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FIFA Forward Enterprise: Hochrangiger Infantino-Berater tritt aus Protest zurück

2 weeks ago 9

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Nach der Uefa und den Fußballverbänden Nord- und Mittelamerikas wendet sich auch Asien gegen die Fifa-Investorenpläne. Ein Berater des Fifa-Präsidenten tritt zurück.

Quelle: DIE ZEIT, SID, Aktualisiert am 31. Juli 2026, 12:10 Uhr

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FIFA Forward Enterprise AFC UEFA CONCACAF private Investoren
Gianni Infantino auf einem Kongress in Kuala Lumpur. Die asiatische Fußball-Konföderation (AFC) unterstützt Uefa und Concacaf in deren Widerstand gegen den Investorenplan des Weltverbandes Fifa. © Mohd Rasfan/​AFP/​Getty Images

Nach der Uefa und den für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständigen Kontinentalverband Concacaf hat sich auch die asiatische Fußball-Konföderation (AFC) gegen die Investorenpläne der Fifa gestellt. Damit droht dem Vorhaben von Fifa-Präsident Gianni Infantino, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen, das Aus. Die AFC teile die gravierenden Vorbehalte des europäischen Verbands und der Concacaf gegen die Vorschläge, gab die asiatische Fußball-Konföderation bekannt. Es sei unrealistisch, dass die Pläne die nötige breite Zustimmung und Geschlossenheit für eine Umsetzung erhalten könnten.

Dass man an einem Punkt angekommen sei, an dem ein möglicher Boykott der Weltmeisterschaft diskutiert werde, sollte alle beunruhigen, denen die Zukunft des Fußballs am Herzen liege, teilte AFC mit. »Der Fußball hätte nie in eine solche Lage gebracht werden sollen.«

Die Vorgänge rund um den Investorenplan legten die »grundlegenden Schwächen in den Konsultations- und Entscheidungsprozessen der FIFA offen«, kritisierte die AFC. Diese müssten »nun behoben werden«. Die AFC sei »der Auffassung, dass dieser Moment zum Katalysator für eine Stärkung der institutionellen Reformen werden muss«.

Nächster Schlag für Infantino

Die Stellungnahme des asiatischen Verbands ist der nächste schwere Dämpfer für Fifa-Präsident Infantino. Der Weltverband hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen. In einem noch zu gründenden Tochterunternehmen namens FFE sollen fortan die kommerziellen Rechte an den Fifa-Wettbewerben gebündelt werden. Laut Berichten setzte die Fifa eine Frist für die Zustimmung zum geplanten Investorendeal und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung.

Medienberichten zufolge soll Infantino den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt haben. Die Verbände werden mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert. Eine einfache Mehrheit soll ausreichen, um die Vorhaben umzusetzen. Uefa, Concacaf und AFC stellen 136 von 211 stimmberechtigen FIFA-Mitgliedsverbänden.

Uefa droht mit massiver Eskalation durch WM-Boykott

Die Uefa drohte mit einem WM-Boykott, sollte die Fifa an ihrem Vorhaben festhalten. »Die Weltmeisterschaft ​kann nicht als Investitionsprodukt behandelt werden«, teilte der europäische Fußballverband mit. Sie sei eines der größten sportlichen Vermächtnisse des Fußballs, das über Generationen hinweg von Spielern, Nationalmannschaften und Fans ​auf allen Kontinenten aufgebaut worden sei.

Die Fifa verteidigte den Plan. Der Weltverband respektiere die öffentlichen Rückmeldungen und Bedenken und bekenne sich weiter zu offenen und demokratischen Beratungen. Allerdings sei der »geplante Konsultationsprozess durch fehlerhafte Medienberichte gestört worden. »Niemand verkauft den Fußball«, versicherte der Weltverband.

AFC-Kritik: »Nicht das erste Mal...«

Zwei Wochen nach dem WM-Finale hatte Infantino die Fußballwelt mit den neuen Plänen für einen Milliardendeal mit Investoren überrascht, auch bei Funktionären in Deutschland regte sich Kritik. Die asiatische Fußball-Konföderation warf der Fifa vor, die 211 Mitgliedsverbände und die sechs Kontinentalverbände vor vollendete Tatsachen gestellt zu haben. »Dies ist nicht das erste Mal, dass wichtige Interessengruppen mit bedeutenden Initiativen konfrontiert werden, nachdem die Richtung offenbar bereits festgelegt wurde«, kritisierte die AFC.

»Ein solcher Ansatz untergräbt das Vertrauen in das Führungssystem der FIFA und schmälert die Autorität ihrer satzungsmäßigen Gremien.« Echte Demokratie beinhalte nicht nur die Möglichkeit zur Stimmabgabe, sondern auch Beratung, Beteiligung und transparente Führung, mahnte die AFC.

Top-Berater von Infantino tritt aus Protest zurück

Aus Protest gegen die Pläne für einen Einstieg von Investoren trat unterdessen ein ranghoher Berater Infantinos zurück. »Lassen Sie mich eines klarstellen: Ich war an diesem Vorschlag in keiner Weise beteiligt, und ich lehne ihn entschieden ab«, teilte Carlos Cordeiro mit. Das Vorhaben sei »ein schlechtes Geschäft für die Fifa-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft des Sports«.

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