Gesellschaft").
Auf den ersten Blick erscheint dies paradox. Moskau behauptet, verlorene russische Gebiete und Menschen "wiederzuvereinigen". Warum sollte es dann deren Bewohner zu Tausenden verhaften, deportieren und foltern und damit riskieren, selbst loyale oder neutrale Einwohner zu entfremden?
Was Russland mit der Inhaftierung bezweckt
Ein Teil der Antwort liegt in Meinungsumfragen aus der Zeit vor der Besetzung. Von der Krim 2014 bis Saporischschja 2022 unterstützten Mehrheiten in diesen Regionen keinen Anschluss an Russland. Nur auf der Halbinsel Krim – wo zwei Jahrhunderte zaristischer und sowjetischer Politik ethnische Russen zur Mehrheit und die einheimischen Krimtataren zu einer Minderheit von etwa zehn Prozent gemacht hatten – verlief die Annexion anfangs weitgehend nach Plan. Selbst dort besteht ein überwiegend tatarischer Widerstand fort, und seit 2014 werden regelmäßig tatarische Zivilisten festgenommen. Auf dem Festland musste auf die Besetzung ein hartes Durchgreifen folgen, das in den Gebieten Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson bis heute andauert.


1 week ago
8




















English (US) ·
French (CA) ·
French (FR) ·