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Epstein-Files: Zahlreiche Prominente tauchen in Epstein-Akten auf

1 day ago 4

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Neu veröffentlichte Akten im Fall Epstein deuten auf engen Kontakt zum britischen Ex-Prinzen Andrew hin. Auch Geschäftsleute wie Elon Musk und Bill Gates kommen vor.

Aktualisiert am 31. Januar 2026, 10:24 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, ,

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 "Wir haben Präsident Trump nicht geschützt", sagt der stellvertretende US-Generalstaatsanwalt Todd Blanche.
"Wir haben Präsident Trump nicht geschützt", sagt der stellvertretende US-Generalstaatsanwalt Todd Blanche. © Anna Moneymaker/​Getty Images

Die jüngst veröffentlichten Akten im Missbrauchsskandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein geben offenbar Einblick in dessen Korrespondenz mit dem früheren britischen Prinzen Andrew. Auch Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson taucht in den Akten auf. Bei den Akten handelt es sich um die wohl vorerst letzte große Veröffentlichung des Justizministeriums. Bei dem Großteil der Akten handelt es sich um Korrespondenzen. In Tausenden der Dokumente wird zudem US-Präsident Donald Trump erwähnt. 

Der Nachrichtenagentur dpa zufolge geht aus einem E-Mail-Verlauf hervor, dass Epstein im Jahr 2010 für Andrew ein Dinner mit einer 26-jährigen Russin in London vermittelt habe. In der Antwort, die mit Andrews Signatur "HRH The Duke of York KG" versehen und mit dem Buchstaben A unterzeichnet ist, heißt es: "(…) ich wäre entzückt, sie zu sehen". Weitere E-Mails zeigen demnach, dass Epstein ein Abendessen mit prominenten Teilnehmern für Andrew geplant haben soll. Epsteins kriminelle Machenschaften waren zu dem Zeitpunkt bereits bekannt: Kurz vor der Korrespondenz hatte er eine Haftstrafe abgesessen wegen Prostitution Minderjähriger. 

Epstein galt als hervorragend vernetzt und verkehrte in höchsten Kreisen. Gleichzeitig betrieb er über Jahre einen Missbrauchsring, dem viele Mädchen und junge Frauen zum Opfer fielen. Andrew beteuerte stets, von den Machenschaften seines Freundes nichts mitbekommen zu haben. Allerdings erhob eines der Epstein-Opfer konkrete Vorwürfe gegen Andrew. Die inzwischen verstorbene US-Amerikanerin Virginia Giuffre warf Andrew vor, sie mehrfach sexuell missbraucht zu haben, unter anderem in London im Jahr 2001 – zu einem Zeitpunkt, an dem sie minderjährig war.

Ist Andrew der "Invisible Man"?

Das US-Justizministerium hatte am Freitagabend mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten sowie tausende Videos und Fotos veröffentlicht. Die Zuordnung der teils geschwärzten Akten ist zuweilen schwierig. 

Einige der Dokumente zeigen einen Mailverkehr zwischen Epstein und einer Person namens Sarah aus dem Jahr 2009. Der Inhalt legt nahe, dass es sich dabei um Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson handelt. Epstein wird darin etwa als "Legende" und "Bruder, den ich mir immer gewünscht habe" bezeichnet. Ferguson, genannt Fergie, hatte bereits 2011 in einem Interview mit der Zeitung Evening Standard zugegeben, von Epstein 15.000 Pfund (derzeit etwa 17.000 Euro) angenommen zu haben – sie hatte die Verbindung zu dem Sexualstraftäter damals bedauert. Der frühere britische Prinz Andrew verlor im Laufe der Zeit durch die Vorwürfe sowohl seine Rolle als offizieller Vertreter des Königshauses als auch alle Ehren, militärische Ränge und Titel. 

Musk, Gates und Branson in den Epstein-Files

Auch weitere Prominente tauchen in den neu veröffentlichten Akten auf. Wie die New York Times und die Nachrichtenagentur Reuters berichten, soll Steve Tisch, ein bekannter Filmproduzent (Forrest Gump) und Miteigentümer des New Yorker Footballklubs Giants, Epstein um Kontakte zu Frauen gebeten haben. Laut New York Times beschrieb Epstein in E-Mails an Tisch die Körper der Frauen in vulgärer Sprache. Tisch habe mehrfach in Slangausdrücken gefragt, ob es sich bei den Frauen um Sexarbeiterinnen handele. Wie die New York Times berichtet, waren die beiden Männer auch noch in Kontakt, nachdem Jeffrey Epstein im Jahr 2008 das erste Mal verurteilt worden war. 

Auch Elon Musk taucht in den neu veröffentlichten Epstein-Akten auf, wie die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa berichten. In den Jahren 2012 und 2013 habe Musk Epstein vorgeschlagen, ihn auf dessen berüchtigter Inselanlage zu besuchen, wo Epsteins Opfer vielfach missbraucht worden sein sollen. In einer Nachricht fragt Musk Epstein: "An welchem Tag oder Nacht findet die wildeste Party auf deiner Insel statt?"

Vor einer geplanten Karibikreise 2013 schrieb Musk Epstein demnach erneut an. "Werde über die Feiertage in der Gegend der Britischen Jungferninseln/St. Barth sein. Gibt es einen guten Zeitpunkt für einen Besuch?" Epstein habe dann eine Einladung für die Zeit nach dem Jahreswechsel ausgesprochen. Ob Musk tatsächlich Epsteins Privatinsel besuchte, ist bislang allerdings unklar.

Auch der britische Milliardär Richard Branson taucht in den Akten auf. Wie Reuters berichtet, forderte er Epstein in einer Nachricht auf, seinen "Harem" beim nächsten Treffen mitzubringen.

Gates-Stiftung spricht von falschen Behauptungen

In den jetzt veröffentlichten Dokumenten kommen auch Namen vor, die bereits in den zuvor veröffentlichten Epstein-Akten erwähnt worden waren. In einem E-Mail-Entwurf schrieb Epstein demnach über Microsoft-Gründer Bill Gates, er habe ihm geholfen, "Drogen zu besorgen", damit dieser die "Folgen von Sex mit russischen Mädchen" bewältigen könne. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Zudem habe Epstein dem Unternehmer "heimliche Treffen mit verheirateten Frauen" ermöglicht. Gates' Stiftung erklärte, es handele sich um "absolut absurde und vollkommen falsche Behauptungen" eines "erwiesenen, verbitterten Lügners".

Erwähnt wird in den neu veröffentlichten Akten laut New York Times auch Sergey Brin, der Mitgründer von Google. Er soll mehrfach mit seiner damaligen Verlobten auf Epsteins privater Insel gewesen sein. 

Opfer kritisieren, dass die Täter geschützt würden

Verifizieren lassen sich all diese Angaben nicht. Keiner der Genannten wurde bislang offiziell beschuldigt. Die reine Nennung oder Abbildung in den Epstein-Akten ist kein Hinweis auf ein Fehlverhalten. Viele der bereits früher identifizierten Personen stritten eine Verstrickung in Epsteins kriminelle Machenschaften stets ab.

Eine Gruppe von 18 Überlebenden der sexualisierten Gewalt durch Jeffrey Epsteins Netzwerk schrieb in einer Stellungnahme, die veröffentlichten Akten seien unbefriedigend. "Wieder einmal werden die Namen der Opfer veröffentlicht, während die Männer, die uns missbraucht haben, versteckt und geschützt bleiben. Das ist ungeheuerlich", heißt es in dem Statement, das einem Reporter der New York Times vorliegt. Weiter heißt es dort: "Es ist nicht vorbei. Wir werden nicht aufhören, bis die Wahrheit ganz aufgedeckt ist und jeder Täter zur Rechenschaft gezogen wird."

Die Veröffentlichung der Akten ist politisch hochumstritten. Laut einem Gesetz des US-Kongresses hätte die Regierung nahezu alle Akten bereits bis zum 19. Dezember freigeben sollen. Diese Frist ließ das Justizministerium verstreichen und teilte mit, hunderte Anwälte seien damit beauftragt worden, die Akten zu prüfen, um festzustellen, welche Passagen zum Schutz der Opfer geschwärzt werden müssten. 

Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche betonte bei der Veröffentlichung der Akten, das Weiße Haus habe keinen Einfluss auf die Sichtung der Dokumente gehabt. Blanche war früher Trumps Anwalt. "Wir haben Präsident Trump nicht geschützt", fügte er hinzu. "Wir haben niemanden geschützt oder nicht geschützt."

Die oppositionellen Demokraten hatten der Trump-Regierung wegen der Verzögerung einen Gesetzesbruch vorgeworfen. Sanktionen sind in dem Epstein-Akten-Transparenzgesetz allerdings nicht vorgesehen.

Zudem beschuldigen die Demokraten den Präsidenten, sich mit der langsamen Aktenfreigabe selbst schützen zu wollen. Trump hatte sich monatelang gegen die Freigabe der Dokumente gesperrt. Er nannte die Epstein-Affäre einen "Schwindel" der Demokraten und bestreitet engere Beziehungen zu Epstein. Veröffentlichte Fotos und Dokumente legen das Gegenteil nahe, ein persönliches Fehlverhalten konnte dem Präsidenten jedoch bislang nicht nachgewiesen werden.

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