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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayGuten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,
wer am Wochenende in der Hauptstadt ausging und Gespräche über Politik führte, der konnte ein weitverbreitetes Gefühl wahrnehmen: einen Seufzer der Erleichterung. Erleichterung darüber, dass Fehlverhalten und Lügen in der Politik doch noch Konsequenzen haben und einer wie Kai Wegner nicht einfach an seinem Sessel kleben bleiben kann.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin trat zwar am Freitag formal als Spitzenkandidat für die Wahl im Herbst selbst zurück. Der Druck aus seiner Partei allerdings war groß, die Basis protestierte, die Junge Union sowieso. Auch das Kanzleramt und damit Friedrich Merz entzogen ihm seither den Schutz und teilten mit: Der Kanzler habe nicht, wie von Wegner behauptet, während des großen Stromausfalls in der Hauptstadt mit Wegner telefoniert. Merz zumindest erinnere sich nicht daran. Wegner hingegen bleibt bei seiner Darstellung.
Es soll hier allerdings einmal in aller Klarheit festgehalten werden, warum es zu dieser Wende im Umgang der CDU mit Wegner kam. Im Juni schließlich war der noch mit 93 Prozent von seiner Partei zum Spitzenkandidaten bestimmt worden. Da war schon bekannt, dass Wegner mit seiner Partnerin Tennis spielte, als Zehntausende Berliner im eiskalten Januar in Wohnungen ohne Strom saßen. Und auch Zweifel an der Wahrhaftigkeit von Wegners Aussagen zu seinem angeblichen Engagement am Morgen der großen Berliner Krise hatte es schon vorher gegeben.
Guter Journalismus hat die Wende ausgelöst. Denn Lokalreporter bissen sich fest. Sie nahmen Wegners Erinnerungslücken und Herumgeiere nicht einfach hin. Erst machten sie das Tennismatch bekannt. Dann nahmen sie Wegner über Monate in Pressekonferenzen zu seiner angeblichen Krisenkommunikation am Morgen des Stromausfalls in die Mangel. Als sie auf eine Wand des Schweigens stießen, zog der Berliner "Tagesspiegel" schließlich vor Gericht, um Auskünfte, zu denen Amtsträger der Presse gegenüber verpflichtet sind, einzuklagen.
Das ist kein selbstverständlicher Schritt. Er kostet Verlage Kraft und Geld. Und an beidem mangelt es in der Medienbranche zunehmend. Der große Seufzer der Erleichterung, der nun vielleicht taugt, das Vertrauen des einen oder anderen in die Politik wieder zu festigen, ist deswegen nicht der CDU zuzuschreiben, sondern der Hartnäckigkeit der Journalisten.
Es ist zugleich ein Beispiel, das anschaulich zeigt, was weichgespülte Influencer in sozialen Medien ebenso wie Systeme der künstlichen Intelligenz nie werden ersetzen können: das Dranbleiben, das beharrliche Nachhaken im Tagesgeschäft, das Aufdecken von Missständen, die sich noch in keinem Online-Archiv finden lassen. Öffentliche Kontrolle über die Herrschenden auszuüben, im besten Sinne.
Dieses Dranbleiben führte im Fall Wegners für die Berliner CDU zu einer mutmaßlich messbaren Konsequenz. In einer Umfrage zur Wahl für das Abgeordnetenhaus, die am 1. Juli veröffentlicht wurde, verzeichnete die Partei nur noch 17 Prozent Zustimmung. Ein Absturz vom ersten auf den vierten Platz.
Die Berliner CDU muss sich nun für den Wahlkampf neu aufstellen. Heute Nachmittag wird der Landesvorstand Stefan Evers als neuen CDU-Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahl nominieren. Evers gehört zu den engen Vertrauten von Wegner und ist schon jetzt als Notnagel der CDU erprobt. Eigentlich ist er nämlich Finanzsenator in Berlin, seit April aber in Personalunion auch noch Kultursenator. Seine Vorgängerin in dem Amt stolperte über eine Fördergeld-Affäre und bat im Frühjahr – ebenfalls nach enormem öffentlichen Druck – um Entlassung.
Jetzt springt Evers auch noch für Wegner auf dem Spitzenposten ein. Und nur zwei Monate vor der Wahl steht ihm wie der Berliner CDU eine Herkulesaufgabe bevor. Die Wahlplakate mit Wegners Konterfei waren schließlich schon gedruckt. Maßgeblich sind Wahlkämpfe, gerade auf Landesebene, auf die Spitzenkandidaten zugeschnitten. Nun müssen nicht nur neue Plakate, Flyer, Webseiten her, sondern eine ganz neue Strategie.
Es wird sich zeigen müssen, ob seine Nähe zu Kai Wegner für Stefan Evers in den verbleibenden Wochen zu einem Problem wird. Oder ob er vom Seufzer der Erleichterung profitieren kann.
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Hoffnungsträger Haaland ist raus
Er kam, er spielte, er eroberte Millionen Herzen: Erling Haaland, der Hüne aus Norwegen. So brachial der 1,95-Meter-Mann auf dem Platz um den Ball kämpfte, so fair, kameradschaftlich und unbeschwert verhielt er sich daneben. Man hat schon weitgehend die Hoffnung in den Fußball verloren, zuletzt wegen der unwürdigen Anbiedereien der Fifa-Spitze bei Donald Trump und einer Einflussnahme des US-Präsidenten nach einer Roten Karte für die USA. Haaland aber gab dem Spiel ein wenig von seinem ursprünglichen, ganz unpolitischen Zauber zurück.
Gern hätten völkische Rechte weltweit Haaland zu einem neuen arischen Übermenschen erklärt. Allein: Haaland gab diese Projektionsfläche nicht her. Zu sehr lobte und herzte er Mitspieler wie Konkurrenten, ganz unabhängig von Nationalität, Herkunft, Hautfarbe.
Am Samstagabend ist Haaland mit seinem Team aus der Weltmeisterschaft geflogen, mit einem 1:2 gegen England. In den USA, wo der Haaland-Kult besondere Wellen schlug, werden ihm einige nachtrauern. Doch das Fußballfest geht weiter und steuert auf seinen Höhepunkt zu. Die Halbfinalisten stehen fest: Am Dienstag spielt Frankreich gegen Spanien (21 Uhr, ZDF), am Mittwoch England gegen Argentinien (21 Uhr, ARD). Am Sonntag dann steht das Finale an.
EU-Außenminister beraten über Israel
Die EU-Außenminister kommen heute in Brüssel zusammen. Als großes Thema steht auf ihrer Tagesordnung der Umgang mit Israel. Diskutiert werden sollen dabei konkrete mögliche Schritte gegen das Land, weil im Westjordanland zunehmend illegale israelische Siedlungen gebaut werden. Erwogen werden laut Medienberichten unterschiedliche Beschränkungen bis hin zu Verboten für die Einfuhr von Waren aus israelischen Siedlungen.
Als "völlig inakzeptabel" hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den israelischen Siedlungsbau und den damit einhergehenden Einsatz von Gewalt kritisiert. Das untergrabe die "Zukunft einer Zweistaatenlösung", die aus Sicht der EU der einzige Weg zu Frieden sei, so von der Leyen.


1 week ago
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