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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayEin anderes Beispiel ist Trumps Umgang mit John McCain, der viereinhalb Jahre lang in Vietcong-Gefangenschaft gelitten hatte. McCain war ein Republikaner, wie Republikaner waren, bevor Trump die Partei unterwarf. Als er gegen Barack Obama als Präsident unterlegen war, hielt er eine beispielhaft honorige Rede auf den siegreichen Rivalen. Vielleicht ebendarum äußerte sich Trump abfällig und nannte McCain hämisch einen "Verlierer" – als sei er selbst schuld daran gewesen, dass er, beide Beine und einen Arm gebrochen, von den Vietcong auch noch gefoltert worden war. Ruchlosigkeit, gesteigert durch Infamie.

Zur Person
Gerhard Spörl interessiert sich seit jeher für weltpolitische Ereignisse und Veränderungen, die natürlich auch Deutschlands Rolle im internationalen Gefüge berühren. Er arbeitete in leitenden Positionen bei der "Zeit" und beim "Spiegel", war zwischendurch Korrespondent in den USA und schreibt heute Bücher, am liebsten über historische Themen.
Etwas macht Trump richtig
Donald Trump ist ein Mensch, der keine Gegner kennt, die man respektieren könnte, sondern nur Feinde, die er vernichten will, egal ob lebend oder tot. Diesen Charakterzug hat er auf der Beerdigung Charlie Kirks, der ebenfalls umgebracht worden war, persönlich thematisiert. Kirks Witwe hatte vor Tausenden Trauernden gesagt, ihr Glaube verpflichte sie, dem Mörder zu vergeben. Trump sprach nach ihr und rügte ihren Großmut. Er sagte, für ihn blieben seine Feinde immer seine Feinde, die verfolgt werden müssten.
Wer zweimal US-Präsident wird, trotz oder wegen seiner charakterlichen Besonderheiten, macht etwas richtig. Eine Mehrheit der Wähler schätzt ihn, weil – und nicht obwohl – er so ist, wie er ist. Trump hat ihnen ja nichts vorgemacht. Deshalb ist er, wie er ist, und zwar aus tiefster Überzeugung. Insoweit ist er der idealtypische Herrscher, den Machiavelli zeichnet.
Trumps Iran-Krieg beruht auf einer Illusion
Der Nachteil, die Welt so zu betrachten, wie sie sich Trump darstellt, besteht in der Illusion, dass es ausschließlich auf die Führer ankommt. Der Iran-Krieg beruht auf der Fehleinschätzung, man müsse nur ein paar wichtige Leute umbringen und schon falle das Regime. Danach könnte Trump, wie er sagt, das Land gemeinsam mit einem gefügigen Ajatollah regieren.
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Das Mullah-Regime mag wanken, aber es steht noch und es schlägt zurück. Auch deren Schützlinge, die Terrororganisation Hisbollah im Libanon und die Huthi-Rebellen im Jemen, greifen Israel und die Staaten am Golf mit Raketen und Drohnen an. Und der Iran versteht es, die Meerenge bei Hormus so zu blockieren, dass der Welthandel in Mitleidenschaft gezogen wird.


2 months ago
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