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Putins Oreschnik-Rakete hat offenbar eine Schwäche

3 hours ago 5

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Weit von Zielen entfernt eingeschlagen

Putins neue Rakete fliegt wohl mit alter Sowjettechnik


20.06.2026 - 02:01 UhrLesedauer: 3 Min.

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Wladimir Putin bei einer Konferenz mit Militärs: Der Kremlchef sieht seine neue Waffe nun doch nicht fertig für den Einsatz. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Russian Presidential Press Servi/imago)

Die Oreschnik-Rakete ist Russlands neueste Hyperschall-Waffe. Doch bei der Navigation gibt es offenbar erhebliche Mängel.

Vor zwei Jahren hat der russische Präsident Wladimir Putin die Oreschnik-Rakete als neueste Entwicklung angekündigt, mit der man westlichen Mittelstreckenraketen begegnen wolle. In der Ukraine fürchtet man die Angriffe mit der Mittelstreckenwaffe, Präsident Selenskyj warnte unlängst vor einem Angriff. Doch offenbar hat das System eine Achillesferse.

Wie das US-amerikanische Rechercheportal "Dallas Analytics" berichtet, steckt in der Superwaffe nicht nur moderne Technik. Was Putin als unabwehrbar bezeichnet, scheint eine Schwachstelle zu haben, die entscheidend ist. Denn wie das Portal berichtet, hängt es bei der Treffgenauigkeit der Oreschnik gewaltig. Sie soll eine Abweichung von mehr als zehn Kilometern haben.

Putin: Rakete kann nicht abgefangen werden

Die russische Oreschnik-Rakete ist eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete, die nach Angaben des Kreml eine Geschwindigkeit von mehr als 12.000 Kilometern pro Stunde und Ziele in 3.000 bis 5.500 Kilometer Entfernung erreichen kann. Laut Russlands Präsident Wladimir Putin ist es selbst für moderne Luftabwehrsysteme "unmöglich", die Rakete abzufangen.

Seit der ersten Vorführung hat Russland drei dieser Raketen auf ukrainischem Gebiet eingesetzt. Eine einzelne Rakete schlug im Januar 2026 in der Region Lemberg ein. Monate später, am 24. Mai 2026, traf ein Sprengkopf Garagen einer zivilen Genossenschaft in Bila Tserkva, während der zweite über besetztem Gebiet in der Region Donezk niederging.

Ein russischer Beamter aus dem Verteidigungsministerium in Moskau hat nun laut "Dallas Analytics" erklärt, dass in den Raketen nicht nur neue Technik steckt. Stattdessen habe man bestehende Komponenten verwendet. Dazu gehörten auch Teile, die noch zu Sowjetzeiten entwickelt wurden. Trümmerstücke der Oreschnik, die der US-Sender CNN untersucht hat, zeigen, dass unter anderem eine GU-503-Einheit gefunden wurden. Dabei handelt es sich um ein Gyroskop, eine Art Kreisel.

Im Video | Das kann Putins Oreschnik-Rakete

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Damit eine Rakete ihr Ziel findet, muss der Computer in der Lage sein, bestimmte Bewegungen zu kontrollieren: Die Nase nach oben oder unten zu richten, sie nach links oder rechts um die eigene Achse zu bewegen und die Nase nach rechts und links zu bewegen.

"Ohne ein einwandfrei funktionierendes Gyroskop fliegt die Waffe 'blind' und kann nicht erkennen, ob sie vom Kurs abgebracht haben. Da eine ballistische Rakete auf einer exakten mathematischen Flugbahn basiert, verstärkt sich ein unkorrigierter mechanischer Fehler von nur 0,5 Grad bei Hyperschallgeschwindigkeiten über die gesamte Flugbahn hinweg und führt zu einer Abweichung vom Zielort von mehreren zehn Kilometern", schreibt "Dallas Analytics".

Unterlagen zeigen: Firmen war Problem bekannt

Den Rechercheuren liegen Unterlagen russischer Rüstungsfirmen vor, die an der Entwicklung der Rakete beteiligt waren. Ein Dokument vom 18. März 2025 deckt ein gravierendes Genauigkeitsdefizit auf, und belegt, dass dem Hochgeschwindigkeits-Wiedereintrittsprofil die Präzisionslenkung fehlt, die die GU-503 eigentlich gewährleisten sollte. Die Quelle von "Dallas Analytics" aus dem russischen Verteidigungsministerium bestätigte, dass die Firmen unter dem Druck, die strengen Fristen Wladimir Putins einzuhalten, die üblichen Qualitätssicherungsprotokolle umgingen.

In einem internen Schreiben zwischen den russischen Rüstungsfirmen Michurinsk und JSC AOMZ heißt es demnach: "Wir möchten Sie hiermit darüber informieren, dass GU-503-Artikel seit geraumer Zeit nicht mehr in Serie von unserem Unternehmen hergestellt werden. Da die Schaltungsauslegung der Geräte, die für die Einstellung, den Einbrennbetrieb und die Prüfung der GU-503-Artikel verwendet werden, Anfang der 1970er Jahre entwickelt wurde, ist sie technisch veraltet".

Es wurde von den Ingenieuren vorgeschlagen, eine neue Technik zu entwickeln. In den Trümmern einer Oreschnik-Rakete sei aber 2026 ein GU-503-Gyroskop gefunden worden, das den Fertigungsstempel 2025 trug, berichten "Dallas Analytics".

Putin wiegelte ab

Offenbar sind die Probleme mit der Navigationsgenauigkeit dem Kreml bekannt. Nachdem eine Rakete in einer Produktionshalle eines landwirtschaftlichen Betriebs in der Ukraine eingeschlagen war statt auf einem Militärgelände, ruderte Wladimir Putin zurück. Es seien Tests, die man mit der Rakete mache, und man habe nur den Einschlag beobachten wollen.

Im August 2025 hatte Putin jedoch angekündigt, dass die Oreschnik nun in Produktion sei und unter anderem in Belarus stationiert werden soll. "Die Vorbereitungsarbeiten laufen derzeit, und höchstwahrscheinlich werden wir sie noch vor Jahresende abgeschlossen haben", sagte Putin und fügte hinzu, dass die erste Serie von "Oreschniks" und deren Systeme bereits produziert und in den militärischen Dienst gestellt worden seien.

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