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Putin verteilt Staatsbudget neu – das spricht für eine Mobilisierung
29.09.2026 - 10:25 UhrLesedauer: 3 Min.

Russische Soldaten im Ukrainekrieg (Archivbild): Moskau erhöht erneut die vorgesehene Truppenstärke. (Quelle: Sergey Pivovarov/reuters)
Kiew warnt seit Wochen vor einer neuen Mobilisierung. Nun will Russland seine Militärausgaben 2027 deutlich stärker erhöhen als bisher geplant. Gleichzeitig hebt Putin erneut die vorgesehene Truppenstärke an.
Russland hat seine geplanten Militärausgaben für das kommende Jahr drastisch erhöht. Für 2027 sollen 17,1 Billionen Rubel in die Verteidigung fließen, umgerechnet etwa 178 Milliarden Euro. Das geht aus russischen Haushaltsunterlagen hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Noch im vergangenen Jahr waren für 2027 lediglich 13,5 Billionen Rubel vorgesehen. Die neue Planung liegt damit rund 27 Prozent darüber und auf dem höchsten Stand seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
Allein 2027 sollen damit 35 Prozent der gesamten russischen Staatsausgaben in die Verteidigung fließen. Für die Jahre 2027 bis 2029 sind insgesamt etwa 50 Billionen Rubel vorgesehen, also etwa 520 Milliarden Euro. Rechnet man die Ausgaben für nationale Sicherheit, Polizei und andere Sicherheitsorgane hinzu, sind 21,4 Billionen Rubel und damit 43,9 Prozent des gesamten Bundeshaushalts vorgesehen.
Die Zahlen zeigen, dass Moskau auch für die kommenden Jahre mit sehr hohen Kriegskosten plant. Ob dahinter bereits konkrete Vorbereitungen für eine neue Mobilisierungswelle stehen, lässt sich aus den Haushaltsdaten allerdings nicht ableiten. Auffällig ist jedoch das Timing.
Putin vergrößert die Armee erneut
Fast zeitgleich mit den neuen Haushaltszahlen hat Präsident Wladimir Putin die zulässige Personalstärke der russischen Streitkräfte erneut erhöht. Seit Montag liegt sie bei insgesamt rund 2,44 Millionen Beschäftigten, darunter 1.550.500 Militärangehörige. Damit kommen 15.500 militärische Stellen hinzu. Die Regierung wird in Putins Dekret ausdrücklich angewiesen, die dafür nötigen Haushaltsmittel bereitzustellen.
Es ist bereits die vierte Erhöhung der vorgesehenen Truppenstärke in diesem Jahr. Seit März kamen nach einer Auswertung des unabhängigen russischen Mediums "Meduza" insgesamt 50.500 militärische Stellen hinzu. Eine höhere Sollstärke bedeutet allerdings noch nicht, dass diese Posten tatsächlich besetzt sind. Russland versucht seit Jahren, neue Soldaten zu gewinnen. Je nach Region können die einmaligen Prämien für einen Kriegseinsatz mehrere Millionen Rubel erreichen.
Auch im Haushaltsentwurf sind Mittel für Soldzahlungen und andere Personalausgaben vorgesehen. Der Ausbau der Armee kann daher ebenso bedeuten, dass Moskau seine bisherige Strategie mit Vertragssoldaten fortsetzt und dafür mehr Geld bereitstellen muss.


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