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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayTrump bleibt außen vor
Der Nato-Gipfel wird zur Rüstungsmesse
Aktualisiert am 10.07.2026 - 08:10 UhrLesedauer: 4 Min.
Die Nato-Staaten vergeben auf dem Ankara-Gipfel Milliardenaufträge für neue Rüstungsprojekte. Die USA bleiben weitgehend außen vor. Trump reagiert.
Mark Rutte umschrieb es zum Gipfel-Auftakt so: "Wir werden neue Verträge im Wert von mehreren zehn Milliarden besiegeln, die die entscheidende Ausrüstung liefern, die wir für Abschreckung und Verteidigung benötigen", sagte der Nato-Generalsekretär in Ankara.
Rutte sprach nicht vorrangig zu den Staats- und Regierungschefs auf dem Nato-Treffen in der Türkei. Vielmehr eröffnete Rutte ein eigenes "Defence Industry Forum" der Allianz mit Vertretern aus Politik, Militär und Rüstungsindustrie. Das Forum "wird dazu beitragen, unsere Volkswirtschaften zu stärken, Innovationen zu verbreiten und Hunderttausende von Arbeitsplätzen auf beiden Seiten des Atlantiks zu sichern", sagte Rutte. Selten war ein Nato-Gipfel so sehr auch eine Rüstungsmesse wie nun in der Türkei.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Sicherheitslage in Europa verändert. Allein Deutschland legte ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr auf.
Hinzu kommt das Drängen von US-Präsident Donald Trump, der die europäischen Nato-Mitglieder drängt, ihre Rüstungsausgaben zu erhöhen.
So ergaben sich rund um den Nato-Gipfel etliche Rüstungsdeals. Ein Überblick:
- U-Boot-Auftrag für Deutschland: Die Werften von TKMS in Kiel und Wismar erhielten aus Kanada den Auftrag für den Bau von mindestens zwölf U-Booten. Von einem Volumen von bis zu 100 Milliarden Euro in den kommenden Jahren ist die Rede. Auch Kanada war an der Entwicklung der Spezial-U-Boote beteiligt. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich bei einer Reise nach Kanada persönlich für die Kooperation starkgemacht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach am Rande des Nato-Gipfels von einer "neuen Ära der Kooperation mit Kanada und Norwegen".
- Awacs-Nachfolge aus Schweden: Der schwedische Konzern Saab liefert mit dem GlobalEye die Nachfolger für die Awacs-Flugzeuge zur Luftaufklärung der Nato. Die Boeing-Jets vom Typ Awacs (Airborne Warning and Control System) waren 1982 in Dienst gestellt worden. Sie sind in Geilenkirchen nahe Köln stationiert. Ihre Nachfolge kommt nun aus Schweden. Die Entscheidung für Saab ist damit ein Signal. Schweden war der Nato erst 2024 beigetreten, ist aber unmittelbar zu einem wichtigen Bündnisstaat aufgestiegen und liefert nun mit den zehn Maschinen vom Typ GlobalEye eine zentrale Verteidigungskomponente. Ein Flugzeug soll bis zu 450 Millionen Dollar kosten.
- Neue Drohnen für die Aufklärung: Deutschland, Dänemark, Finnland und Norwegen kündigten in Ankara an, bis zu fünf MQ-4C Triton-Drohnen für die Nato beschaffen zu wollen. Die Drohnen des US-Herstellers Northrop Grumman – Fachleute sprechen von High Altitude Long Endurance (Hale) – können bis zu 24 Stunden in der Luft bleiben. Sie werden die "Alliance Ground Surveillance" (AGS) der Allianz ergänzen.
- Satellitenprojekte im Weltraum: Deutschland, Kanada, Dänemark, Finnland, Norwegen, die Niederlande, Schweden und die Türkei wollen gemeinsam eine militärische Satellitenkonstellation im All entwickeln, die die Kommunikation, den Austausch von nachrichtendienstlichen Informationen und die Verfolgung von Raketen verbessern soll.
- Schnelleres Beschaffungsprogramm: Die Nato will zudem bis zu 40 Milliarden Dollar in neue Drohnen investieren. Unter anderem soll ein Programm zur beschleunigten Ausbildung von Drohnenpiloten aufgelegt werden. Zudem soll die Beschaffung von Drohnen beschleunigt werden.
- Neuer Auftrag für Airbus: Der europäische Flugzeugbauer Airbus sicherte sich in Ankara neue Bestellungen. So kündigten Belgien, Kroatien, Frankreich, Polen, Spanien, Großbritannien und die Türkei ein gemeinsames Projekt für den strategischen Lufttransport an. Die Airbus A400M-Militärflieger können bis zu dreihundert Soldaten transportieren, aber auch zur Luftbetankung genutzt werden.
Bei den Rüstungsaufträgen fällt auf: Die europäischen Nato-Staaten verteilen die Aufträge vor allem untereinander und kooperieren dabei sehr stark mit Kanada. Die USA bleiben außen vor.
Strategisches Ausgrenzen Trumps
"Ringfencing" – strategisches Abgrenzen – nennen Fachleute diese Strategie. Der kanadische Premier Mark Carney hatte schon mit seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos die neue Richtung vorgegeben: eine neue Kooperation der Mittelmächte. Dabei hatte Carney vor allem die EU-Staaten im Blick.
Das Jacques-Delors-Institut in Berlin analysierte: "Die aktuelle Lage erfordert dringendes Handeln Europas, wenn es nicht von der Zangenbewegung zwischen Trump auf der einen und dem Bündnis aus Chinas Präsident Xi Jinping und Russlands Staatschef Wladimir Putin auf der anderen Seite erdrückt werden will."


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