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Ceuta: Fast alle Migranten sollen zurück in Marokko sein

2 weeks ago 10

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Newsblog zum Ansturm auf spanische Exklaven

Fast alle Migranten sollen zurück in Marokko sein


Aktualisiert am 31.07.2026 - 21:56 UhrLesedauer: 10 Min.

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Dutzende Männer strömen aus einem Lastwagen: Diese Szene wirft Fragen auf.

In der Nacht zu Freitag ist es auch in der zweiten spanischen Exklave in Nordafrika zu massenhaften Grenzübertritten gekommen. Die Lage im Newsblog.

Freitag, 31. Juli 2026

Spanien mahnt EU-Länder: Achtung der Verträge ist Pflicht

Nach Kritik und Gegenmaßnahmen anderer EU-Länder wegen des Migrantenandrangs in Ceuta hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez zur Achtung der europäischen Verträge gemahnt. "Solidarität und Mitgefühl sind freiwillig. Die Achtung der europäischen Verträge und der Datenlage ist es nicht", schrieb Sánchez auf der Plattform X. Es sei an der Zeit, an einem starken und geeinten Europa weiterzubauen – und Europa nicht zu spalten.

Sánchez verwies auf Daten der EU-Grenzschutzbehörde Frontex, denen zufolge Spanien nicht der wichtigste Zugang für irreguläre Migration in die EU ist und seit 2021 deutlich niedrigere Zahlen aufweist als etwa die Mittelmeerroute über Italien, die Westbalkanroute und die Route über Griechenland. In den vergangenen fünf Jahren gelangten demnach 478.600 irreguläre Migranten über Italien in die EU. Über Spanien reisten im Vergleich dazu 234.760 Menschen irregulär ein.

Italien hat nach Angaben der Regierung in Rom das Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr in der EU gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt. Die finnische Innenministerin Mari Rantanen schrieb auf X, Spanien habe dabei versagt, die Außengrenze des Schengen-Raums zu schützen. Kanzler Friedrich Merz forderte die spanische Regierung auf, die Situation schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen. Frankreich verschärfte seine Kontrollen an der Grenze zu Spanien.

Fast alle Migranten sollen zurück in Marokko sein

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums sollen sich nur noch 1.700 der ursprünglich 50.000 in die Exklave Ceuta gekommenen Migranten dort befinden. Bis 18 Uhr am Freitagabend habe es mehr als 48.300 Abreisen gegeben, zitiert die spanische Zeitung "El Pais" die Behörde.

Italien setzt Schengen-Abkommen mit Spanien aus

Italien hat nach den Worten von Außenminister Antonio Tajani das Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr in der EU gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt. Dieser Schritt sei eine notwendige Entscheidung gewesen, "um die Sicherheit unserer Bürger zu gewährleisten und die europäischen Grenzen zu schützen", schrieb Tajani auf der Plattform X.

Zuvor meldeten die italienischen Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos die vom Innenministerium in Rom angeordnete Schließung der See- und Luftgrenzen zu Spanien. Italien hat keine Landgrenze mit Spanien. Die Maßnahme dürfte daher Reisende, die mit dem Flugzeug oder Schiff unterwegs sind, mit neuen Grenzkontrollen betreffen.

Bericht: Bereits 57 Tote bei Ceuta

Auf dem Weg von Marokko nach Ceuta sollen schon mindestens 57 Menschen ums Leben gekommen sein. Die meisten seien bei dem Versuch ertrunken, die spanische Exklave Ceuta schwimmend zu erreichen, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE unter Berufung auf einen Sprecher des Innenministeriums in Madrid. Nach Angaben des Innenministeriums in Madrid war bis Freitagnachmittag bereits ein Großteil der Menschen freiwillig nach Marokko zurückgekehrt.

Russland nutzt Lage in Ceuta für Propaganda

Russland nutzt die Lage in Ceuta offenbar für eine regelrechte Propagandakampagne, um in Europa Ängste vor einer Migrationskrise zu schüren. Darauf weist der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X hin. Ukrainischen Analysten zufolge habe die russische Propaganda seit Donnerstag mehr als 1.500 Beiträge auf verschiedenen Seiten veröffentlicht, orchestriert von den Propagandamedien "Pravda" und "Russia Today", so Sybiha. Demnach hat allein die spanische Onlineausgabe von "Pravda" fast 300 Beiträge zu Ceuta veröffentlicht. In allen anderen Sprachausgaben seien es mindestens 25 Beiträge gewesen.

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"Jahrelang hat Moskau die Migration und andere sensible Themen instrumentalisiert, um Ängste zu schüren und europäische Länder zu destabilisieren", schreibt Sybiha. "Russland versucht, das Thema für seine Interessen auszuschlachten. Die einzige Möglichkeit, die Öffentlichkeit davor zu schützen, ist, diese Einflussnahme zu unterbinden. Europäische Länder, die ihre nationale Sicherheit ernst nehmen, sollten sämtliche russischen Propagandaseiten vom Netz nehmen", so der ukrainische Außenminister.

Medien: 37.500 Menschen nach Marokko zurückgekehrt

37.500 Menschen, die irregulär in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika gekommen sind, haben das Gebiet wieder Richtung Marokko verlassen. Das berichteten der staatliche TV-Sender RTVE und andere Medien unter Berufung auf das Innenministerium in Madrid. Die Angaben bilden den Stand von 15.30 Uhr ab. Das würde bedeuten, dass drei Viertel der rund 50.000 Menschen, die nach Regierungsangaben in den vergangenen Tagen irregulär in die Exklave an der Meerenge von Gibraltar gelangt waren, nicht mehr dort sind.

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Die Regionalregierung Ceutas hatte die Zahl der Ankömmlinge auf mehr als 60.000 geschätzt. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht. Medienberichten zufolge hielten sich am Nachmittag weiterhin Tausende Migranten in der Exklave auf. Die meisten waren den offiziellen Angaben zufolge schwimmend angekommen.

Linke: Deutschland muss Migranten aus Ceuta aufnehmen

Die Linke hat Deutschland aufgefordert, Migranten aus der spanischen Exklave Ceuta aufzunehmen. "Jetzt zählt zuerst, dass niemand mehr stirbt", erklärte Fraktionsvize Clara Bünger. Die Menschen müssten versorgt werden, medizinisch, mit Wasser und einem sicheren Ort. "Damit darf Spanien nicht allein bleiben. Deutschland und die EU stehen in der Pflicht, bei der Versorgung zu helfen und Schutzsuchende aufzunehmen."

"Wer glaubt, mit noch mehr Abschottung sei das Problem gelöst, irrt", betonte die innen- und fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag. "Solange es keine sicheren, legalen Wege gibt, werden Menschen weiter in Lebensgefahr getrieben." Die Situation in Ceuta sei "keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen", erklärte Bünger. "Menschen fliehen vor Krieg, Armut und Klimakrise. Höhere Mauern halten sie nicht auf, sie machen die Flucht nur tödlicher."

Dobrindt verlängert Grenzkontrollen

Angesichts der Lage in Ceuta will Bundesinnenminister Alexander Dobrindt an der Kontrolle der deutschen Landesgrenzen festhalten. "Wir werden die Möglichkeit der Binnengrenzkontrollen über den September hinaus verlängern", kündigte der CSU-Politiker an. Um die bisherigen Erfolge beim Zurückdrängen der illegalen Migration zu erhalten, müssten "flexible und angepasste Binnengrenzkontrollen" aufrechterhalten werden. Bis wann die Kontrollen verlängert werden sollen, sagte Dobrindt nicht.

Obwohl die Grenzen innerhalb der EU eigentlich offen sein sollen, wird seit dem 16. September 2024 wieder an allen deutschen Grenzen kontrolliert. Die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte dies angeordnet, um die Zahl der unerlaubten Einreisen einzudämmen. Trotz wachsender Kritik wurde die Regelung dreimal verlängert – zuletzt bis Mitte September 2026. "Die Situation in Ceuta verdeutlicht die volatile Lage bei der illegalen Migration", erklärte Dobrindt die erneute Verlängerung.

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