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Ganz still bringt ein Konzern Öl durch die Meerenge
24.08.2026 - 17:29 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Straße von Hormus auf einem Satellitenbild: Die Meerenge wird faktisch vom Iran blockiert. (Archivbild) (Quelle: -/The Visible Earth/NASA/dpa/dpa-bilder)
Die wenige Kilometer breite Straße von Hormus steht im Mittelpunkt der Eskalation im Nahen Osten. Jetzt nimmt der Verkehr wieder zu – wie auch die Drohungen.
Der Chef des französischen Ölkonzerns TotalEnergies, Patrick Pouyanne, hat eingeräumt, dass sein Unternehmen weiterhin profitabel Rohöl durch die Straße von Hormus transportiert. Das sagte er am Montag auf einer Energiekonferenz im norwegischen Stavanger, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Meerenge am Persischen Golf gilt seit Beginn des Kriegs zwischen den USA, Israel und dem Iran als weitgehend blockiert. Über sie liefen zuvor rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte.
Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran dauert bereits rund sechs Monate und hat sich zuletzt vor allem auf die wirtschaftliche Ebene verlagert. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte für Montag einen "wirtschaftlichen D-Day" mit den nach eigenen Worten "härtesten Sanktionen der Geschichte" gegen Teheran an. Verhandlungen über ein Ende des Krieges finden nicht statt, wie US-Präsident Donald Trump mitteilte. Der Iran drohte im Gegenzug, im Fall einer weiteren Eskalation keinen einzigen Tropfen Öl mehr durch den Persischen Golf zu lassen.
In der Realität geht der Handel durch die Meerenge jedoch weiter, wenn auch geringer als zuvor. "Wir sind heute wahrscheinlich der größte Händler von Öl aus dem Irak oder aus Katar", sagte Pouyanne. Rohöl bewege sich "heute sehr leise und nicht öffentlich" durch die Straße von Hormus, fügte er hinzu. Hohe Preisnachlässe der Ölproduzenten glichen die gestiegenen Transportkosten mehr als aus. Ein Barrel koste Käufer derzeit 50 bis 60 Dollar statt des Brent-Referenzpreises, der am Montag bei mehr als 90 Dollar lag.
Neue Route über Oman
Der Transport eines Supertankers durch die Meerenge und zurück koste rund 20 Millionen Dollar, rechnete Pouyanne vor. Auf zwei Millionen Barrel Ladung verteilt, ergebe das einen Aufpreis von zehn Dollar pro Barrel. Für raffinierte Ölprodukte lohne sich die Route wegen der geringeren Kapazität der eingesetzten Schiffe dagegen nicht. Kein einziger Tanker mit Ölprodukten verlasse derzeit die Meerenge, so Pouyanne.
Seit Mai unterstützen die USA nach Angaben des Schifffahrts-Analysten Kpler stillschweigend Tanker bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Mehr als 80 Prozent der Flüssigfracht der vergangenen zwei Wochen nutzte demnach entweder einen von den USA unterstützten Korridor entlang der omanischen Küste oder schaltete die Ortungssysteme aus. Der Iran lehnt die von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation genehmigte Route ab. Kplers Rohölanalyst Homayoun Falakshahi sagte dem Sender CNN, der Iran habe die Kontrolle über die Meerenge zumindest teilweise verloren.


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