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Investorendeal der Fifa: Uefa droht Gianni Infantino mit rechtlichen Schritten

1 week ago 11

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Die Uefa prüft rechtliche Schritte gegen den Fifa-Chef. Wales entzieht als erster Verband Infantino die Unterstützung für seine Wiederwahl, England plant wohl dasselbe.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, SID, Aktualisiert am 3. August 2026, 11:34 Uhr

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Die Pläne zur Kommerzialisierung des Fußball-Weltverbands von Gianni Infantino stoßen auf breiten Widerstand. © DeFodi Images/​DeFodi Images/​Getty Images

Nach dem gescheiterten Investorendeal hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) Fifa-Chef Gianni Infantino mit rechtlichen Schritten gedroht. Wie der Telegraph und die Financial Times berichteten, forderte die Uefa den Weltverbandspräsidenten auf, sämtliches Material im Kontext des Investitionsvorhabens nicht zu vernichten. Eine offizielle Bestätigung lag zunächst nicht vor.

Der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Andreas Rettig, bezeichnete das Verhältnis zu Infantino als auf Dauer zerstört. »Das ist aus meiner Sicht ein irreparabler Vertrauensverlust – und nicht nur zum DFB«, sagte er in einem Interview mit dem Stern. Rettig nannte als Gründe einerseits die »Art und Weise, wie diese Entscheidung herbeigeführt wurde, Stichwort stilles Kämmerlein, und die unlauteren Köder, die ausgeworfen wurden«. Zudem kritisierte er den Inhalt der Vorschläge: »Daran sieht man auch, dass Herr Infantino sich mittlerweile mit Menschen umgeben hat, die von außerhalb des Fußballs kommen.«

Rettig verwies auf die Erklärung der Uefa: »Wenn Mitglieder öffentlich erklären, dass sie kein Vertrauen mehr in die Führung haben, ist das ein sehr deutliches Signal«, sagte Rettig. »Aus meiner Sicht hat Herr Infantino sehr viel Zeit, Geld und Energie in den Erhalt seines Machtapparates investiert. Offenkundig dienten viele Entscheidungen in erster Linie dazu, die eigene Position zu festigen.«

Wales unterstützt Wiederwahl nicht

Als erster einzelner Fußballverband entzog Wales öffentlich seine Unterstützung für die von Gianni Infantino beabsichtigte Wiederwahl im kommenden Jahr. »Die jüngsten Defizite in den Bereichen verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozesse, Führung, Werte, Stakeholder-Management, Kommunikation und Urteilsvermögen haben dazu geführt, dass Herr Infantino das Vertrauen des FAW verloren hat, weiterhin an der Spitze des Weltfußballs zu stehen«, zitierte Sky News in England den walisischen Fußballverband FAW.

Der Co-Gastgeber der EM im kommenden Jahr im Vereinigten Königreich und Irland bestätige demnach »den Entzug seiner Unterstützung für die Kandidatur von Herrn Gianni Infantino zur Wiederwahl als Fifa-Präsident für die Amtszeit 2027 bis 2031.« Dies habe der Verband der Fifa auch schriftlich mitgeteilt. »Das Wohl des Fußballs nicht an erste Stelle zu setzen, ist ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können.«

Im kommenden Jahr stehen Wahlen an. Am 18. März 2027 möchte sich Infantino, der seit 2016 an der Spitze des Weltverbands steht, in Rabat (Marokko) auf dem 77. Fifa-Kongress den Statuten zufolge ein letztes Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen.

Kommerzialisierung der Fifa

Infantino hatte Pläne vorgestellt, Anteile an den Premium-Produkten des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen. Geldgeber hätten rund 20 Prozent der Anteile an dem neu zu gründenden Tochterunternehmen Fifa Forward Enterprise (FFE) erwerben können, dessen Wert zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert war.

Die FFE hätte die kommerziellen Rechte an den Fifa-Wettbewerben wie der Männer- und Frauen-WM sowie der Club-WM gebündelt. Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit der Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka, verheiratet ist, hätte über seine Investmentfirma Thrive eine Schlüsselrolle übernehmen sollen. Auch er soll von der Uefa wegen rechtlicher Schritte kontaktiert worden sein.

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