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Nahost-Krieg: Libanon meldet Angriffe aus Israel trotz Waffenruhe

9 hours ago 1

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Newsblog zum Krieg in Nahost

Trotz Waffenruhe: Libanon meldet neue Angriffe aus Israel


Aktualisiert am 04.06.2026 - 10:14 UhrLesedauer: 17 Min.

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Angriffe im Libanon (Archivbild): Nach libanesischen Angaben bleibt die Waffenruhe brüchig. (Quelle: IMAGO/Courtney Bonneau/imago)

Trump bestätigt einen telefonischen Ausraster. Die Waffenruhe im Libanon bröckelt nach Angaben aus Beirut. Alle Entwicklungen zum Krieg in Nahost im Newsblog.

Donnerstag, 4. Juni

Medien: Tote nach israelischem Angriff auf Gaza

Bei neuen israelischen Luftangriffen in der Stadt Gaza sind nach palästinensischen Angaben mindestens neun Menschen getötet worden. 15 weitere Palästinenser hätten Verletzungen erlitten, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Es seien insgesamt vier Wohnungen angegriffen worden. Unter den Verletzten sei ein neunjähriges Mädchen. Ein israelischer Armeesprecher sagte auf Anfrage, man prüfe die Berichte.

Offiziell gilt seit Oktober vergangenen Jahres eine Waffenruhe im Gazastreifen. Dennoch kommt es immer wieder zu israelischen Angriffen und bewaffneten Zwischenfällen.

Libanon meldet Angriffe trotz Feuerpause

Trotz eines neuen Anlaufs zu einer Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah soll es im Libanon weiter zu israelischen Angriffen gekommen sein. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete am Donnerstagmorgen von mindestens zwei Drohnenangriffen auf verschiedene Fahrzeuge im Süden des Landes. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht.

Das Militär warnte die libanesische Bevölkerung aber vor einer Rückkehr in den Süden des Landes. "Die Kämpfe im Südlibanon gehen weiter", teilte ein Sprecher in arabischer Sprache auf X mit. Es würden Ziele der vom Iran unterstützen Hisbollah angegriffen, hieß es.

Israel und der Libanon hatten sich in der Nacht erneut auf einen Weg zur Umsetzung der Waffenruhe geeinigt. Dies sei abhängig von einer kompletten Einstellung der Angriffe der proiranischen Hisbollah-Miliz gegen Israel, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung nach Gesprächen zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern in Washington. Der Iran macht eine "Waffenruhe an allen Fronten" zur Voraussetzung für ein dauerhaftes Abkommen mit den USA.

Trump: USA werden iranisches Uran übernehmen

Die USA werden nach den Worten von US-Präsident Donald Trump im Rahmen eines derzeit diskutierten Abkommens die iranischen Bestände an hochangereichertem Uran übernehmen. "Wir werden es uns in nicht allzu ferner Zukunft holen", sagt Trump. Die Uran-Vorräte Teherans sind ein Hauptstreitpunkt in den Verhandlungen.

Mittwoch, 3. Juni

Israel und Libanon vereinbaren "Umsetzung von Waffenruhe"

Israel und der Libanon einigten sich am Mittwoch darauf, ihren brüchigen Waffenstillstand zu verlängern und eine Reihe von "Pilot"-Sicherheitszonen im Libanon einzurichten, aus denen Hisbollah-Kämpfer verbannt werden sollen. In einer gemeinsamen Erklärung, die nach einer vierten Runde der von den USA vermittelten Gespräche im Außenministerium veröffentlicht wurde, erklärten beide Seiten, der Waffenstillstand hänge "von einer vollständigen Einstellung der Feuergefechte durch die Hisbollah und der Evakuierung aller Hisbollah-Kämpfer" aus den Gebieten südlich des Litani-Flusses ab.

Es war zunächst unklar, wie die Sicherheitszonen eingerichtet werden sollen, doch sieht die Vereinbarung vor, dass die libanesische Armee die volle Kontrolle über diese Gebiete übernimmt. Es wurden zunächst keine Angaben gemacht, ob es sich bei dem neuen Bekenntnis zur Waffenruhe um eine zeitlich begrenzte Verlängerung handelte. Zuvor war die Waffenruhe jeweils befristet verlängert worden.

Iran: Gespräche mit USA gehen noch weiter

Inmitten von Spekulationen über ein Ende der Verhandlungen zwischen USA und Iran betont der iranische Außenminister, dass weiter Kontakte bestehen. Die Gespräche mit den USA seien nicht abgebrochen, sagte Abbas Araghtschi dem libanesischen Sender Al-Majadin, der der Hisbollah-Miliz nahesteht, in einem Interview, das auch in iranischen Medien veröffentlicht wurde.

Es gehe in den Verhandlungen jedoch erst voran, wenn der Krieg gegen den Iran sowie im Libanon beendet sei, sagte er demnach weiter. In den vergangenen Tagen hatten iranische Medien unter Berufung auf Verhandlungskreise berichtet, Gespräche zwischen den Kriegsparteien seien abgebrochen worden.

Kuwait weist iranische Diplomaten

Kuwait hat als Reaktion auf die jüngsten iranischen Angriffe auf sein Staatsgebiet zwei iranische Diplomaten zu unerwünschten Personen erklärt und deren Ausreise binnen 24 Stunden angeordnet. Zudem werde die Zahl der Mitarbeiter der iranischen Botschaft im Emirat reduziert, teilte das kuwaitische Außenministerium am Mittwoch auf der Plattform X mit.

Demnach wurde der kommissarische Geschäftsträger der iranischen Botschaft in Kuwait ins Außenministerium einbestellt. Dort übergab ihm die Regierung eine formelle Protestnote gegen die nach kuwaitischer Darstellung anhaltenden iranischen Angriffe.

Die Entscheidung sei aufgrund der fortgesetzten und schweren iranischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen getroffen worden. Die Einrichtungen hätten mehrere zivile Einrichtungen und lebenswichtige Anlagen zum Ziel gehabt, darunter den Internationalen Flughafen Kuwait.

Netanjahu "verdammt irre": Trump bestätigt Wutausbruch

US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einem Telefonat scharf kritisiert zu haben. Dabei habe er Netanjahu "verdammt irre" ("fucking crazy") genannt. Er sei verärgert über die anhaltenden militärischen Aktionen Israels im Libanon gewesen und habe Netanjahu aufgefordert, weitere Angriffe zu unterlassen. Zuvor hatten US-Medien über die ungewöhnlich deutliche Wortwahl Trumps berichtet.

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