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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayProteste gegen Bauprojekt
Milliardär muss bei Mega-Rechenzentrum zurückrudern
10.08.2026 - 18:36 UhrLesedauer: 3 Min.

Kevin O'Leary: Der Investor ist auch bekannt durch die Fernsehshow "Shark Tank". (Quelle: Kathy Hutchins/imago)
Kevin O'Leary will in der Wüste von Utah eine der größten KI-Anlagen der Welt errichten. Tausende Anwohner wehren sich – und zwingen den Investor zu Zugeständnissen.
Investor Kevin O'Leary hat Fehler im Umgang mit den Anwohnern seines geplanten Rechenzentrums in Utah eingeräumt. Er und sein Team hätten die Pläne für das Projekt Stratos in Box Elder County nicht angemessen vermittelt und "das wirklich vermasselt", sagte der Kanadier in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview des US-Senders MS NOW. Er entschuldigte sich bei den Einwohnern des Bezirks: "Wenn ich etwas gesagt habe, das Sie gekränkt hat, dann entschuldige ich mich dafür." Künftig wolle er offenlegen, wie viel Wärme, Lärm und Wasser die Anlage verursacht.
Stratos soll ein Rechenzentrum für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz werden, samt eigenem Energie-Campus. Der Standort liegt in einem abgelegenen Landkreis mit rund 65.000 Einwohnern nahe dem Great Salt Lake. Ursprünglich sollte sich die Anlage über rund 161 Quadratkilometer – doppelt so groß wie Manhattan und so groß wie Aachen. Die Baukosten liegen bei bis zu 100 Milliarden Dollar, das Gesicht des Projekts ist O'Leary, in den USA bekannt aus der Fernsehshow "Shark Tank", dem Vorbild der deutschen Sendung "Die Höhle der Löwen".
Genehmigt trotz fast 4.000 Einwänden
Anfang Mai haben die Bezirkskommissare von Box Elder County das Projekt genehmigt. Hunderte Anwohner waren mit Schildern in den Saal gekommen und störten die Sitzung mit Zwischenrufen, fast 4.000 Menschen hatten zuvor Einwände eingereicht. Im Juni klagten Anwohner gemeinsam mit der Organisation Alliance for a Better Utah vor dem Bezirksgericht. Sie werfen den Behörden vor, über die staatliche Sonderbehörde Mida die Bürgerbeteiligung umgangen zu haben – zuvor hatte der Bezirksstaatsanwalt einen Antrag auf eine Volksabstimmung blockiert.
Bei voller Auslastung braucht die Anlage etwa neun Gigawatt Strom, mehr als der gesamte Bundesstaat im vergangenen Jahr verbraucht hat. Erzeugen will Stratos ihn selbst, in einem Gaskraftwerk auf dem Gelände, versorgt aus der nahen Ruby-Pipeline. Das habe keine Nachteile für die Anwohner, sagte Mida-Chef Paul Morris nach der Abstimmung: "Die Pipeline ist ideal, um Strom zu erzeugen, der weder aus dem Netz bezogen wird, noch zu einer Erhöhung der Tarife für die Bürger führt."


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