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Orgo-Life the new way to the future Advertising by Adpathway"Wir fahren dorthin, um zu arbeiten"
Ein Gerücht trieb die Menschen wohl nach Ceuta
31.07.2026 - 20:37 UhrLesedauer: 3 Min.
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Video: Menschenmassen überlaufen Strände und Straßen (Quelle: reuters)
Der Ansturm auf Ceuta hat Europa aufgeschreckt. Nun verdichten sich die Hinweise auf den Auslöser der plötzlichen Migrationsbewegung.
Fatima Zahra sagt, die Nachricht habe sie gleich nach dem Aufwachen erreicht. Die Grenze nach Ceuta sei offen, das habe sie in ihrem Wohnort, der marokkanischen Hafenstadt Tanger, von Freunden gehört. "Da sagte ich zu den Leuten rund um mich: Wir fahren dorthin, um zu arbeiten", berichtet die junge Marokkanerin. "Versuchen wir auch unser Glück." Wie sie machten sich nach ähnlichen Gerüchten zehntausende Menschen auf den Weg nach Fnideq, der marokkanischen Stadt an der Grenze zur spanischen Exklave in Nordafrika.
Mehrere Menschen berichteten, die Nachricht von der vermeintlichen Grenzöffnung habe sich durch Mundpropaganda unter Freunden sowie über Onlinenetzwerke wie Discord verbreitet. Wo sie ihren Ausgang nahm, blieb zunächst unklar. Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez machte von einer "Schleusermafia" verbreitete Gerüchte verantwortlich.
Am Freitagmorgen bot sich nahe dem Grenzposten bei Fnideq ein Bild der Verwüstung. Dutzende ausgebrannte Autos, Motorräder und Taxis stehen auf dem Gelände, Steine liegen auf dem Boden. Lastwagen transportieren die Überreste zerstörter Fahrzeuge ab. Ab der Morgendämmerung hatte die marokkanische Polizei begonnen, Wasserwerfer und Tränengas einzusetzen. Aus der Menge flogen Steine. Rund 30 junge Menschen wurden festgenommen.
Migranten betteln Autofahrer in Ceuta um Essen an
In Ceuta, auf der anderen Seite der Grenze, blieben derweil die Rollläden unten. In der Calle Real, der wichtigsten Einkaufsstraße des spanischen Vorpostens in Afrika, hatten nur Apotheken und die Filiale eines Schnellrestaurants geöffnet. "Uns geht das Brot aus", sagte der städtische Straßenreiniger Miguel Ángel Campana. Frisches Brot gebe es nicht, weil die Bäckereien geschlossen seien.
Nach Angaben der örtlichen Behörden gelangten in den vergangenen Tagen rund 60.000 Menschen in die gut 18 Quadratkilometer große Exklave mit ihren etwa 84.000 Einwohnern. Viele waren um eine ins Mittelmeer reichende Grenzbarriere geschwommen und ließen Schwimmringe und Kleidung zurück.
In Ceuta bettelten am Freitag Migranten Autofahrer um Essen an, um Geld oder ein Telefon für einen Anruf bei ihren Familien. Der örtliche Handelsverband riet Geschäftsinhabern, ihre Läden geschlossen zu halten, "bis die Sicherheit gewährleistet werden kann". Selbst die Feiern zu Ehren der Schutzpatronin von Ceuta, der Madonna von Afrika, sagte die Stadt ab. Fahrgeschäfte blieben unter Plastikplanen verborgen.


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