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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayPläne bei Krankschreibung
"Mehr Bürokratie, längere Wartezeiten und weniger Zeit für Patienten"
02.07.2026 - 11:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD): Bei einer Pressekonferenz werden die neuen Beschlüsse auch zur Krankeschreibung vorgestellt. (Quelle: IMAGO/Andreas Gora/imago)
Die Bundesregierung will deutlich schärfere Regeln bei der Krankschreibung. Kritik an den Plänen lässt nicht lange auf sich warten. Hausärzte und Opposition warnen vor mehr Bürokratie und längeren Wartezeiten.
Die Pläne der Bundesregierung, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen und eine verpflichtende Vorlage der Krankschreibung ab dem ersten Tag einzuführen, stoßen bei Opposition, Hausärzten und Gewerkschaften auf heftige Kritik. Die Arbeitgeber hingegen begrüßen das Vorhaben, das Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gemeinsam mit den Spitzen der Koalition am Donnerstag in Berlin vorstellte.
Grüne: Pläne sind unsinnig und unverschämt
"Die Koalition macht ausgerechnet das Gegenteil dessen, was unser Gesundheitswesen jetzt braucht", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Janosch Dahmen, t-online. "Statt Hausarztpraxen zu entlasten und Patientinnen und Patienten besser zu steuern, schafft sie Millionen zusätzlicher Arztkontakte für reine Bescheinigungen", monierte Dahmen.
Die Beschlüsse würden mehr Bürokratie, längere Wartezeiten und weniger Zeit für die Menschen, die ärztliche Hilfe wirklich brauchten, bedeuten, so Dahmen. "Wer so Politik macht, belastet ausgerechnet die ambulante Versorgung, die schon heute unter erheblichem finanziellem und personellem Druck steht.“
Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, sprach von einer "unsinnigen Maßnahme" und einer "Unverschämtheit". Mit dem Vorhaben würde die schwarz-rote Koalition den Beschäftigten das "Misstrauen" aussprechen, so Dröge im Interview mit dem TV-Sender "Phoenix".
Hausärzte: Pläne sind "absolut katastrophal"
Auch die Hausärzte fällen ein vernichtendes Urteil. Die Beschlüsse seien "absolut katastrophal", sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Markus Blumenthal-Beier, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Auf unsere Praxen kommt damit eine riesige Bürokratiewelle zu, die kaum zu bewältigen sein wird." Die Koalition macht sich mit diesen "vollkommen faktenfreien Beschlüssen" nicht nur unglaubwürdig, sie nehme auch die "komplette Überlastung unserer Praxen" billigend in Kauf.
Alle Statistiken und Untersuchungen belegten "zweifelsfrei", dass die telefonische Krankschreibung nicht zu mehr Krankschreibungen geführt habe. Es handele sich um einen statistischen Effekt, weil durch die elektronische Erfassung mehr Krankschreibungen in der Statistik auftauchten. Die Krankschreibungspflicht ab Tag eins werde dazu führen, dass Millionen zusätzliche Menschen in die Arztpraxen kommen müssten, nur um sich eine Krankschreibung abzuholen - "ohne dass das medizinisch irgendeinen Sinn ergibt", fügte Blumenthal-Beier hinzu.
DGB-Chefin Fahimi: Das ist "kontraproduktiv"
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hält die Vorhaben für "kontraproduktiv". Man werde "die Auswirkungen für Beschäftigte und Arztpraxen genau im Blick behalten", teilte DGB-Chefin Yasmin Fahimi mit.


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