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Detonation nahe Kraftwerk – weitere Sprengsätze entdeckt
Aktualisiert am 01.09.2026 - 17:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Kohlekraftwerk Jänschwalde (Archivbild): Im nahegelegenen Umspannwerk Turnow-Preilack ist Sprengstoff aufgefunden worden. (Quelle: IMAGO/imago)
Südlich von Berlin sind Sprengvorrichtung nahe des Kraftwerks Jänschwalde entdeckt worden. Auch eine Detonation soll es gegeben haben.
Bei einem Angriff mit mindestens einer Detonation sind Schäden an einem Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs entstanden. Am Dienstagmorgen seien mehrere sogenannte unkonventionelle Brand- und Sprengvorrichtung entdeckt worden, die aber nicht alle explodiert seien, sagte eine Sprecherin des Brandenburger Polizeipräsidiums in Potsdam. Laut der Nachrichtenagentur dpa sind Entschärfungsspezialisten am Umspannwerk in Turnow-Preilack vor Ort.
Nach bisherigen Erkenntnissen erfolgte der Angriff mit selbstgebauten Flugkörpern, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln, teilte Netzbetreiber 50Hertz mit. Demnach wurden bei der Detonation mehrere Leitungen beschädigt. Es sei zu einer kurzzeitigen Leitungsunterbrechung gekommen, teilte das Unternehmen mit. Am frühen Nachmittag hieß es, alle Leitungen seien wieder in Betrieb. Die allgemeine Stromversorgung sei nicht beeinträchtigt.
Dieser Darstellung widersprach unterdessen Brandenburgs Innerminister Jan Redmann (CDU) bei einem Besuch des Kraftwerks am Dienstagnachmittag. Die Raketen seien "nicht ohne Aufwand" und speziell für Kurzschlüsse konstruiert gewesen, sagte Redmann nach Angaben des "Handelsblatts". Demnach könne auch von einer "Detonation" nach derzeitigem Ermittlungsstand nicht die Rede sein. Vielmehr habe offenbar ein Kurzschluss eine "Aufwühlung von Erdreich" verursacht, so Redmann.
Ein Sprecher des Kraftwerksbetreibers Leag sprach von einem Anschlag. In der Folge habe es einen technischen Ausfall eines Blocks des Kraftwerks gegeben. "Ein möglicher Zusammenhang wird geprüft", erklärte er. Derzeit werde an der Wiederinbetriebnahme des Blocks gearbeitet.
Zuerst hatte die "Märkische Allgemeine Zeitung" über den Vorfall berichtet. Demnach hätten Einsatzkräfte vor Ort mehrere Vorrichtungen für mit Sprengstoff bestückte Raketen gefunden und diese entschärft, schrieb die Zeitung unter Berufung auf Sicherheits- und Unternehmenskreise. Ihr liege ein Foto vor, das eine solche Vorrichtung unklarer Bauart zeige. Das Umspannwerk soll mehr als einmal getroffen worden sein. Das mutmaßliche Ziel sei ein großflächiger Stromausfall am Block E des Kohlekraftwerks gewesen. Eine Sprecherin der Polizei widersprach aber vorherigen Berichten über den Einsatz von Raketen. "Wir reden hier nicht von Raketen", erklärte sie.
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Vorfall erinnert an Anschlagsversuch von Leipzig/Halle
In dem Umspannwerk in Turnow-Preilack im Landkreis Spree-Neiße unweit der Landesgrenze zu Sachsen wird der Strom, der im Kraftwerk Jänschwalde erzeugt wird, überregional und regional verteilt. Das Kraftwerk Jänschwalde wurde in den Jahren 1976 bis 1989 als letzter Kraftwerksneubau der DDR errichtet.


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