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U-Boot-Klasse 212CD: Darum will Kanada deutsche U-Boote

2 weeks ago 3

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"Nie dagewesene Kombination"

Darum will Kanada deutsche U-Boote


07.07.2026 - 18:34 UhrLesedauer: 4 Min.

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Modell eines U-Boots der Klasse 212CD von TKMS: Noch sind nicht alle Spezifikationen der neuen U-Boote bekannt. (Quelle: IMAGO/Justin Tang)

Kanada möchte zwölf deutsche U-Boote der Klasse 212CD erwerben. Der Kauf würde die Sicherheit im Nordatlantik deutlich verbessern.

Noch ist der Kaufvertrag nicht unterzeichnet, doch die kanadische Regierung klingt bereits überzeugt: "Diese U-Boote verfügen über eine nie dagewesene Kombination aus fortschrittlichen Technologien und tödlichen Waffensystemen, die es unserer Marine ermöglichen werden, Feinde in unseren Gewässern aufzuspüren, zu verfolgen und, wenn nötig, zu zerstören", heißt es in einer Erklärung aus Ottawa.

Die Rede ist von den U-Booten der Klasse 212CD, die die deutsche Rüstungsfirma TKMS (Thyssen Krupp Marine Systems) gemeinsam mit der norwegischen Waffenschmiede Kongsberg entwickelt hat. Für Deutschland und Norwegen sind bereits je sechs Exemplare des U-Boots in Arbeit, nun will Kanada noch einmal zwölf Stück bestellen, um seine alternde Flotte an Unterseebooten zu ersetzen. Spätestens Ende 2027 sollen die Verträge unterzeichnet werden. Gebaut würden sie an den TKMS-Standorten Kiel und Wismar.

Erstes U-Boot aus Deutschland könnte 2034 ausgeliefert werden

Die bröckelnde internationale Ordnung hat auch Kanada aufgeschreckt. Das Land mit der längsten Küstenlinie der Welt – mehr als 200.000 Kilometer – verfügt derzeit über nur vier U-Boote. Einsatzbereit ist nur eines davon und Mitte der 30er-Jahre soll die Flotte außer Dienst gestellt werden. Die Zeit drängt also – zumal Kanada als Arktis-Anrainer eine besondere Rolle bei der Verteidigung der Nato-Nordflanke zukommt. Dabei helfen sollen die neuen U-Boote aus Europa, von denen das erste schon 2034 nach Kanada gehen könnte.

Hervorgegangen sind die U-Boote der Klasse 212CD aus dem Vorgängermodell 212A, von denen die Deutsche Marine seit 2005 sechs Exemplare in Dienst genommen hat. Sie zeichnen sich vor allem durch ihren extrem leisen Brennstoffzellenantrieb aus und können wochenlang unter Wasser bleiben, ohne Frischluft aufnehmen zu müssen. Über diese Fähigkeit verfügen sonst nur atomgetriebene U-Boote. Als Zweitantrieb verfügen die Schiffe zudem über Dieselgeneratoren – diese sind aber auf Frischluft angewiesen.

Darum ähneln die 212CD einem Diamanten

Eine weitere Gemeinsamkeit mit den 212A-Booten ist die Schiffshülle aus nicht magnetisierbarem Stahl. Diese Eigenschaft soll die U-Boote vor der Entdeckung durch elektromagnetische Detektoren und vor Haftminen schützen, die sich vor der Detonation mit Magneten an Schiffsrümpfe heften. Der Spezialstahl erleichtert den U-Booten also die Fahrt durch verminte Gewässer. Doch beim Antrieb und dem Baumaterial enden die großen Gemeinsamkeiten zwischen 212A und 212CD.

So werden die neuen U-Boote mit einer Länge von 73 Metern deutlich größer als ihre 56 Meter langen Vorgänger. Mit einer Verdrängung von etwa 2.500 Tonnen haben die neuen Schiffe auch ein deutlich größeres Volumen als die 212A-Klasse mit etwas mehr als 1.500 Tonnen. Zudem unterscheidet sich der Rumpfquerschnitt der 212CD-Boote deutlich von ihren Vorgängern: Waren diese eher zylindrisch, stromlinienförmig gebaut, ähneln die 212CD-Boote im Querschnitt einem auf dem Kopf liegenden Diamanten.

212CD-Boote sollen gut getarnt sein

Die neue Form der U-Boote mit ihren kantigen Außenflächen dient ihrer Tarnung. In den vergangenen Jahrzehnten wurden U-Boote vor allem durch passives Sonar aufgespürt. Dabei lauschen Sonarsonden im Wasser auf die kleinsten Geräusche, die ein U-Boot abgibt, beispielsweise durch Motorbewegungen und andere Schwingungen, die sich über die Schiffshülle ins Wasser übertragen.

Da U-Boote in den vergangenen Jahrzehnten aber immer leiser wurden, könnten Armeen in Zukunft auf aktive Sonare setzen, um U-Boote zu orten. Die kantigen Flächen der 212CD-Boote sollen möglichst wenige Schallwellen eines aktiven Sonars zurückwerfen – ähnlich wie Tarnkappenflugzeuge, deren Oberflächen möglichst wenig Radarstrahlung reflektieren sollen.

"Denkbar ist auch, dass die Boote mehr Waffen tragen können"

Unklar ist, warum die 212CD-Boote so viel größer werden als ihre Vorgänger. Der Marineexperte H I Sutton vermutet, dass auch die größere Hülle der U-Boote ihre Tarneigenschaften verbessern könnte. "Denkbar ist auch, dass die Boote mehr Waffen tragen können, Platz für einen zweiten Dieselgenerator haben und länger unter Wasser bleiben", schreibt Sutton im Fachportal "Naval News".

Frühere Gerüchte, dass die norwegischen 212CD mit der von Kongsberg entwickelten Rakete "Naval Strike Missile" (NSM) ausgestattet werden, haben sich bisher aber nicht bestätigt. Das könnte auch am Design der deutschen U-Boote liegen. Im Gegensatz zu U-Booten anderer Länder verfügen die deutschen nicht über senkrechte Raketensilos, sondern über waagrechte Torpedorohre. Als Standardwaffe sollen die 212CD mit Torpedos vom Typ DM2A5 ausgestattet werden. Diese verfügen über eine Reichweite von 50 Kilometern.

212CD soll hohe Interoperabilität garantieren

Über die Torpedorohre soll auch das Waffensystem Idas verschossen werden können, das zur Bekämpfung feindlicher U-Jagdhubschrauber dient. Noch aber sind nicht alle technischen Spezifikationen der 212CD öffentlich bekannt. Denkbar ist, dass es bis zur geplanten Auslieferung des ersten Exemplars 2029 noch Überraschungen bei der Bewaffnung gibt, beispielsweise hinsichtlich der Integration vertikaler Startsysteme.

Fest steht, dass eine kanadische Entscheidung für die 212CD-Klasse die gemeinsame Verteidigung der Nato-Gewässer verbessern würde. Die Boote sind auf maximale Interoperabilität ausgelegt, sie können also in Diensten verschiedener Seestreitkräfte Informationen austauschen und an verschiedenen Standorten gewartet und nachgerüstet werden. Diese Idee steckt schon im Namen der neuen Bootsklasse: So steht das "CD" für common design, also einen gemeinsamen Entwurf.

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