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Russen fürchten Putins Zugriff – und plündern ihre Konten
18.08.2026 - 16:15 UhrLesedauer: 2 Min.

Wladimir Putin (Archivbild): Der russische Präsident sucht nach Wegen, den Krieg gegen die Ukraine weiter zu finanzieren. (Quelle: IMAGO/Alexei Nikolsky/imago)
Das Vertrauen in Russlands Finanzsystem schwindet – offenbar auch im Inland. Die Folgen treffen einen wichtigen Pfeiler der staatlichen Kriegsfinanzierung.
Russische Sparer und Unternehmen haben in diesem Sommer Milliarden US-Dollar aus dem Bankensystem abgehoben. Allein in den ersten beiden Augustwochen flossen nach Daten der russischen Zentralbank umgerechnet fast 3,4 Milliarden Dollar ab. Im Juli waren es demnach bereits 7,3 Milliarden Dollar, im Juni mehr als 4,5 Milliarden Dollar.
Hinter der Flucht ins Bargeld steht laut einem Bericht der "Washington Post" die Sorge, der Kreml könnte angesichts der hohen Kriegskosten auf private Einlagen zugreifen. Gleichzeitig verstärken ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ziele wie die Warenlager des Handelsriesen Wildberries die Nervosität. "Die Drohnen fliegen. Dinge brennen. Die Nervosität wächst", sagte ein ehemaliger hochrangiger russischer Finanzbeamter der "Washington Post".
Hinzu komme bei vielen Menschen offenbar die Überlegung, Bargeld lieber "unter dem Kopfkissen" aufzubewahren als bei Banken, "wo es möglicherweise nie zurückgegeben wird", so der russische Ex-Beamte. Und die Sorge vor staatlichen Zugriffen auf Privatvermögen kommt nicht aus dem Nichts.
Russische Staatsanwälte bezifferten den Wert der allein im vergangenen Jahr eingezogenen Vermögenswerte laut "Washington Post" auf 51,5 Milliarden Dollar, also rund 45,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig schwächelt die Wirtschaft. Im ersten Halbjahr 2026 wuchs das Bruttoinlandsprodukt laut dem Bericht nur noch um 0,3 Prozent.
Sorge vor Zugriff auf Ersparnisse
Alexandra Prokopenko, frühere Beraterin der russischen Zentralbank, sieht in den Abhebungen einen Ausdruck tiefen Misstrauens. Eine Verstaatlichung von Einlagen halte sie zwar für unwahrscheinlich. Sie könne aber nicht ausschließen, dass die Behörden Abhebungen beschränkten.
Die Abflüsse setzen zugleich die Banken unter Druck. Taras Skworzow, Finanzvorstand der Sberbank, warnte Ende Juli vor fehlender Liquidität. "Monat für Monat gibt es einen großen Abfluss", sagte er im Gespräch mit Radio RBK.


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