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Selenskyj warnt vor Flügen über Russland
Aktualisiert am 01.09.2026 - 21:42 UhrLesedauer: 9 Min.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor seinem Regierungsflieger: "Der russische Luftraum wird vollkommen unsicher". (Quelle: IMAGO/Ukraine Presidency via Bestimage/imago)
Selenskyj richtet sich an internationale Fluggesellschaften. Kiew äußert sich zur deutschen Reaktion auf den Anschlag in Leipzig. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Dienstag, 1. September
Selenskyj warnt vor Flügen über Russland
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat alle Fluggesellschaften vor Flügen über Russland gewarnt. "Der russische Luftraum wird vollkommen unsicher", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Die Ukraine drohe dabei jedoch nicht der zivilen Luftfahrt oder einzelnen Flugzeugen. "Es wird einfach so viele Drohnen im russischen Luftraum geben, dass man dies berücksichtigen muss", erklärte der Staatschef. Der russische Luftraum werde "faktisch" geschlossen. Erst vergangene Woche hatte er den Einsatz von bis zu 1.000 weitreichenden Drohnen täglich angedroht.
Selenskyj bestätigte dabei Medienberichte, wonach die USA für vergangene Woche Dienstag, Mittwoch und Donnerstag um eine Unterbrechung von Angriffen auf Moskau und St. Petersburg gebeten haben. CIA-Chef John Ratcliffe reiste in der Zeit unangekündigt nach Moskau. Zudem ersuchte ein weiterer Staat laut Selenskyj um eine Pause für Angriffe auf Wladiwostok.
In der russischen Großstadt am Pazifik findet von Dienstag bis Freitag ein Wirtschaftsforum mit internationalen Gästen und einem Auftritt des russischen Präsidenten Wladimir Putin statt. Ukrainische Angriffe sind in der über 6.000 Kilometer von der Ukraine entfernten Region des Fernen Ostens bisher nicht erfolgt.
Kiew begrüßt deutsche Vergeltungsmaßnahmen
Die Ukraine hat die deutschen Maßnahmen gegen Russland nach dem misslungenen Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle positiv bewertet. "Ich begrüße die entschlossene Reaktion Deutschlands auf den russischen Angriff in Leipzig", schrieb der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, auf der Plattform X.
Kiew stehe in engem Austausch mit Berlin bei der Sicherung kritischer Infrastruktur vor Drohnen, einem koordinierten Vorgehen gegen die russische "Schattenflotte" und weiteren Sanktionen gegen Russland. Zuvor hatte Berlin offiziell Moskau für den Vorfall auf dem Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht und unter anderem die Schließung des russischen Konsulats in Bonn und des Russischen Hauses in Berlin angekündigt.
Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Deutschland ist inzwischen der größte Einzelunterstützer des osteuropäischen Landes.
Reaktion auf Drohnen-Angriff: Das wäre ein echtes Signal der Stärke gewesen
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Insider kündigen zusätzliche Waffenlieferungen aus Deutschland an
Die Bundesregierung wird als Reaktion auf den mutmaßlich russischen Anschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle neben Sanktionen auch die militärische Hilfe für die Ukraine verstärken. Im September werde man der Ukraine weitere Luftabwehrraketen des Typs Iris-T sowie "zeitnah" auch mehrere tausend Angriffsdrohnen liefern, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. Zudem werde die Zusammenarbeit der Geheimdienste mit Kiew weiter verstärkt.
"Die Ukraine war in den letzten Monaten maßgeblich dank deutscher Hilfe militärisch sehr erfolgreich", hieß es. Russland habe darauf keine strategische Antwort. Der Strategieersatz für Moskau sei Eskalation, sowohl mit militärischen Schlägen in der Ukraine als auch durch verstärkte hybride Attacken. "Wir müssen uns auf weitere, auch eskalierende hybride Angriffe Russlands einstellen."
Kanzler Friedrich Merz (CDU) habe wegen der Tragweite des Vorgehens durchgehend eine zentrale Rolle im Prozess gespielt, den Drohnenangriff in Leipzig/Halle Russland zuzuweisen und Gegenmaßnahmen festzulegen, hieß es weiter. "Er hat dabei politischen Rahmen und Richtung vorgegeben", hieß es in der Regierung.
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Acht Tote bei Angriff auf Kiew
Bei einem "massiven" russischen Angriff auf Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko acht Menschen getötet worden. Fünf Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Kinder, sagte Klitschko am Dienstag. Bei dem Angriff seien ballistische Raketen und Drohnen zum Einsatz gekommen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am Dienstagmorgen etwa ein Dutzend laute Explosionen.
Der ukrainische Bahnchef Oleksandr Perzowskyj erklärte, eine Rakete habe ein Eisenbahndepot und weitere Bahnanlagen in Kiew getroffen. Sieben Menschen seien getötet worden, sechs von ihnen seien Bahnmitarbeiter gewesen. Ein weiterer Eisenbahnmitarbeiter sei ins Krankenhaus gebracht worden.


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