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Südtirol: Lawine reißt Tourengeher mit: Zwei Tote

2 months ago 23

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Aktualisiert am 21. März 2026, 20:15 Uhr Quelle: dpa

 Mehr als 60 Rettungskräfte waren bei der Suche im Einsatz.
Mehr als 60 Rettungskräfte waren bei der Suche im Einsatz. © -/​Italienische Bergwacht/​dpa

Bei einem Lawinenunglück in Südtirol sind zwei Skifahrer ums Leben gekommen. Auf einer Höhe von 2.450 Metern wurden in den Stubaier Alpen nach Angaben der italienischen Bergwacht etwa zwei Dutzend Tourengeher von einem 150 Meter breiten und mehrere hundert Meter langen Schneebrett erfasst. Für zwei Männer aus Südtirol kam jede Hilfe zu spät. Fünf weitere Skifahrer - darunter auch drei Deutsche - wurden teils schwer verletzt. In den Alpen kam es diesen Winter bereits zu ungewöhnlich vielen Lawinenunglücken.

Das Schneebrett löste sich gegen 11.40 Uhr an der 2.669 Meter hohen Hohen Ferse nahe Ratschings in hochalpinem Gelände unweit des Gipfels. Es erfasste zwei Dutzend Skifahrer, die als Tourengeher gerade an einem Steilhang unterwegs waren. Die Mehrzahl konnte sich selbstständig retten. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden jedoch etwa zehn Wintersportler mitgerissen und von den Schneemassen begraben.

Mehrere Verschüttete trugen Ortungsgeräte

Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um einen 62-jährigen Bergführer, der mit einer Gruppe unterwegs war, und einen 56 Jahre alten Mann. Beide kamen aus der Region. Eine 26-jährige Italienerin musste in kritischem Zustand ins Krankenhaus geflogen werden.

Mehrere der verschütteten Skifahrer trugen Ortungsgeräte bei sich, was die Suche bei Lawinenunglücken erheblich erleichtert. Die Rettungskräfte waren mit mehr als 60 Helfern und auch mehreren Hubschraubern im Einsatz. 

Mindestens 127 Lawinentote bereits in Europa

Damit kamen in Europas Gebirgen in dieser Wintersaison seit Anfang Oktober bereits mindestens 127 Menschen durch Lawinen ums Leben. Die höchste Zahl an Lawinentoten wurde mit jetzt 34 Todesopfern in Italien registriert, gefolgt von Frankreich (31) und Österreich (29). Dies geht aus aktuellen Zahlen des European Avalanche Warning Service (EAWS) hervor, einem Zusammenschluss von Lawinenwarndiensten. In Deutschland gab es bislang keine Todesopfer.

Die Statistik enthält Todesfälle seit dem 1. Oktober - vor allem in den Alpen, aber auch in anderen Gebirgen wie beispielsweise den Karpaten weiter östlich. Die Wintersaison gilt noch nicht als beendet. Fest steht jedoch bereits, dass die Zahl der Todesopfer 2025/26 ungewöhnlich hoch ist. Im vergangenen Jahrzehnt gab es in Europa nur einen Winter, in dem noch mehr Menschen durch Lawinen starben: 2017/18 wurden 147 Todesopfer verzeichnet. 

Experten vermuten Klimawandel als einen der Gründe

Als einer der Gründe wird von Experten der Klimawandel genannt. Demnach verändern sich die traditionellen saisonalen Rhythmen durch höhere Temperaturen, weshalb der Schnee nicht mehr so fest ist. Zudem verbinden sich der sogenannte Altschnee und erst kürzlich gefallener Schnee nicht mehr so gut. Außerdem gebe es stärkere Winde, so dass sich gefährlicher Treibschnee ansammelt, heißt es. Besonders betroffen sind Regionen in Italien, im südlichen Teil der Alpen. Hinzu kommt, dass Skitouren und Abfahrten außerhalb der präparierten Pisten seit einiger Zeit beliebter werden.

© dpa-infocom, dpa:260321-930-847144/4

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