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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayQuelle: dpa Aktualisiert am 12. September 2026, 22:57 Uhr
Die dänische Regisseurin May el-Toukhy ist für ihren Film «Woman Unknown» mit dem Goldenen Löwen des Filmfestivals Venedig ausgezeichnet worden. Das gab die Jury bekannt. Zudem gewann die Hauptdarstellerin des Historiendramas, Mathilde Arcel, den Preis als beste Schauspielerin.
Die zweitwichtigste Auszeichnung der Filmfestspiele, der Große Preis der Jury, ging an das Drama «Possible Love» des südkoreanischen Filmemachers Lee Chang-dong, das von Klassenunterschieden handelt.
Der Dokumentarfilm «NAZA» von Yuval Abraham und Rachel Szor über die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen gewann den Spezialpreis der Jury. Die beiden israelischen Filmemacher kritisierten auf der Bühne nicht nur die israelische, sondern auch die italienische und die deutsche Regierung.
Zum achten Mal in der Geschichte gewinnt eine Frau den Löwen
Die 49-jährige May el-Toukhy ist die erst achte Frau, die in der Geschichte der Filmfestspiele den Goldenen Löwen gewonnen hat. Im diesjährigen Wettbewerb waren von 21 Filmen nur zwei von Frauen, was die Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal als strukturelles Problem beschrieben hatte.
Sie sei es leid, immer wieder über dieses Ungleichgewicht zu sprechen, werde es aber weiterhin tun, sagte Gyllenhaal nach der Preisverleihung. Nun wolle sie aber «einfach nur einen brillant inszenierten Film würdigen, der auf mich wie ein Laserstrahl gewirkt hat».
Das Historiendrama «Woman Unknown» erzählt von der jungen Dänin Marie, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg vor der Hochzeit mit ihrem wohlhabenden Arbeitgeber steht. Ihr greifbar naher gesellschaftlicher Aufstieg wird jedoch durch ein Geheimnis bedroht: Während der Besatzungszeit hatte sie eine Affäre mit einem deutschen Soldaten. In der von Rache geprägten Nachkriegszeit setzt sie nun alles aufs Spiel, um ihre mühsam aufgebaute Existenz vor der Entlarvung zu schützen.
Preise für John Malkovich und «Dau»-Regisseur Chrschanowski
May el-Toukhy dankte der Jury-Präsidentin und widmete den Preis ihrer jugendlichen Tochter. «Mitgefühl, Gemeinschaft und Mut, mein Schatz», sagte sie an ihre Tochter gewandt. «Das sind die Dinge, die du brauchen wirst, um das zu vollenden, was wir und die Generationen vor uns begonnen haben. Leg dein verdammtes Handy weg. Schau dich um. Erhebe deine Stimme gegen Entmenschlichung. Erhebe deine Stimme für diejenigen, die im Stich gelassen und zum Schweigen gebracht wurden.»
Der US-Amerikaner John Malkovich wurde als bester Schauspieler für den Film «Wild Horse Nine» ausgezeichnet. Er bedankte sich in einer Videobotschaft und sagte, er habe wegen Dreharbeiten nicht anreisen können.
Der aus Russland stammende Ilja Chrschanowski, der heute in Berlin und London lebt, bekam für «Dau» den Preis für die beste Regie. «Dau» handelt von einem Physiker, der in die Fänge des totalitären Sowjetsystems gerät und gegen seinen Willen am Bau der Atombombe mitwirken muss.
Chrschanowski widmet Preis der ukrainischen Bevölkerung
Der Film wurde von 2008 bis 2011 in Charkiw in der Ukraine gedreht. In der Hauptrolle ist der griechisch-russische Schauspieler Teodor Currentzis zu sehen, der sich von Russlands Krieg gegen die Ukraine nicht öffentlich distanziert hat. Diese und andere Punkte kritisierte das ukrainische Außenministerium jüngst in einer Stellungnahme zum Film.
Chrschanowski sagte auf der Bühne in Venedig: «Ich möchte diesen Preis Charkiw und den Ukrainern widmen, die in diesem schrecklichen Krieg für Freiheit, Frieden und den Sieg kämpfen. Ich glaube an sie.»
Für das beste Drehbuch wurde Regisseur und Drehbuchautor Stéphane Brizé für «Un bon petit soldat» geehrt, gemeinsam mit Coralie Amédéo und Olivier Gorce.
Die 83. Filmfestspiele Venedig, die am 2. September begonnen hatten, zählen neben den Filmfestspielen in Cannes zu den bedeutendsten der Welt.
© dpa-infocom, dpa:260912-930-675961/3


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