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Neue Vorwürfe gegen britische Rechtspopulisten um Farage
Aktualisiert am 04.09.2026 - 18:43 UhrLesedauer: 4 Min.

Gegen die britische Partei von Nigel Farage wurden erneut Vorwürfe erhoben. (Quelle: Thomas Krych/AP/dpa/dpa-bilder)
Die britischen Rechtspopulisten der Partei Reform UK werden mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Wieder geht es um Geld. Noch während der Jahreskonferenz folgen erste personelle Konsequenzen.
Die Schlange vor den Messehallen des Kongresszentrums in Birmingham ist mehrere Hundert Meter lang. Der zweite Tag der Jahreskonferenz von Großbritanniens rechtspopulistischer Partei Reform UK hat zwar längst begonnen - für die Chance, insbesondere Parteichef Nigel Farage nahezukommen, stehen dessen Anhängerinnen und Anhänger aber geduldig an. Die Aufdeckung eines weiteren mutmaßlichen Spendenskandals spielt kaum eine Rolle.
"Farage wird sich schon darum kümmern", sagt in Halle 3 Parteimitglied Robert, der sein Alter nicht nennt. Der Mann trägt eine Weste mit aufgenähten britischen Fahnen. Etwa eine Stunde zuvor hatte Farage in einem Interview des Senders LBC vorgegeben, die Partei habe "keine Gesetze gebrochen" und auch kein dubioses Geld oder Ähnliches angenommen.
Genau diesen Verdacht legt aber eine vom Sender Channel 4 News ausgestrahlte Recherche nahe. Im Kern geht es darum, dass Parteifunktionäre Wege gesucht haben sollen, Geld aus dem Ausland unter Umgehung der britischen Spendenregeln für die Partei nutzbar zu machen. Reform wurde dabei auch eine Großspende von einem vermeintlichen US-amerikanischen Unternehmer und dessen Sohn angeboten - dabei handelte es sich aber um verdeckte Reporter der Investigativgruppe "Verbatim Investigations".
"Reform UK hat nach der Ausstrahlung einer Sendung von Channel 4 News eine Untersuchung eingeleitet", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur PA zufolge. Zwei hochrangige Funktionäre legten am Morgen ihre Parteiämter nieder, darunter ein enger Berater von Farage. Mehrere britische Medien sendeten längere Berichte darüber, wie groß der Einfluss des Beraters auf den Parteichef gewesen sein soll.
Brite zu sein, "ist nichts Schlechtes"
Sein Vertrauen in die Parteispitze sei ungebrochen, sagt der 19 Jahre alte Archie. Dem Studenten ist es wichtig zu betonen, dass die Partei bei Verfehlungen eine Nulltoleranzpolitik verfolge. Das gelte auch für rassistische Äußerungen. Der junge Mann unterstützt Reform, weil es wieder in Ordnung sein solle, britisch zu sein. "Das ist nichts Schlechtes", sagt er, es werde aber schlecht gemacht.
Migration steht seit jeher im Zentrum der Politik von Farage. Vor gut einem Jahr hatte der Brexit-Vorkämpfer seine Pläne zur Bekämpfung von irregulärer Migration vorgestellt - er würde im großen Stil abschieben, ohne große Rücksicht auf individuelle Lebenslagen und die Situation im jeweiligen Heimatland. Parteimitglied Robert sagt, er habe nichts gegen Einwanderung. Alle, die arbeiten würden, seien willkommen. Ihm gehe es nur um die Kontrolle.


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