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Ukraine-Krieg: Russischer Großstadt Noworossijsk geht Benzin aus

2 weeks ago 7

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Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Erster russischer Großstadt geht das Benzin aus


Aktualisiert am 04.07.2026 - 00:05 UhrLesedauer: 30 Min.

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Kilometerlange Schlangen vor Zapfsäulen – aus der Luft wird das Ausmaß sichtbar.

Der russischen Großstadt Noworossijsk ist das Benzin ausgegangen. Putin verkündet die Einnahme einer wichtigen Stadt. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Samstag, 4. Juli

Geschichtsstreit: Ukraine macht Polen einen Vorschlag

Im jüngsten Streit um die Weltkriegsvergangenheit hat die Ukraine Polen mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, um die Spannungen zwischen beiden Ländern zu entschärfen. "Ich habe ein Maßnahmenpaket zur Krisenbewältigung vorgeschlagen", erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha nach einem Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen Radoslaw Sikorski in Warschau am Freitag im Onlinedienst X. Die Maßnahmen beinhalteten "Beratungen zwischen unseren Außenministerien, die Organisation eines Treffens von Historikern sowie die Einbeziehung der religiösen Anführer beider Nationen".

Sybiha betonte, er sei bereit, "Lösungen zu finden" und einen "ehrlichen Dialog" zu führen. In den vergangenen 18 Monaten habe es "erhebliche Fortschritte" bei der "Überwindung sensibler Fragen" zwischen Warschau und Kiew gegeben, insbesondere die Suche nach Massengräbern aus dem Zweiten Weltkrieg.

Freitag, 3. Juli

Putin feiert Eroberung von Kostjantyniwka

Kremlchef Wladimir Putin hat nach offizieller Darstellung die Eroberung der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk durch seine Truppen gefeiert. Die Industriestadt sei unter hohen Verlusten für die ukrainischen Verteidiger erobert worden, wurde Putin von seinem Sprecher Dmitri Peskow zitiert. Putin habe noch am Abend die sofortige Evakuierung aller in Kostjantyniwka verbliebenen Zivilisten angeordnet.

Von ukrainischer Seite gab es zu den Siegesmeldungen aus Moskau keinen Kommentar. Zuletzt hatten ukrainische Militärs eine schwierige Lage in der bereits schwer zerstörten Stadt eingeräumt. Der ukrainische Generalstab in Kiew sprach am Abend in seinem Lagebericht lediglich von schweren Kämpfen rund um Kostjantyniwka.

Von ukrainischer Seite gab es zu den Siegesmeldungen aus Moskau keinen Kommentar. Zuletzt hatten ukrainische Militärs eine schwierige Lage in der bereits schwer zerstörten Stadt eingeräumt. Der ukrainische Generalstab in Kiew sprach am Abend in seinem Lagebericht lediglich von schweren Kämpfen rund um Kostjantyniwka.

Tote bei Angriff auf Sumy

Bei einem russischen Bombenangriff auf das Zentrum der nordukrainischen Stadt Sumy werden nach Angaben des Regionalgouverneurs Oleh Hryhorow mindestens drei Menschen getötet und viele weitere verletzt. Unter den Opfern seien auch Kinder, teilt er auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Im Zentrum des Angriffs befänden sich ein Hochhaus, ein Geschäft und eine Straße. Dort hätten sich sehr viele Menschen aufgehalten. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.

Selenskyj: Können Russlands Rüstungskapazitäten übertreffen

Bei einer Sitzung mit Vertretern von Militär, Regierung und Rüstungsindustrie hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Marschrichtung für die nächsten Kriegsmonate festgelegt. Dabei ging es vor allem um Vorgaben für die Rüstungsindustrie. "Die Ukraine ist nun in der Lage, solche Mengen an hochtechnologischen Waffen zu produzieren, dass sie die russischen Kapazitäten langfristig übertreffen können", kommentierte Selenskyj anschließend auf Telegram.

Bei der Sitzung sei über Wege zur Steigerung der Produktionskapazitäten des ukrainischen Drohnen- und Raketenprogramms gesprochen worden. Kiew hat zuletzt mit neuen Waffen vor allem die Erdölindustrie und Rüstungsunternehmen in Russland empfindlich getroffen. Er habe das Außen- und Verteidigungsministerium beauftragt, sich auf die Zusammenarbeit mit Partnern zu konzentrieren, die zusätzliche Finanzmittel für die Produktion einbringen könnten, sagte Selenskyj. "Investitionen in die ukrainische Produktion sind Investitionen, um Russland zum Frieden zu zwingen."

Die Ukraine werde ihre Angriffe auf Ziele in Russland fortsetzen. Die bisherigen Attacken hätten gezeigt, "dass die Einschränkung der russischen Kriegsführungsfähigkeit direkt davon abhängt, dass sich in russischen Gesellschaftsgruppen das Gefühl verbreitet, dass der Krieg unmittelbare Auswirkungen auf den Alltag hat". Kiew werde seine Politik fortsetzen, die Kosten der Okkupation für den Besatzer zu erhöhen und Russlands Möglichkeiten zur Finanzierung des Krieges einzuschränken.

Erster russischer Großstadt geht das Benzin aus

Die Treibstoffkrise in Russland infolge ukrainischer Drohnenangriffe spitzt sich zu. In der Großstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer mit etwa 250.000 Einwohnern ist nun offiziell das Benzin ausgegangen, wie die staatsnahe russische Zeitung "Kommersant" meldet. Diesel ist demnach nur noch an acht Tankstellen in der Stadt erhältlich, berichtet das Blatt unter Berufung auf die Stadtverwaltung. Zum Tanken von Diesel müssen Kunden demnach eine Tankkarte vorlegen, die aber nur Unternehmen erhalten und keine Privatleute.

Die Ukraine greift seit längerem gezielt Ölraffinerien und andere Einrichtungen der Treibstoffversorgung in Russland an. In den meisten Regionen des Landes ist der Kauf Treibstoff inzwischen rationiert. Kunden können oft nur noch 20 oder 30 Liter auf einmal tanken. Vor vielen Tankstellen in Russland haben sich inzwischen lange Schlangen von wartenden Autofahrern gebildet, auch in Moskau und St. Petersburg, den beiden größten Städten des Landes.

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Der Kreml prüft nun sogar den Import von Benzin und erwägt ein Exportverbot für Diesel. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hat Russland bereits begonnen, Benzin per Schiff aus Indien zu importieren. Zudem hat sich Kasachstan bereiterklärt, im Juli und August insgesamt 50.000 Tonnen Kraftstoff nach Russland zu liefern. Zudem sollen nun etwa 200.000 Barrel (je 159 Liter) Kerosin aus Japan beschafft werden, meldet Reuters unter Berufung auf Insider.

Größere Teile der Krim ohne Strom

Wiederholte ukrainische Drohnenangriffe haben auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim Stromausfälle ausgelöst. "Derzeit sind mehr als zehn Bezirke ganz oder teilweise ohne Strom", wurde der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow von der Agentur Tass zitiert. "Der Feind greift das Stromnetz der Halbinsel täglich mit Drohnen an." Die Lage sei schwierig. Er machte keine Angaben darüber, wie viele Menschen von den Stromabschaltungen betroffen seien.

Bisher haben die russischen Streitkräfte mit Attacken immer wieder für massive Stromausfälle in der Ukraine gesorgt. Vor allem im Winter wurde die Zivilbevölkerung damit schwer unter Druck gesetzt. Aktuell richten sich ukrainische Angriffe vermehrt gegen militärische Ziele auf der Krim. Allerdings gerät auch die Energie-Infrastruktur ins Visier ukrainischer Drohnen.

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