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Putin nimmt den nächsten Staat ins Visier
09.05.2026 - 15:14 UhrLesedauer: 2 Min.

Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt den armenischen Premierminister Nikol Paschinjan im Kreml: Im Juni stehen die nächsten Parlamentswahlen in der Kaukasusrepublik an. (Quelle: IMAGO/Russian Foreign Ministry's official \ apaimages)
In einem Monat wählt Armenien ein neues Parlament. Neue Recherchen zeigen: Putin versucht, Einfluss auf den Wahlausgang zu nehmen.
Das kleine Land Armenien hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter an den Westen angenähert. So fand etwa der Gipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft in der vergangenen Woche erstmals in der Hauptstadt Eriwan statt. Damit entfernt sich die Kaukasusrepublik zunehmend von der einstigen Schutzmacht Russland.
Dieser Umstand dürfte Kremlchef Wladimir Putin sauer aufstoßen – und könnte dazu führen, dass Moskau versucht, sich in die armenische Innenpolitik einzumischen. Hinweise darauf gibt ein bisher geheimes Dokument, über das das schwedische Magazin "Blankspot" berichtet. Das Papier mit dem Titel "Programm für die Arbeit in der Anti-Paschinjan-Richtung für 2026" beschreibt Maßnahmen, um die Unterstützung für die Regierung von Ministerpräsident Nikol Paschinjan zu verringern.
Im Video | Putin plötzlich massiv abgeschirmt
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So plane Russland etwa die Ausweitung pro-russischer Inhalte in sozialen Netzwerken wie Facebook, TikTok, Instagram und YouTube. Die Reichweite entsprechender Inhalte solle von bislang rund einer Million auf bis zu drei Millionen Aufrufe pro Tag steigen.
Armenien fordert Unterstützung von EU
Außerdem ist laut dem Bericht vorgesehen, die Zahl regierungsfeindlicher Meinungsführer im Netz deutlich auszubauen. Einzelne oppositionelle Kandidaten sollten demnach bei ihrer Online-Präsenz unterstützt werden. Das Papier erwähnt zudem sogenannte "False-Flag"-Kampagnen in sozialen Medien sowie koordinierte Kommentaraktionen gegen Mitglieder der Regierungspartei "Civil Contract".
Die armenische Regierung hatte bereits Ende 2025 Unterstützung der Europäischen Union gegen mögliche russische Einflussnahme angefordert. EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte laut "Blankspot", dieselben Netzwerke, die zuvor in Moldau aktiv gewesen seien, arbeiteten inzwischen auch in Armenien.
Datensatz wohl durch Hack erbeutet
Im April hatte der Facebook-Konzern Meta nach eigenen Angaben rund 70 gefälschte Konten und Seiten in Armenien gelöscht. Zudem verwiesen Cybersicherheitsexperten zuletzt auf mutmaßliche Phishing-Angriffe aus Russland.
Der schwedische Sicherheitsexperte Patrik Oksanen sagte dem Magazin, das Dokument passe zu bekannten Mustern russischer Einflussoperationen. Ziel sei weniger klassische Propaganda als vielmehr die Förderung von Misstrauen, Polarisierung und politischer Resignation.


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