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Bodenoffensive: So ist die Lage im Libanon
17.03.2026 - 18:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Die libanesische Hauptstadt Beirut: Israel fliegt seit Beginn des Iran-Kriegs auch massive Luftangriffe auf den Libanon. (Quelle: Marwan Naamani/imago-images-bilder)
Israel weitet seine Bodenoffensive im Südlibanon aus – und zieht damit scharfe internationale Kritik auf sich. Die UN sprechen von möglichen Kriegsverbrechen.
Die Eskalation im Nahen Osten weitet sich immer stärker auf den Libanon aus. Nach den amerikanisch-israelischen Luftangriffen auf den Iran zu Beginn des Monats hat sich der Konflikt binnen weniger Tage zu einem regionalen Flächenbrand entwickelt. Neben dem Iran ist inzwischen auch der Libanon Ziel massiver israelischer Angriffe geworden. Israel begründet sein Vorgehen mit dem Ziel, die proiranische Terrormiliz Hisbollah im Süden des Landes militärisch auszuschalten.
Nach Angaben der israelischen Armee wurde der Bodeneinsatz im Südlibanon zuletzt ausgeweitet. Medienberichten zufolge schloss sich eine weitere Division der israelischen Armee den bereits eingesetzten Truppen an. Zugleich rief das Militär die Bevölkerung in Teilen des Südlibanons erneut dazu auf, sich weiter nach Norden in Sicherheit zu bringen. Die Hisbollah wiederum feuerte nach israelischen Angaben weiter Raketen auf den Norden Israels ab.
Die Vereinten Nationen äußerten sich mit deutlicher Schärfe zu Israels Vorgehen. Das UN-Menschenrechtsbüro warnte vor möglichen Kriegsverbrechen und vor Zerstörungen wie im Gazastreifen. Äußerungen israelischer Regierungsvertreter, wonach Teile des Libanons ähnlich verwüstet werden könnten wie Gaza, seien "völlig inakzeptabel", erklärte ein Sprecher in Genf. Vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten oder zivile Objekte stellten ein Kriegsverbrechen dar. Auch Angriffe auf medizinisches Personal und auf Vertriebene könnten nach Einschätzung des UN-Menschenrechtsbüros gegen das Völkerrecht verstoßen.
Die humanitäre Lage im Libanon verschärft sich derweil dramatisch. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe am 2. März mindestens 912 Menschen getötet und mehr als 2.200 weitere verletzt. Die Behörden in Beirut sprechen inzwischen von mehr als einer Million Vertriebenen. Allein neue Evakuierungsaufrufe Israels betreffen demnach weite Teile des Südlibanons. Die Welle an Vertreibungen dürfte die ohnehin fragile Lage im Land weiter destabilisieren.
International wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Deutschland, Frankreich und weitere westliche Staaten warnten Israel vor einer großangelegten Bodenoffensive. Eine solche Ausweitung des Krieges könnte katastrophale humanitäre Folgen haben und einen langjährigen Konflikt nach sich ziehen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.
Brisant ist auch ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach die USA Syrien dazu gedrängt haben sollen, Truppen in den Osten des Libanons zu entsenden, um bei einer Entwaffnung der Hisbollah zu helfen. Die Regierung in Damaskus zögere demnach jedoch, sich auf ein solches Vorgehen einzulassen – aus Sorge, selbst tiefer in den Krieg hineingezogen zu werden und religiöse Spannungen in der Region weiter zu verschärfen.
Die libanesische Regierung bemüht sich bislang, die reguläre Armee aus dem Konflikt herauszuhalten. Dennoch wurden nach libanesischen Angaben bereits mehrere Soldaten bei israelischen Angriffen getötet. Israel betonte, der Kampf richte sich gegen die Hisbollah, nicht gegen die libanesischen Streitkräfte oder die Zivilbevölkerung. Gleichzeitig verweist die israelische Führung auf ein "aktives Kampfgebiet", in dem solche Opfer nicht immer zu vermeiden seien.


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