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Sánchez fliegt mitten in der Krise in den Urlaub
Aktualisiert am 04.08.2026 - 09:02 UhrLesedauer: 4 Min.

Pedro Sánchez: Wegen der Krise in Ceuta steht er unter Druck – nun ist Spaniens Ministerpräsident in den Urlaub geflogen. (Quelle: Francesco Fotia)
Pedro Sánchez verbringt seinen Sommerurlaub auf Lanzarote – während Spanien massiv unter Druck steht. Opposition und Bürger zeigen sich empört.
Pedro Sánchez ist mit seiner Familie im Sommerurlaub auf Lanzarote. Dort erhole er sich drei Wochen lang an seinem üblichen Ferienort, der Staatsvilla "La Mareta" im Touristenort Costa Teguise, wie spanische Medien berichten. Er sei am Samstag mit dem Privatjet auf den Kanarischen Inseln gelandet.
In Spanien kommt das allerdings nicht bei allen gut an. In den sozialen Medien, Kommentarspalten und von der Opposition des Landes wurde scharfe Kritik daran laut, dass der Ministerpräsident inmitten der Ceuta-Krise in den Urlaub gefahren ist. Diese wurde umso schärfer, als Sánchez sich nach seiner Ankunft auf Lanzarote gut gelaunt auf Instagram meldete und seine Lieblingssongs für den Sommer empfahl, darunter Madonna und die Rolling Stones.
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"Es gibt nichts Grausameres, als die Realität zu leugnen"
So wird Carmen Fúnez, Abgeordnete der konservativen spanischen Volkspartei (PP), vom britischen "The Telegraph" zitiert: "Während Ceuta leidet, macht Sánchez Urlaub. Es gibt nichts Grausameres, als die Realität zu leugnen."
Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf Ceuta ist die Lage vor Ort weiter angespannt. In der vergangenen Woche haben vorübergehend bis zu 60.000 Menschen von Marokko aus die spanische Nordafrika-Exklave erreicht – die meisten schwimmend, andere kletterten über den sechs Meter hohen Grenzzaun.
Einsatzkräfte bergen Dutzende Leichen in Ceuta
Nach Angaben der Regierung soll der größte Teil der Migranten mittlerweile zwar nach Marokko zurückgekehrt sein, Berichten zufolge halten sich jedoch noch einige Tausend vor Ort auf. Die Unterbringung und Rückführung verbliebener Migranten sowie die Suche nach weiteren Todesopfern dauere an, hieß es auch von örtlichen Behörden. Nach Angaben des Innenministeriums in Madrid wurden bislang 72 Leichen geborgen. Unter den Geflüchteten sollen sich zudem auch Hunderte unbegleitete Minderjährige befinden.
Der Vorfall hat auch diplomatische Spannungen ausgelöst. Die Mehrheit der Staats- und Regierungschefs der EU kritisierte die spanische Migrationspolitik. Spaniens Regierung warf den anderen Mitgliedsländern wiederum vor, die Krise politisch auszuschlachten. Zuletzt hat die Regierung in Madrid zudem Vorwürfe zurückgewiesen, sie habe Warnungen des Geheimdienstes CNI vor einer Massenankunft ignoriert. Man habe keine Geheimdienstberichte erhalten, die vor einer Migrationskrise dieses Ausmaßes gewarnt hätten, hieß es.


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