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Teuerung in Gaza macht Leben laut Welthungerhilfe unbezahlbar
Ein Großteil der Menschen im Gazastreifen kann nach Angaben der Welthungerhilfe selbst Grundnahrungsmittel nicht mehr bezahlen und ist auf schnelle Hilfslieferungen angewiesen. »Die Preise liegen in der Regel beim Acht- bis Zehnfachen dessen, was die Waren vor dem Krieg gekostet haben«, sagte Welthungerhilfe-Generalsekretär Mathias Mogge dem RedaktionsNetzwerk Deutschland nach einem Besuch im Gazastreifen.
So kosteten Gurken mittlerweile vier US-Dollar statt zuvor 30 Cent, Tomaten fünf Dollar statt zuvor 50 Cent. Der Preis für Brot habe sich verdoppelt. Gleichzeitig hätten die meisten Menschen praktisch kein Einkommen mehr. »Viele sind deshalb komplett abhängig von Nahrungsmittelhilfe von außen«, sagte Mogge.
Er drängte auf weitere Hilfslieferungen, um die akute Not zu lindern. Um die Menschen unabhängig von Hilfslieferungen zu machen, müsse die Wirtschaftslage in Gaza verbessert werden. »Dafür braucht es wirtschaftlichen Wiederaufbau und mehr lebenswichtige Güter, die in den Gazastreifen hineingelassen werden«, sagte Mogge.

Israelische Drohne tötet bei Angriff auf Bus fünf Menschen im Gazastreifen
Im Gazastreifen wurden bei einem israelischen Angriff laut Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes fünf Menschen getötet. 20 weitere Menschen, auch Frauen und Kinder, seien verletzt worden, sagte der Zivilschutz-Sprecher Mahmud Bassal. Das Al-Schifa-Krankenhaus in Gaza bestätigte die Angaben.
Der Bus hat dem Zivilschutz-Sprecher zufolge Menschen befördert, die von Gaza-Stadt im Norden in das Zentrum und den Süden Gazas reisen wollten. Eine israelische Drohne hat demnach zweimal auf den Bus gefeuert. Dabei wurde der vordere Bereich des Fahrzeugs zerstört, woraufhin der Bus vollständig ausgebrannt ist. Das israelische Militär teilte auf eine Anfrage zu dem Angriff auf den Bus in Chan Junis mit, es prüfe die vorliegenden Informationen.
Neben dem Angriff auf den Bus, teilten Vertreter des Schifa-Krankenhauses mit, dass bei einem weiteren israelischen Angriff in der Stadt Gaza eine Frau ums Leben gekommen sei. Ihr Mann sei schwer verletzt worden. In einer anderen Gegend des Gazastreifens wurden bei einem Angriff in Chan Junis laut dem Nasser-Krankenhaus vier Palästinenser verletzt.
US-Senat blockiert Resolution zu Gewalt im Westjordanland
Die Republikaner im US-Senat haben einen Vorstoß der Demokraten blockiert, der die Regierung von Präsident Donald Trump zu einem Bericht über die zunehmende Gewalt im besetzten Westjordanland verpflichtet hätte. Dabei geht es auch um den Tod von US-Bürgern. Seit 2022 sind neun US-Staatsbürger getötet worden. Die Senatoren stimmten am Dienstag mit 51 zu 47 Stimmen gegen die Resolution.

Israelischer Luftangriff tötet Hamas-Kommandeur im Gazastreifen
Bei einem israelischen Luftschlag im Gazastreifen ist ein Kommandeur der islamistischen Hamas getötet worden. Es handle sich um Iss al-Din al-Beik, den Chef des bewaffneten Arms der Terroroganisation im Norden des Gebiets, teilten Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit. Das Militär habe Al-Beik gezielt attackiert. Er sei an der Planung von Angriffen und der Rekrutierung von Hamas-Kämpfern beteiligt gewesen.
Die Hamas bestätigte seinen Tod. Sanitätern zufolge wurde bei dem Angriff ein Wohngebäude im Stadtteil Nasr in Gaza-Stadt getroffen. Dabei sei eine weitere Person an ihren Verletzungen gestorben.

Mehr als 100 Siedler randalieren im Westjordanland
Im Westjordanland ist es laut Medienberichten zu Ausschreitungen von mehr als 100 radikalen Siedlern im Dorf Dschalud gekommen. Diese versuchten die Rückkehr einer palästinensischen Familie in ihr Haus zu verhindern, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Demnach war die Rückkehr der Familie vorab koordiniert gewesen.
Die radikalen Siedler blockierten laut Militärangaben Straßen, setzten Gebäude und Fahrzeuge in Brand und warfen Steine auf die Sicherheitskräfte. Dabei seien drei Polizisten verletzt worden. Zwei der Randalierer seien festgenommen worden.
Nach palästinensischen Medienberichten zündeten die Angreifer auch das Haus der Familie an. Die Times of Israel berichtete, der Angriff habe die Rückkehr der Palästinenser verhindert.
Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog verurteilte die Attacken und sprach von schwerwiegenden Gewalttaten. Zuvor hatte ein Gericht laut Medienberichten einer Klage der Familie stattgegeben und Siedler angewiesen, das von ihnen besetzte Haus zu verlassen.
Emirate bestätigen geheimes Treffen mit Netanjahu
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat sich am Sonntag vertraulich mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan, getroffen. Das haben die Emirate jetzt bestätigt. Netanjahu und der Scheich hätten über eine mögliche Stärkung der bilateralen Beziehungen beider Länder gesprochen, heißt es.
Zuvor hatte der israelische Fernsehsender Channel 12 über den geheimen Besuch Netanjahus in den Emiraten berichtet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf zwei mit der Reise vertraute Personen dauerte das Gespräch rund eine Stunde.

Israel meldet Tötung eines am 7. Oktober Beteiligten
Israelische Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen der Entführer der früheren Hamas-Geiseln Noa Argamani und Avinatan Or getötet. Der Angriff auf Saher Nidal Latfi Sakr erfolgt demnach im Gebiet von Nuseirat im Gazastreifen. Sakr fuhr laut der israelischen Armee das Motorrad, mit dem Argamani und Or am 7. Oktober 2023 bei dem Angriff auf das Nova-Musikfestival verschleppt worden waren.
Israel löscht Status von niederländischen Diplomaten
Die israelische Regierung entzieht den niederländischen Diplomaten bei der Palästinensischen Autonomiebehörde in Ramallah die Akkreditierung. Dies sei eine Reaktion auf die Sanktionen der Niederlande gegen israelische Siedlungen im besetzten Westjordanland, teilte die israelische Regierung mit. Außenminister Gideon Sa’ar erklärte auf der Plattform X, die in Ramallah tätigen Diplomaten müssten ihre von Israel ausgestellten Dokumente binnen sieben Tagen zurückgeben. »Jedes Land, das feindselig und einseitig gegen Israel vorgeht, wird an Einfluss und Relevanz in der Region verlieren«, sagte Saar.
Das niederländische Außenministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Das Einfuhrverbot der Niederlande für Waren aus den Siedlungen war in der vergangenen Woche in Kraft getreten.
Bezalel Smotrich will Krieg im Westjordanland
Der rechtsextreme israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hat eine Annexion von Gebieten im Süden des Libanon und im Gazastreifen sowie einen »Krieg« der israelischen Armee gegen Palästinenser im besetzten Westjordanland gefordert. »Ich möchte, dass wir im Gazastreifen mindestens bis zur Gelben Linie annektieren und bis zum Litani-Fluss im Libanon«, sagte Smotrich in einem Podcast für die israelische Nachrichtenwebsite ynet.
»Was würde den Feind abhalten, wenn ein Krieg an denselben Linien enden würde, wo er begonnen hat?«, fragte Smotrich. »Ich denke, wir müssen in Judäa und Samaria in den Krieg ziehen, um die Palästinenserbehörde zu zerlegen, die Terrorismus unterstützt.« Der Minister nutzte dabei die Verwendung der biblischen Bezeichnung für das Westjordanland.
Die sogenannte Gelbe Linie im Gazastreifen begrenzt das von der israelischen Armee kontrollierte Gebiet, das mehr als 60 Prozent des Palästinensergebiets ausmacht. Im Libanon hält die israelische Armee einen zehn Kilometer breiten Streifen im Süden des Landes besetzt. Im Westjordanland leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler. Die Siedlungen sind nach dem Völkerrecht illegal.

Israel verschiebt Ausschreibung für Siedlungsprojekt bis nach der Wahl
Israels Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara hat die Frist für Angebote zum Bau von Wohnungen im kritisierten Siedlungsprojekt E1 um einen Monat verlängert. Diese endet nun erst nach der Parlamentswahl am 27. Oktober, teilte ihr Büro mit. Damit solle das Risiko sinken, dass die Ausschreibung als Wahlpropaganda genutzt werde.
Das Projekt östlich von Jerusalem sieht insgesamt 3.400 Wohnungen vor. Kritiker befürchten, die Siedlung werde das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen südlichen Teil zerschneiden und die Chancen auf einen lebensfähigen palästinensischen Staat weiter verringern. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien hatten Israel im August aufgefordert, das Vorhaben zu beenden.
Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Die dortigen Siedlungen gelten nach internationalem Recht als illegal.

Mehrere Hamas-Mitglieder offenbar von Israel getötet
Israels Militär hat eigenen Angaben zufolge vier Mitglieder der Hamas im Gazastreifen getötet. Bei einem der Getöteten soll es sich um einen Kommandeur der Islamistenorganisation handeln, der an dem Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel beteiligt gewesen und danach entführte israelische Geiseln festgehalten haben soll, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten.
Die getöteten Hamas-Mitglieder hätten zudem Angriffe auf israelische Soldaten und Zivilisten vorbereitet und daran gearbeitet, die Hamas wieder zu stärken, hieß es weiter. »Die Terroristen wurden ausgeschaltet, um die von ihnen ausgehende Bedrohung zu beseitigen«, teilte das israelische Militär mit. Seit Oktober 2025 herrscht im Gazakrieg eigentlich eine Waffenruhe.

Mahmud Abbas fürchtet um Existenz des palästinensischen Volks
Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, sieht das palästinensische Volk in »einer der gefährlichsten Phasen seiner Geschichte«. In einer Rede während der UN-Generaldebatte in New York warf er Israel unter anderem einen »Völkermordkrieg« im Gazastreifen vor und kritisierte die Ausweitung israelischer Siedlungen im besetzten Westjordanland. Das Gebiet werde »zersplittert«, und der »Siedlerterrorismus« nehme dort zu.
Abbas sagte, es bestehe nicht mehr nur die Gefahr, dass die Zweistaatenlösung untergraben werde. Das Leben und die Existenz des palästinensischen Volkes in seiner Heimat seien bedroht. Der Palästinenserpräsident forderte zudem, den von den USA im vergangenen Herbst vorgestellten Friedensplan für den Gazastreifen umzusetzen.
Die Ansprache von Abbas war im Vorfeld aufgenommen und per Video gezeigt worden, weil ihm wie schon im vergangenen Jahr ein Visum zur Einreise in die USA verweigert wurde. Er sagte, dies verstoße gegen die Verpflichtungen des Gastgeberlandes. Im weiteren Verlauf der Debatte will auch Israels Premier Benjamin Netanjahu zu den Delegierten sprechen.

Israels Militär zerstört Olivenbäume im Westjordanland
Israelische Besatzungstruppen haben im Westjordanland großflächig die Olivenbäume örtlicher Farmer ausgerissen. Ein Betroffener sagte der Nachrichtenagentur Reuters, alle Olivenbäume der von ihm und einem Nachbarn genutzten Fläche von neun Hektar seien zerstört worden. »Sie haben uns nichts übrig gelassen«, sagte er. Das israelische Militär gab an, den Vorfall zu prüfen, bezog aber keine weitere Stellung.
In der Vergangenheit waren ähnliche Zerstörungen damit verteidigt worden, die Bäume würden angeblich ein Sicherheitsrisiko darstellen, weil Angreifer sich zwischen ihnen verstecken könnten.
Die Zerstörung der Olivenbäume ereignete sich wenige Tage vor der alljährlichen Olivenernte. Oliven sind ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft im von Israel illegal besetzten Westjordanland. Dem Landwirtschaftsministerium der Palästinensischen Autonomiebehörde zufolge macht die Landwirtschaft dort rund acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus und schafft mehr als 60.000 Arbeitsplätze.

Sohn von israelischem Botschafter nach Angriff weiter in Lebensgefahr
Neria Leiter, der Sohn des israelischen Botschafters in den USA, schwebt nach einem Angriff im Westjordanland laut seinem Vater weiter in Lebensgefahr. Die Ärzte hätten Neria Leiter zwar stabilisieren können, sein Zustand sei aber weiter kritisch, sagte Yechiel Leiter am Donnerstag vor dem Shaare-Zedek-Krankenhaus in Jerusalem. Nach Angaben des Krankenhauses wurde der 39-Jährige einer »schwierigen Operation des Hirns« unterzogen.
Neria Leiter hatte als Reservist in der israelischen Armee gedient. Bei einem Angriff mit einem Auto an einem Kontrollpunkt westlich von Ramallah im illegal besetzten Westjordanland war er schwer verletzt worden. Der Angreifer raste dabei auf die Soldaten zu, als diese ein anderes Fahrzeug kontrollierten. Er wurde anschließend von Einsatzkräften erschossen.

Tote und Verletzte nach israelischen Angriffen in Gaza
Angriffe des israelischen Militärs haben im Gazastreifen offenbar erneut Menschen getötet und verletzt. Bei einem Luftangriff auf ein Fahrzeug nahe der Stadt Deir al-Balah sei ein Mensch getötet worden, meldeten Medien vor Ort. Ein weiterer sei von israelischen Soldaten erschossen worden, insgesamt seien neun Menschen verletzt worden.
Derweil gab das israelische Militär an, am Wochenende einen Mann im Gazastreifen getötet zu haben. Diesem warf die Armee in einem Post in ihrem Telegram-Channel vor, als Hamas-Kommandeur an der Entführung von sieben israelischen Geiseln beteiligt gewesen zu sein. Belege dafür legte das Militär nicht vor.


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