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Ukraine "einfrieren": Minister legt Geheimplan vor
03.10.2026 - 04:38 UhrLesedauer: 3 Min.

Angriff auf ein Kraftwerk in Kiew: Russland greift die Energieinfrastruktur der Ukraine immer häufiger an. (Quelle: Energieministerium der Ukraine)
Russland soll vorhaben, die Energieinfrastruktur der Ukraine weitgehend zu zerstören. Kiew will einen Geheimplan erhalten haben.
Das russische Militär hat in den vergangenen Tagen wieder verstärkt die ukrainische Energieinfrastruktur in Angriff genommen. Damit folgt es offenbar einem Plan, die Energieversorgung im Winter massiv zu beeinträchtigen. Mit Attacken auf Kraftwerke und Stromleitungen soll den Ukrainern die Energieversorgung noch vor dem Winter erheblich eingeschränkt werden. Das hat laut Bericht der "New York Times" der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal den europäischen Partnern mitgeteilt.
Er soll einen russischen Geheimplan übermittelt haben, der auch der US-Zeitung vorliegt. Wie die Ukraine an den Plan kam, ist nicht bekannt. Das jetzt vorgelegte Dokument ist auf Russisch geschrieben, die Echtheit konnte aber von der "New York Times" nicht überprüft werden. Kremlherrscher Wladimir Putin hatte bereits vor Wochen öffentlich angekündigt, die Energieinfrastruktur der Ukraine ins Visier zu nehmen.
Laut Dokument soll die ukrainische Energieversorgung durch gezielte Angriffe zum Erliegen gebracht werden. Es sollen Kampagnen mit bis zu 1.000 Raketen, Drohnen und Bomben durchgeführt werden, um die Ukraine zum Winterbeginn geradezu "einzufrieren"., wie die "New York Times" schreibt. Ziele sind demnach Schaltstationen und Kraftwerke. In dem Dokument ist aber auch von Raketenangriffen auf die Schaltanlagen von Atomkraftwerken die Rede. Die Anlagen befinden sich laut Bericht weniger als 1,6 Kilometer entfernt von den Atomreaktoren.
Ziel: Große Städte isolieren
Außerdem soll die Wasserversorgung nachhaltig beschädigt werden, so der Plan. Für Russland sind demnach Pumpstationen und Abwasseranlagen für die Zivilbevölkerung legitime Ziele. Letztlich sollen alle großen ukrainischen Städte von Strom, Wärme und Wasser abgeschnitten werden. Putin könnte laut Experten versuchen, die ukrainische Bevölkerung dazu zubringen, die Regierung in Kiew zur Kapitulation zu bewegen.
Der Schritt kommt offenbar auch, weil Putins Truppen an der Front weitgehend feststecken. In einigen Regionen wie Donezk in der Ostukraine rücken ukrainische Truppen sogar vor, die Operation Vivaldi, eine Gegenoffensive, trägt laut Expertenberichten wie den Analysten vom Institut für Kriegsstudien Früchte. Selbst russische Militärblogger äußern Zweifel daran, ob die baldige Einnahme der Region Donezk, wie von Putin verkündet, innerhalb der nächsten Monate überhaupt möglich ist. Der ukrainische Außenminister Andrii Sybiha bezeichnete die jüngsten Angriffe Russlands als "absichtliche" Ablenkung von dessen zermürbender Offensive im Osten der Ukraine, die seit dem letzten Jahr an Schwung verloren hat.
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