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Orgo-Life the new way to the future Advertising by AdpathwayVier Tage nach dem Erdbeben konnten Hilfskräfte mehrere Kinder retten. Aber die Hoffnung auf Überlebende sinkt. Oppositionspolitikerin Machado will nach Venezuela reisen.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters, sbo 29. Juni 2026, 2:01 Uhr
Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela schwindet die Hoffnung auf weitere Überlebende. Da das kritische Zeitfenster von 72 Stunden nach der Katastrophe vom Mittwoch verstrichen ist, sinken Experten zufolge die Chancen rapide, noch lebende Menschen aus den Trümmern zu retten. »Es gibt ein Zeitfenster von etwa drei Tagen, danach nimmt die Wahrscheinlichkeit ab«, teilte der Leiter des Schweizer Rettungsteams, Sebastian Eugster, mit. Dennoch suchten die mehr als 2.600 ausländischen Helfer am Sonntag weiter nach Verschütteten. Am Wochenende konnten noch mehrere Kinder lebend geborgen werden.
Auch ein Vater mit seinem Sohn wurden am Sonntag in Caraballeda lebend aus den Trümmern befreit. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, brachten Mitglieder von US- und französischen Rettungsteams den Jungen und seinen Vater auf Tragen von einem Trümmerberg herunter. Zahlreiche Menschen verfolgten die Szene in dem stark zerstörten Küstengebiet nördlich der Hauptstadt Caracas.
»In diesem Moment ist jedes Leben eine Quelle der Hoffnung für Venezuela«, teilte die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez im Onlinedienst X mit.
Papst zeigt Anteilnahme
Papst Leo XIV. äußerte nach den Beben sein Bedauern angesichts der »zahlreichen Toten und Verletzten« sowie der »erheblichen Sachschäden« und brachte nach dem Angelusgebet seine Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen zum Ausdruck.
Die Zahl der Toten stieg unterdessen auf mindestens 1.450. Die US-Erdbebenwarte USGS schätzt, dass die Beben der Stärke 7,2 und 7,5 bis zu 10.000 Tote gefordert haben könnten. Der Chef des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten (Ocha), Tom Fletcher, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag in Genf, es würden noch mehr als 50.000 Menschen vermisst. Eine UN-Schätzung bezifferte den Sachschaden auf 6,7 Milliarden US-Dollar (knapp 5,9 Milliarden Euro), was etwa sechs Prozent von Venezuelas Bruttoinlandsprodukt entspricht. Bis zu 6,7 Millionen Menschen könnten Berechnungen der UN-Organisation für Migration (IOM) zufolge von der Erdbebenkatastrophe betroffen sein.
Nach Angaben der venezolanischen Regierung sind nach neuestem Stand 3.150 Menschen durch das Unglück verletzt worden, mehr als 12.700 sind nun obdachlos. Nach Angaben der Regierung sind 774 Gebäude eingestürzt. Am schwersten getroffen wurde der Küstenstaat La Guaira nördlich der Hauptstadt Caracas, wo Hunderte Gebäude einstürzten.
Oppositionsführerin Machado will nach Venezuela reisen
Die Oppositionspolitikerin María Corina Machado will nun nach Venezuela zurückkehren. Dies bestätigte die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Politikerin dem US-Sender Fox News. »Auf jeden Fall, die Zeit ist gekommen«, antwortete sie auf die Frage, ob sie vorhabe, zurückzukehren.
»Ich werde sehr bald wieder in Venezuela sein«, sagte Machado in dem Interview. Sie wolle nach dem Erdbeben mit dem venezolanischen Volk zusammen sein, mit diesem trauern und einander Kraft geben. Seit Monaten hat Machado wiederholt eine baldige Rückkehr in ihr Heimatland angekündigt. Laut einem Bericht der New York Times hält die US-Regierung allerdings einen solchen zeitnahen Schritt für unangebracht.
Die Naturkatastrophe trifft Venezuela inmitten einer tiefen Krise. Delcy Rodríguez führt die Regierung erst seit Januar, nachdem ihr Vorgänger Nicolás Maduro nach einem US-Einsatz festgenommen worden war.


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