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Orgo-Life the new way to the future Advertising by Adpathway»Nahezu alle« der Zehntausenden Menschen aus Nordafrika haben laut Spaniens Regierung die Exklave Ceuta wieder verlassen. Die EU plant für Samstag ein Krisentreffen.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AP, jtr , vsp 1. August 2026, 0:37 Uhr
Mehr als 48.000 der Migranten, die seit Donnerstag in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt waren, sind nach Marokko zurückgekehrt. Das teilte das spanische Innenministerium mit. Laut der Regionalregierung von Ceuta hatten etwa 60.000 Menschen die Exklave erreicht. Spaniens Zentralregierung sprach von 50.000 Menschen.
»Nahezu alle, die in Ceuta angekommen waren, sind inzwischen wieder nach Marokko zurückgekehrt«, bestätigte der spanische Außenminister José Manuel Albares am Abend auf X. Nach Angaben der Regierung kehrten Zehntausende Migranten freiwillig über den Grenzdamm nach Marokko zurück. Hunderte weitere seien noch auf dem Rückweg. Experten der EU-Mitgliedstaaten planen für Samstag ein Treffen zur Lage. Für Montag ist nach Angaben der irischen EU-Ratspräsidentschaft eine Sitzung auf Botschafterebene angesetzt.
Auch in Melilla sind Grenzschützer im Einsatz
In der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla versuchten Migranten Berichten zufolge ebenfalls, irregulär einzureisen. Rund 500 Menschen hätten am Freitagabend in Melilla versucht, die Grenze von Marokko aus zu überqueren, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE. Sicherheitskräfte seien im Einsatz gewesen. Zwei Stunden später, um 21 Uhr, habe es einen weiteren Versuch gegeben, den Grenzzaun zu überwinden.
Mehrere Menschen schleuderten dem Bericht zufolge Steine auf die Beamten, während Sicherheitskräfte Tränengas eingesetzt hätten. Zunächst war unklar, ob einige der Migranten nach Melilla gelangt waren. Der Grenzübergang Beni Ansar ist seit Donnerstagabend geschlossen.
Der spanische Außenminister verwehrte sich auch gegen Kritik anderer EU-Staaten nach mangelnder Grenzsicherung. Die Integrität des Schengenraums sei gewährleistet, sagte er. Es sei nicht möglich, von der Exklave Ceuta auf das spanische Festland zu gelangen, ohne sich auszuweisen. Albares kritisierte die »interessengeleitete Verwirrung« rund um die Krise. Italien hatte zuvor angekündigt, das Schengenabkommen zum freien Personenverkehr innerhalb der EU vorübergehend auszusetzen.
Regierung meldet 57 Tote
Nach Angaben der spanischen Regierung starben mindestens 57 Menschen beim Versuch, Ceuta zu erreichen. Viele Menschen sollen ertrunken sein. Zudem soll es eine Massenpanik gegeben haben.
Ceuta hat weniger als 85.000 Einwohner und ist mit einer Fläche von nur 18,5 Quadratkilometern etwas kleiner als der Frankfurter Flughafen. Die kleine Exklave hatte nach dem Andrang der Migranten die spanische Zentralregierung gebeten, den Notstand auszurufen. Tausende Migranten, darunter unbegleitete Minderjährige, schliefen in Parks oder auf Bürgersteigen.
Die aktuellsten Entwicklungen zur Lage in Ceuta und Melilla lesen Sie hier.


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